Vom FCM-Ultra zum Aufsichtsratsboss: Matthias Niedung

Ordentliche Mitgliederversammlung 2021 am 28.04.2022 in der MDCC-Arena Magdeburg

Er lebt den 1. FC Magdeburg, vielleicht wie kein Zweiter – Matthias Niedung. Der heute 40jährige kommt aus der Ultra-Szene des 1. FCM. Viele Jahre hat Niedung im Fanblock für Stimmung gesorgt.

Heute trägt der Magdeburg-Fan Verantwortung. Matthias Niedung ist ehrenamtlicher Aufsichtsratsvorsitzender und gestaltet die Zukunft des Zweitligisten aktiv mit. Vor wenigen Tagen war Niedung im Podcast „Neues vom Krügel-Platz“ zu Gast und hat dabei einige interessante, hörenswerte Aussage getroffen. Wir fassen zusammen.

Besonders Verhältnis zu Kay Bernstein

Ein besonderes Verhältnis hat Matthias Niedung zum kürzlich verstorbenen Hertha-Boss Kay Bernstein gehabt, da dieser ebenfalls aus der Ultra-Szene gekommen ist. Das Auswärtsspiel bei Hertha BSC war für den 40jährigen emotional daher ein „ganz besonderes Ding“.

Den Kontakt zur aktiven Fanszene hat der Aufsichtsratsvorsitzende des 1. FCM übrigens nicht verloren. Er ist nicht bei jedem Heimspiel im VIP-Bereich der MDCC Arena anzutreffen. Ab und an gesellt sich Niedung in den Fanblock.

Thema Investoren in der Bundesliga: Kontroverse muss ausgetragen werden

Das heiß diskutierte Thema eines Investoren-Einstiegs in die DFL wurde im Podcast natürlich ebenfalls angesprochen. Matthias Niedung erklärte nochmals, dass der 1. FC Magdeburg bei der Abstimmung gegen die Investoren gestimmt hat. Es seien einfach noch zu viele Fragen offen gewesen.

Auch wenn das Thema in den nächsten drei, vier Jahren vermutlich nicht wieder auf die Tagesordnung kommt, muss die Problematik weiterhin – und zwar ergebnisoffen – diskutiert werden. Investoren im Bereich der Medienverwertung der Übertragungsrechte müssen, so Niedung, nicht grundsätzlich schlecht sein. Wichtig sei aber, dass die Rahmenbedingungen stimmen. So wie es aktuell angedacht war, wäre der Schaden für den deutschen Fußball zu groß gewesen. Noch sei hier die Frage – wem gehört der Fußball – nicht ausdiskutiert und schon gar nicht beantwortet.

In diesem Zusammenhang hat der Aufsichtsratsvorsitzende nochmals auf das Missverhältnis bei der Geldverteilung zwischen der 1. Bundesliga und der 2. Bundesliga hingewiesen. So lange dieser Punkt nicht behoben sei, müsse man nicht über weiterführende Dinge, wie eine Investoren-Beteiligung nachdenken.

Eigene Fans machen Niedung derzeit Sorgen

Zu den sehr unschönen Schlagzeilen rund um den 1. FC Magdeburg in den zurückliegenden Wochen hat Matthias Niedung ebenfalls Stellung bezogen. Über die zerstörte Regionalbahn nach dem Auswärtsspiel in Berlin haben wir berichtet. Vor der Schalke-Partie am vergangenen Samstag ist aber noch schlimmer gekommen.

Bei Ausschreitung am Neustädter Bahnhof sind am Wochenende zwei unbeteiligte Personen verletzt worden, darunter ein Kind, für Niedung eine Katastrophe, die nicht wieder gutzumachen ist.

Gerade für Kinder sind derartige Erlebnisse prägend und werden natürlich mit dem ganz Verein in Verbindung gebracht. Als Aufsichtsratsvorsitzender könne er nur anbieten, die betroffenen Personen zu einem Heimspiel einzuladen, um wenigstens für einige positive Momente zu sorgen. Mehr könne er als ehemaliger Ultra auch nicht tun.

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