Der 1. FC Magdeburg geht mit einem deutlich veränderten Kader in die Saison 2026/27 der 2. Bundesliga. Nach einem turbulenten Vorjahr mit Trainerwechsel und dem Abschied des langjährigen Sportdirektors hat der Klub unter dem neuen Sportvorstand Peer Jaekel und dem Trainerduo Petrik Sander / Pascal Ibold einen spürbaren Umbau vorgenommen. Der aktuelle Profikader umfasst 28 Spieler, das Durchschnittsalter liegt bei etwa 25,7 Jahren, der Marktwert der Mannschaft beläuft sich auf rund 21,5 Millionen Euro. Ziel ist es, in der zweiten Liga konkurrenzfähig zu bleiben und die Avnet Arena wieder zu einer Festung zu machen.
Trainerteam und Kapitänsfrage
Petrik Sander und Pascal Ibold bilden weiterhin das Doppelgespann an der Seitenlinie. Beide haben ihre Verträge verlängert und genießen das Vertrauen der Vereinsführung. Unterstützt werden sie von den Co-Trainern Erwin Bradasch und Silvio Bankert, Torwarttrainer Matthias Tischer sowie Athletiktrainer Felix Binsker. Kapitän bleibt Dominik Reimann. Der erfahrene Torhüter führt die Mannschaft auch in der neuen Saison an und hat seinen Vertrag langfristig verlängert.
Torhüter: Stabilität mit Nachwuchsperspektive
Im Tor setzt der FCM auf Kontinuität und Talent. Dominik Reimann (29) ist die unumstrittene Nummer eins und einer der Leistungsträger der vergangenen Jahre. Hinter ihm stehen Noah Kruth (23) und der junge Robert Kampa (21) als Local Player. Zudem wurde der deutsche U-Nationaltorhüter Tjark Möbius (18) aus der eigenen Jugend mit einem Profivertrag ausgestattet. Die Position ist solide besetzt, Reimann bleibt der klare Rückhalt.
Abwehr: Verstärkung durch Neuzugänge
Die Defensive wurde gezielt verstärkt. Mit Anselmo García Mac Nulty (23, Irland) von PEC Zwolle und Paul Jaeckel (28) von Preußen Münster kamen zwei erfahrene und junge Innenverteidiger. Mac Nulty gilt als einer der teuersten Neuzugänge und soll mit seiner Spielstärke und Zweikampfhärte die Abwehr stabilisieren. Jaeckel bringt Bundesliga-Erfahrung mit. Tobias Müller (32) und Daniel Heber (32) bleiben als erfahrene Führungsspieler erhalten, Tarek Chahed (30) sorgt für Tiefe.
Auf den Außenbahnen stehen Alexander Nollenberger, Herbert Bockhorn (31), Lubambo Musonda (31), Eldin Dzogovic (23) und Pierre Nadjombe (23, Leih-Rückkehrer von Alemannia Aachen) zur Verfügung. Musonda fällt derzeit verletzt aus (Achillessehnenriss), was die Bedeutung von Nadjombe und den jungen Dzogovic erhöht. Die Abwehr wirkt personell gut bestückt und sollte in der Lage sein, auch längere Ausfälle zu kompensieren.
Mittelfeld: Frischer Wind und kreative Köpfe
Im zentralen Mittelfeld hat der FCM kräftig nachgelegt. Tony Reitz (22) kam von Borussia Dortmund II, Torben Müsel (27) von Rot-Weiss Essen und Moritz-Broni Kwarteng (28) vom VfL Bochum. Alle drei sollen Dynamik und Qualität bringen. Falko Michel (25) bleibt als defensiver Anker und Joker-Spezialist wichtig – sein spätes Tor gegen West Ham United zeigte erneut seine Qualität. Luka Hyryläinen (21, Finnland) gilt als eines der größten Talente im Kader und hat bereits internationales Interesse geweckt.
Weitere Optionen sind Richmond Tachie und der junge Magnus Baars. Die zentrale Achse wirkt deutlich jünger und laufstärker als in der Vorsaison. Hier liegt einer der größten Hoffnungen auf eine spielerische Weiterentwicklung.
Angriff: Tempo, Erfahrung und junge Talente
Im Sturm und auf den Flügeln setzt Magdeburg auf eine Mischung aus Erfahrung und Perspektivspielern. Baris Atik (31) bleibt der kreative Kopf und Führungsspieler. Mateusz Żukowski (24, Polen) ist der teuerste Spieler im Kader und soll als zentrale Sturmspitze für Tore sorgen. Alexander Ahl-Holmström (27, Schweden) und Kevin Manthey (19) ergänzen die Mittelstürmer-Position.
Auf den Flügeln kamen Emmanuel Iyoha (28, zuletzt Fortuna Düsseldorf) und die beiden Leihspieler Doyoung Yoon (19, Brighton & Hove Albion) sowie Chunghyun Lee (18, Bucheon FC 1995) hinzu. Yoon und Lee bringen Tempo und internationale Perspektiven. Richmond Tachie und Alexander Nollenberger können ebenfalls offensiv eingesetzt werden. Die Offensive verfügt über Breite, muss aber erst noch ihre Durchschlagskraft unter Beweis stellen – das zeigte sich bereits im letzten Testspiel gegen West Ham.
Neuzugänge und Abgänge im Überblick
Zu den wichtigsten Zugängen gehören: Anselmo García Mac Nulty, Paul Jaeckel, Tony Reitz, Torben Müsel, Moritz-Broni Kwarteng, Emmanuel Iyoha, Kevin Manthey sowie die Leihen Yoon und Lee. Viele davon kamen ablösefrei oder für moderate Ablösen.
Auf der Abgangsseite verließen unter anderem Jean Hugonet (Hannover 96), Marcus Mathisen (St. Pauli), Philipp Hercher, Silas Gnaka, Rayan Ghrieb (Nürnberg) und mehrere Leihspieler den Verein. Der Kader ist dadurch schlanker und jünger geworden.
Stärken, Schwächen und Ausblick
Die Stärken des neuen Kaders liegen in der erhöhten Qualität in der Innenverteidigung, der Laufstärke im Mittelfeld und der größeren Offensivbreite. Die Mischung aus erfahrenen Kräften (Reimann, Atik, Müller, Heber, Bockhorn) und talentierten Neuzugängen wirkt ausgewogen. Der Marktwert von Mateusz Żukowski unterstreicht den Anspruch, offensiv gefährlicher zu werden.
Schwächen könnten in der noch fehlenden Eingespieltheit und der Verletzung von Musonda liegen. Auch die fehlende absolute Top-Qualität auf einzelnen Positionen im Vergleich zu Aufstiegskandidaten bleibt Thema. Dennoch hat der FCM mit dem Umbau die Basis für eine solide Saison gelegt.
Der Saisonstart gegen Eintracht Braunschweig am 8. August 2026 wird zeigen, wie schnell die neuen Spieler in die Mannschaft finden. Mit Petrik Sander und Pascal Ibold an der Seitenlinie, Dominik Reimann als Kapitän und einer personell gut aufgestellten Truppe geht der 1. FC Magdeburg optimistisch in die Spielzeit 2026/27. Die Fans in der Avnet Arena dürfen gespannt sein, wie sich der neue Kader entwickelt – und ob der FCM in der 2. Bundesliga erneut für positive Überraschungen sorgen kann.
Der aktuelle Kader des 1. FC Magdeburg steht. Jetzt beginnt die Arbeit auf dem Platz.
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