Von Dennis Uhlemann ›

Die jüngsten Auftritte machen wenig Hoffnung auf den Klassenerhalt des FCM. Dennoch war beim virtuellen Fantalk Zuversicht zu spüren.

Magdeburg l Es gibt sie tatsächlich – die Tabelle, die den 1. FC Magdeburg in der aktuellen Saison an der Spitze sieht. Was die Fehlentscheidungen gegen den Verein angeht, erreicht der Krisen-Club von der Elbe den höchsten Wert aller Drittligisten. Zwölfmal wurden die Magdeburger laut Statistik von „liga3-online.de“ bereits benachteiligt. Zugrunde liegt die Experten-Meinung des Ex-Fifa-Schiedsrichters Babak Rafati, der für das Online-Portal kritische Entscheidungen der Unparteiischen unter die Lupe nimmt.

Auch beim 0:4 gegen Verl erkannte Rafati eine Fehlentscheidung gegen den FCM: die Rote Karte gegen Brian Koglin. „Eine Gelbe Karte wäre vollkommen ausreichend gewesen“, meinte der 50-Jährige zum Foulspiel des Innenverteidigers kurz vor der Pause. Doch geändert hätte das beim Stand von 0:3 wohl nichts mehr am Ergebnis. Ebenfalls ist es müßig, darüber zu philosophieren, ob die Magdeburger ohne eine der elf Fehlentscheidungen zuvor aktuell besser dastehen würden.

Tabellenkeller noch nicht verlassen

Fakt ist: Der FCM konnte in dieser Saison noch nie konstant Punkte einfahren. Weshalb sich das Team nicht ein einziges Mal entscheidend aus dem Tabellenkeller befreien konnte. Mit zuletzt fünf Niederlagen in Folge verbuchte der Europapokalsieger von 1974 noch keinen Punkt in der Rückrunde. Womit in der restlichen Saison also 25 Zähler nötig wären, um die vor der Spielzeit geforderte 46-Punkte-Marke zu erreichen, die rein rechnerisch zum Ligaverbleib reichen würde.

Damit müsste der FCM in den verbleibenden 14 Partien noch fünf Zähler mehr einfahren, als er es in den bisherigen 24 Spielen getan hat. Statistisch werden die Aussichten auf den Klassenerhalt also immer düsterer beim Tabellenvorletzten, der demnach ab sofort einen Schnitt von 1,78 Punkten benötigt. Also einen ähnlichen Wert wie ihn derzeit die Spitzenteams Rostock (1,82), Ingolstadt (1,91) und Dresden (2,04) aufweisen.

Sorgen kundgetan

Klar sind für den Klassenerhalt am Ende vielleicht auch weniger Punkte ausreichend. Klar ist der Abstand des FCM zum rettenden Ufer noch nicht allzu groß. Und klar treffen die Magdeburger in den letzten drei Heimspielen noch auf die direkte Konkurrenz aus Lübeck, Duisburg und Unterhaching. Dennoch bereiten die jüngsten Auftritte des FCM den Anhängern viele Sorgen, die bei einem virtuellen Fantalk am Mittwochabend kundgetan wurden.

Trainer Christian Titz und Sportdirektor Otmar Schork stellten sich im Fanprojekt Magdeburg gut anderthalb Stunden den kritischen Fragen. Wiederholt wurde dabei die Motivation der Spieler angesprochen. Es sei „keine Mannschaft“ mehr zu erkennen. Doch es wurden auch Lösungsvorschläge zur Verbesserung der Moral thematisiert. Insgesamt war die Stimmung positiv. Und Titz sowie Schork wurde „die volle Unterstützung“ ausgesprochen. Ihre Kompetenz sei „glaubhaft hilfreich“.

Die Verantwortlichen blickten den kommenden Wochen natürlich ebenfalls zuversichtlich entgegen: „Der Abstiegskampf kann ein Schneckenrennen bis zum letzten Spieltag werden. Aber wir werden es schaffen“, so Schork.

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