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Ausgerechnet zum entscheidenden Saisonendspurt bahnt sich beim 1. FC Magdeburg eine neuerliche Torhüter-Diskussion an. Wie Stammkeeper Leopold Zingerle in einem Interview mit der „Volksstimme“ verrät, wird ihm der FCM kein Vertragsangebot für eine weitere Drittliga-Saison unterbreiten. „Wenn wir (…) nicht aufsteigen, ist mein Weg hier sicher beendet“, so der 23-Jährige.

Hauptargument U23-Regel?

Dass der FCM mit Zingerle im Falle einer weiteren Drittliga-Saison offenbar nicht mehr plant, überrascht. Schließlich hatte sich der Sommer-Neuzugang im Winter gegen Stammkeeper Jan Glinker durchgesetzt und den Routinier aus dem Tor verdrängt. Seitdem stand Zingerle in allen Partien im Kasten und kam nach kurzen Anlaufschwierigkeiten immer besser in Form. „Umso überraschender war deshalb auch die Entscheidung des Vereins für mich“, so der Keeper, der nicht das Gefühl hatte, „dass meine Leistungen Anlass zu (…) Zweifeln gegeben hätten. Das hat mir der Trainer in diesem Zusammenhang auch bestätigt.“ Während sich Jens Härtel laut Zingerle für ein neues Vertragsangebot eingesetzt haben soll, hatte Manager Mario Kallnik offenbar andere Pläne: „Der Verein hat mir gesagt, dass er für die 3. Liga anderweitig plant und hat als Hauptargument die U23-Regel in der 3. Liga genannt“, berichtet der 23-Jährige. Nachvollziehen könne er das Argument „aufgrund der aktuellen Torhütersituation aber nicht.“ Allerdings fällt Zingerle zur neuen Saison aus eben jener U23-Regel. Mit dem 21-jährigen Lukas Cichos hätte der FCM dann nur noch einen U23-Keeper unter Vertrag.

„Die Art und Weise stört mich“

In der 2. Bundesliga gilt diese Regel nicht, sodass der 23-Jährige im Falles eines Aufstiegs wohl ein neues Angebot erhalten würde. Bleibt er dann? „Es ist momentan schwierig, ich bin mir darüber noch nicht im Klaren“, so Zingerle gegenüber der Zeitung. Dennoch würde er sich das Angebot anhören, „weil mir der Verein und die Mannschaft am Herzen liegen. Ich habe mich von Anfang an mit dem FCM identifiziert und fühle mich sehr wohl“, betont der ehemalige Jugendspieler des FC Bayern. Es sei schade, „wenn es jetzt so auseinandergeht.“ Was ihn am meisten stört, „ist die Art und Weise, wie es abgelaufen ist.“ Auch den Zeitpunkt – knapp eine Woche vor Saisonende – hält Zingerle für ungünstig: „Das hätte man eleganter klären können, wenn Anfang oder Mitte April ein Gespräch stattgefunden hätte. Dann hätte man mir ein Signal geben können, dass es andere Ideen auf der Torhüterposition gibt. So habe ich das Gefühl, ins offene Messer gelaufen zu sein.“ Jetzt sei die Zeit knapp. „Ich hatte fest damit gerechnet, in Magdeburg zu bleiben. Dieser Plan wurde jetzt durchkreuzt.“ Zusammen mit seinem Berater schaut sich der 23-Jährige nun auf dem Markt nach anderen Optionen um. Ein Verbleib scheint fraglich – selbst im Falle des Zweitliga-Aufstiegs.

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