Von Daniel Hübner ›

Der 1. FC Magdeburg hat Verstärkung für die Offensive gesucht, der 1. FC Magdeburg hat zwei Offensivspieler gefunden.

Magdeburg l Sebastian Schuppan hat sich gefreut, dass die Gespräche zwischen Saliou Sané und dem 1. FC Magdeburg so gut gelaufen sind: „Saliou kann nun bei einem traditionsreichen Club in der 3. Liga Spielpraxis sammeln“, sagte der Vorstand Sport des Zweitligisten Würzburger Kickers. Und ergänzte: „Bei uns ist er in dieser Saison bisher nicht wie erwünscht zum Zug gekommen. Daher ist es für alle Beteiligten eine sehr gute Lösung.“

Also auch für die Blau-Weißen. Nach der Verpflichtung des offensiven Mittelfeldspielers Baris Atik am Dienstag hat der Fußball-Drittligist gestern die Leihe des Mittelstürmers Sané bekanntgegeben. Beide bleiben zunächst bis zum Saisonende. Sie unterscheiden sich nicht nur in ihren Qualitäten, sondern auch in ihren Rollen. Während Atik womöglich schon am Sonnabend im ersten Punktspiel des neuen Jahres gegen den KFC Uerdingen (14 Uhr) zum Einsatz kommen wird, soll Sané vor allem den Druck auf den etablierten Christian Beck erhöhen.

Baris Atik

Baris Atik hat den 1. FC Magdeburg einst einigermaßen ins Unglück gestürzt. Zu einer Zeit, als der FCM nämlich jeden Punkt benötigte für den Klassenerhalt in der zweiten Liga. Es war der 16. März des Jahres 2019, Ostderby in Dresden, als Atik mit einer Flanke das 1:1 der SG Dynamo durch Lucas Röser vorbereitete. Vier Minuten vor Schluss. Vor 30 500 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion.

Ein Jahr und zehn Monate später kämpft der Tabellenletzte FCM um jeden Zähler gegen den Abstieg aus Liga 3. Und Atik soll nun die erfolgbringenden Flanken für Blau-Weiß schlagen. Und seine bisherigen Referenzen sowie die Überzeugung der FCM-Verantwortlichen lassen vermuten, dass der offensive Mittelfeldspieler diese bereits gegen den KFC Uerdingen schlagen wird. An seinem 26. Geburtstag übrigens. Und nicht nur deshalb mit Vorfreude: „Es reizt mich sehr, dabei mitzuhelfen, den FCM aus dem Tabellenkeller herauszuholen“, wird Atik in einer Pressemitteilung des Vereins zitiert. Und Sportdirektor Otmar Schork hat darin geurteilt: „Er passt genau in das Profil, das wir gesucht haben.“

Atik, der Wunschspieler. Das ist er nicht nur beim FCM, das war er 2018 bei Dynamo Dresden, das war er im Juli 2017 beim 1. FC Kaiserslautern und im Januar des gleichen Jahres beim österreichischen Erstligisten Sturm Graz. An Letztere war Atik wiederum vom Bundesligisten TSG Hoffenheim verliehen worden. Lauterns damaliger Coach Norbert Meier urteilte: „Mit Baris Atik kommt ein Spieler mit einer großen individuellen Qualität, der das Eins gegen Eins sucht und dadurch Freiräume schaffen kann.“ Der damalige Grazer Trainer Franco Foda meinte indes: „Er kann uns mit seiner Torgefährlichkeit in der Offensive weiterhelfen.“ Und aus Dresden hieß es bei seiner Verpflichtung, Atik sei „sehr beweglich, technisch gut ausgebildet, polyvalent einsetzbar“. Vielseitig also.

Atik bringt die Erfahrung aus 66 Zweitliga- und drei Bundesligaspielen mit. Atik ist allerdings im vergangenen Sommer in die fußballerische Zwangspause gegangen, weil mit dem Abstieg Dresdens in Liga 3 sein bis 2022 angelegter Kontrakt damit jegliche Gültigkeit verlor. Jetzt hat ihn Schork also nach Magdeburg geholt. Und der 63-Jährige reiht sich mit seinem Urteil über den Deutsch-Türken, den er seit dessen Jugendzeiten in Hoffenheim kennt und „seitdem seinen Werdegang verfolgt“, in die Huldigungen der Trainer und Vereinsverantwortlichen vor ihm ein: „Er ist quirlig, technisch beschlagen und hat seine Stärken als Vorlagengeber sowie im Torabschluss.“ So wie es der FCM, der am Saisonende abgestiegen war, am 16. März 2019 erfahren hat.

Saliou Sané

Körperlich präsent sei er, den Ball könne er behaupten, im Umschaltspiel sei er außerdem stark – und sowieso soll er die Offensive beleben. Sportdirektor Schork sparte auch bei Saliou Sané, den der FCM bis zum Saisonende vom Zweitligisten Würzburger Kickers ausgeliehen hat, nicht mit Lobeshymnen. Dabei zeichnete er zugleich ein Bild des etablierten FCM-Angreifers Christian Beck, dem die neue Konkurrenz im Sturm nun Beine machen soll. Und es wird deshalb die spannende Frage sein, wem Magdeburgs Trainer Thomas Hoßmang gegen Uerdingen das Vertrauen schenkt. Für beide Spieler gilt indes auch die folgende Einschätzung Schorks: „Mit seiner enormen Drittliga-Erfahrung wird er uns im Kampf um den Klassenerhalt sicherlich helfen.“ Beck, 32 Jahre, hat bislang 164 Spiele in Liga 3 absolviert. Sané, 28 Jahre, 126 Begegnungen. Und Sané selbst spricht ebenfalls für beide, wenn er sagt: „Ich bin davon überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen werden, und ich freue mich, dass ich meinen Beitrag dazu leisten kann.“

Zumindest hatte jeder der bisher acht Vereine, der ihn unter Vertrag genommen hat, vom gebürtigen Hannoveraner geschwärmt. Wie zum Beispiel die SG Sonnenhof Großaspach, die den damals 25-Jährigen im Juli 2017 verpflichtete und feststellte: „Saliou ist ein absolut kompletter Stürmer.“ Der Angreifer erzielte dann acht Tore bei 29 Einsätzen für den damaligen Drittligisten. Nur keines in den beiden Partien gegen den FCM. Das soll er drei Jahre und einen Monat später nun nachholen – diesmal für Blau-Weiß.

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