Generell sind Trainerwechsel im Fußball nichts Außergewöhnliches. Der Ergebnisdruck ist hoch und Unruhe kommt auf, wenn die Resultate ausbleiben. Häufig wird schon nach wenigen Niederlagen in Folge die Trainerfrage gestellt. Alle Entscheidungen und Aussagen werden bis ins letzte Detail analysiert. Da ist der Trainer in der Regel das schwächste Glied in der Kette. Man kann keine ganze Mannschaft austauschen, der Trainer kann jedoch zu jedem Zeitpunkt entlassen werden. Vereine erhoffen sich dadurch eine Reaktion – einen Aufwärtstrend. Die meisten Trainerwechsel sind vorhersehbar – lediglich der genaue Zeitpunkt mag manchmal überraschend kommen. Wie häufig wechseln Vereine in der zweiten Bundesliga während einer Saison eigentlich ihre Trainer?

Vier Entlassungen nach einem Viertel der Saison

MSV Duisburg via Twitter

In der aktuellen Zweiliga-Saison gab es zum Zeitpunkt der Oktober-Länderspielpause, sprich nach neun Spieltagen, was einem Viertel der Saison entspricht, bereits vier Trainerentlassungen. Inklusive Interimstrainer sind es fünf Wechsel. Als ersten traf es Dresdens Uwe Neuhaus, der nach nur zwei Spieltagen seinen Hut nehmen musste. Für ihn übernahm interimsweise Christian Fiel, bevor Maik Walpurgis als feste Lösung vorgestellt wurde. Als nächstes trennte sich der FC Ingolstadt von Stefan Leitl und präsentierte den Ex-Bremer Alexander Nouri als Nachfolger. Anfang Oktober sahen sich dann die Verantwortlichen in Sandhausen und Duisburg zum Handeln gezwungen. Für Ilia Gruev und Kenan Kocak war die Zeit trotz der Erfolge in der Vorsaison abgelaufen. Bei Ingolstadt hatte der Wechsel zu Alexander Nouri keinen spürbaren Effekt. Die Ergebnisse verbesserten sich nicht und die „Schanzer“ belegten zwischenzeitlichen den letzten Tabellenplatz. Vor der Saison hatte man sich wohl eher erhofft, wieder um die oberen Plätze mitzuspielen. Bei Sportwetten mit Betfair wird der FCI bei Heimspielen gegen höherplatzierte Teams teilweise trotzdem als Favorit gehandelt. Anders als in Ingolstadt feierte der neue MSV-Trainer Torsten Lieberknecht einen Einstand nach Maß und besiegte mit Duisburg den 1. FC Köln auswärts mit 2:1.

Wie viele Wechsel sind „normal“?

FC Ingolstadt 04 via Twitter

Die Anzahl der Trainerwechsel während einer Saison war in den vergangenen fünf Jahren recht ähnlich: In vier von diesen fünf Spielzeiten gab es zwischen 15 und 18 Trainerwechsel. Diese Zahlen beinhalten Interimseinstellungen. In einer der Saisons 2014/15 kam es „nur“ zu 12 Wechseln. Auf Transfermarkt.de geht die Statistik zu Trainerwechseln bis in die Saison 1981/82 zurück. Dort findet man die Anzahl der Vereine, die mindestens einen Trainerwechsel vollzogen – egal, ob während oder nach einer Saison –, die Anzahl der Wechsel insgesamt sowie die während einer Spielzeit. In diesem Zeitraum entschieden sich pro Saison durchschnittlich elf Vereine zu mindestens einem Wechsel. Am höchsten lag diese Zahl während und nach der Saison 1992/93. Damals bestand die zweite Liga noch aus 24 Mannschaften – 20 davon wechselten den Trainer. Schaut man auf die Anzahl der Wechsel während einer Saison, sticht die Spielzeit 2000/01 heraus. Ganze 23 Mal wechselten die Vereine den Trainer – zehn davon waren jedoch nur interimsmäßig tätig. Nichtsdestotrotz ist dies eine hohe Anzahl an Übungsleitern, die vorübergehend oder längerfristig für die jeweiligen Mannschaften verantwortlich waren. Zu den bekanntesten Namen zählten damals Klaus Toppmöller, der beim 1. FC Saarbrücken entlassen wurde, und Hermann Gerland, dessen Tätigkeit in Ulm vorzeitig endete. Aus Sicht der Trainer kann man nur hoffen, dass diese Spielzeit trotz einiger Entlassungen zu Saisonbeginn keine Rekordsaison wird.

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