Nach dem Rücktritt des langjährigen Kapitäns Marius Sowislo wird das Amt beim Zweitliga-Aufsteiger 1. FC Magdeburg neu vergeben.

Von
Manuel Holscher

Manuel Holscher
Magdeburg l Rund fünf Jahre war Marius Sowislo FCM-Kapitän. Ex-Trainer Andreas Petersen nahm ihn damals in die Verantwortung, der Mittelfeldspieler zahlte das Vertrauen mit Leistung zurück und füllte diese Rolle in der Folge auch neben dem Rasen immer besser aus.

Auch unter Jens Härtel trug Sowislo die Binde und war gerade in kritischen Momenten immer wieder derjenige, der extern und intern vermittelte. Mit dem Rücktritt des 35-Jährigen ist beim Club jetzt aber ein Vakuum entstanden, das neu gefüllt werden muss. Jeder Trainer hat bei der Kapitänswahl seine eigene Philosophie, manche lassen ihn von der Mannschaft wählen, andere bestimmen ihn selbst. „Jeder muss für sich entscheiden, wie er es macht. Ich habe mit meiner Herangehensweise gute Erfahrungen gemacht“, versichert Härtel.

Beck und Butzen sind Favoriten

Der FCM-Trainer favorisiert eine Mischung aus beiden Varianten. Zunächst wird der Mannschaftsrat von den Spielern gewählt. Aus diesem Kreis bestimmt der Coach dann seinen Kapitän. Bei der Entscheidung, wer die Mannschaft in der 2. Bundesliga auf den Rasen führen wird, will sich Härtel aber noch etwas Zeit lassen. „Erstmal müssen sich alle Spieler kennenlernen. Ich halte nichts davon, bereits in der ersten Woche einen Kapitän zu bestimmen“, sagt Härtel. „Nach drei oder vier Wochen, in denen man fast täglich zusammen auf dem Platz ist, können alle einschätzen, wer für eine solche Rolle geeignet ist.“ Im vergangenen Sommer wurde diese Entscheidung im Trainingslager getroffen, ob das diesmal wieder so ist, sei noch offen.

„Der Zeitpunkt des Trainingslagers ist diesmal anders. Deshalb müssen wir schauen, ob wir es wieder so machen. Wir haben keinen Zeitdruck, auch wenn ich meine Kandidaten schon im Kopf habe“, so Härtel. Zu diesen zählen Nils Butzen und Christian Beck. Torjäger Beck vertrat Sowislo in der Vergangenheit bereits, wenn dieser auf der Bank saß, verletzt oder gesperrt war. Butzen wiederum war bisher die Nummer drei der Rangfolge. „Marius hat das sensationell gemacht. Er hinterlässt riesige Fußstapfen“, versichern Beck und Butzen.

Unabhängig davon, wer es wird, beide gehören so oder so zu den Führungsspielern im Team. Für Butzen wäre das Amt als Kapitän sicherlich der nächste Entwicklungsschritt, um noch mehr Verantwortung auf und neben dem Platz zu übernehmen. Beck geht als lautstarker Spieler sowieso seit Jahren vorneweg. Für beide spricht, dass sie seit vielen Jahren im Verein und schon lange unumstrittene Stammspieler sind.

Kapitän ist Vertrauensperson

Härtel weiß, was er an beiden Spielern hat, und kennt sie ganz genau. Für den Coach ist das wichtig, weil der Kapitän für ihn eine Vertrauensperson mit einer besonderen Verantwortung ist. „Im Erfolgsfall ist es einfach, einen Pokal in die Höhe zu stemmen. Es gilt aber gerade auch, wenn der Erfolg mal ausbleibt, Rede und Antwort zu stehen“, sagt er. „Marius hat diese Rolle hervorragend ausgefüllt.“ Daran gilt es jetzt für seinen potenziellen Nachfolger anzuknüpfen.

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