Richard Weil ist beim Fußball-Drittligisten 1. FC Magdeburg nach seinem Lendenwirbelbruch momentan zum Zuschauen verurteilt.

Magdeburg l Mit schmerzverzerrtem Blick musste Richard Weil in der Partie gegen Rot-Weiß Erfurt (2:0) bereits in der ersten Halbzeit ausgewechselt werden. Die Szene, die zum Lendenwirbelbruch führte, war zunächst undurchsichtig. Weil, FCM-Torhüter Leopold Zingerle und der Erfurter Liridon Vocaj waren involviert. „Ich dachte zunächst, dass ich einen Kontakt mit Leopold hatte. Es stellte sich aber heraus, dass ich auf den Fuß von Liridon gefallen bin“, sagt Weil. „Wenn ich auf den Rasen gefallen wäre, wäre wahrscheinlich nichts passiert.“ Mit Vocaj hatte er nach der Partie noch Kontakt, beide spielten gemeinsam für die Würzburger Kickers. „Wir haben nochmal telefoniert, und er hat mir gute Besserung gewünscht“, so Weil. Mittlerweile hat der Defensivspieler keine Schmerzen mehr, „in den ersten zehn Tagen nach dem Lendenwirbelbruch war das anders“.

Comeback noch nicht in Sicht

Beim Blick auf sein Comeback muss sich Weil unterdessen gedulden. „Ich muss abwarten, bis der Knochen zusammengewachsen ist, und darf auf keinen Fall zu früh wieder anfangen, da der Wirbelsäulenbereich sensibel ist“, klärt der 29-Jährige auf. Bei jedem Menschen verlaufe der Heilungsprozess eines solchen Bruchs unterschiedlich. „Das kann vier Wochen, aber theoretisch auch zwölf Wochen dauern“, sagt der gebürtige Frankfurter. „Ich würde gerne nochmal in dieser Saison auf dem Platz stehen, setze mir aber kein Spiel oder Datum.“ Während der Rehaphase kann der Defensivspieler alles machen, was keine Schmerzen verursacht – vor allem Rückenschwimmen und Einheiten auf dem Fahrradergometer.

Auch wenn sich Weil momentan nicht das FCM-Trikot überstreifen kann, sucht er die Nähe zur Mannschaft. „Ich schaue, dass ich bei den Jungs bin, um nicht nur bei der Reha oder zu Hause zu sein“, betont er. „Ich rede viel mit jungen Spieler und gebe ihnen Tipps.“ Neben dem Platz unternimmt er regelmäßig etwas mit Tarek Chahed, Tobias Schwede und Jan Löhmannsröben sowie Felix Schiller und Christopher Handke.

Emotional auf der Tribüne

Beim 1:2 im Heimspiel gegen Jahn Regensburg fieberte Weil auf der Tribüne mit: „Ich bin dann voll dabei. Da fällt auch schon mal das eine oder andere Wort, wenn eine Entscheidung nicht so passt.“ Nach der Partie diskutierte er zudem einige strittige Szenen mit seinen Mannschaftskollegen vor der Kabine. Weil, der erst im Winter aus Würzburg nach Magdeburg kam, hat sich schnell eingelebt. „Es ist nicht selbstverständlich, dass die Spieler einer Mannschaft auch so viel neben dem Platz miteinander machen. Ich fühle mich sehr wohl“, sagt er. Mittlerweile hat er auch eine eigene Wohnung und findet sich in der Stadt gut zurecht. „Nur die Baustellen und Staus machen mir schon ein bisschen zu schaffen“, sagt Weil mit einem Lächeln.

Zu gerne würde er in dieser Saison allerdings den Stau vor einem Heimspiel in Richtung MDCC-Arena in Kauf nehmen, wenn er dann nochmal auf dem Platz stehen könnte.

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