Zum dritten Mal in Folge spielte Richard Weil beim 3:1 des Drittligisten 1. FC Magdeburg gegen Preußen Münster im defensiven Mittelfeld.

Von
Manuel Holscher

Magdeburg l Abwehrchef, Innen- oder Außenverteidiger, defensives Mittelfeld, hängende Spitze – Richard Weil hat in seiner Karriere bereits auf einigen Positionen gespielt.

Beim FCM agierte der gebürtige Frankfurter seit seinem Wechsel vor rund einem Jahr von den Würzburger Kickers in erster Linie als Abwehrchef. Trainer Jens Härtel war sich aber durchaus bewusst, dass Weil früher auch im Mittelfeld aufgelaufen ist. „In der zweiten Mannschaft von Eintracht Frankfurt habe ich eigentlich alle Positionen, von der Abwehr bis zur hängenden Spitze, gespielt. In Heidenheim lief ich dann drei Jahre lang im Mittelfeld auf“, erklärt er. „Erst bei Mainz II bin ich in die Abwehr gegangen, weil sich das bei dieser jungen Mannschaft angeboten hatte.“

Dort blieb Weil dann auch in Würzburg. Die Flexibilität, auf mehreren Positionen spielen zu können, war für ihn allerdings nicht nur ein Vorteil. „Es kann auch schlecht laufen, wenn man nicht auf eine Position spezialisiert ist“, betont der Spieler mit der Rückennummer 37.

Weil froh über Einsatzzeiten

In den vergangenen drei Partien hat sich Weil beim FCM auf der Position vor der Abwehr aber immer weiter gesteigert und scheint mittlerweile im defensiven Mittelfeld angekommen zu sein. „Je mehr Spielpraxis man hat, umso sicherer ist man. Das gilt auch für einen Positionswechsel“, sagt er. „In der Innenverteidigung geht es vor allem um Sprints und Zweikämpfe. Im defensiven Mittelfeld sind es mehr Läufe und weitere Wege. Ich muss oft verschieben und auch Löcher stopfen. Ich denke, dass es Schritt für Schritt besser geworden ist.“ Dass Weil am liebsten im Mittelfeld aufläuft, steht für ihn allerdings nicht an erster Stelle. „Ich bin froh, dass ich überhaupt spiele. Wenn der Trainer denkt, dass ich dort wertvoller bin, freut mich das.“

In Frankfurt und Heidenheim war er auch torgefährlich und verbuchte einige Vorlagen. Eine Qualität, die er in Magdeburg weiter ausspielen könnte. Gegen die Preußen suchte er schon häufig den Weg in die Offensive. „Ich muss aber darauf achten, dass wir nicht zu offen sind, wenn ich nach vorne gehe. Dennis Erdmann ist als zweiter Sechser eh schon immer etwas offensiver“, erklärt Weil.

Das sieht auch Härtel so: „In erster Linie sollte Richard gegen Münster für defensive Stabilität sorgen. Bei einem Ballgewinn konnten die Sechser zwar auch mal nach vorne mitgehen. Gerade vor der Viererkette brauchten wir aber einen Spieler, der bei gegnerischen Kontern ein Stoppzeichen setzt. Das hat in der ersten Halbzeit in ein, zwei Szenen nicht optimal geklappt, deshalb haben wir etwas nachjustiert, um eine bessere Balance zu bekommen.“

Blick in die Zukunft

In den kommenden Wochen gelte es laut Weil, an einem Strang zu ziehen und den Gegnern, die sich noch besser auf den FCM eingestellt haben, das eigene Spiel aufzuzwingen. „Zuletzt haben wir den Ball im letzten Drittel zu schnell verloren. Das war jetzt gegen Münster schon viel besser“, sagt er. Und weiter: „Wir haben in den vergangenen Wochen nie an uns gezweifelt und die Situation ganz sachlich analysiert, ohne emotional zu werden. Wenn wir unsere Leistung bringen, können wir gegen jede Mannschaft der Liga gewinnen.“

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