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Fünf Spiele vor dem Ende der Hinrunde hat sich der 1. FC Magdeburg jenseits von Gut und Böse platziert. Mit 17 erzielten Zählern rangieren die Elbstädter im hinteren Mittelfeld, weisen aber zu den nach oben wie nach unten entscheidenden Rängen einen ähnlichen Abstand auf. Rein theoretisch ist somit sowohl Höhenflug als auch Absturz noch möglich.

Ein Baustein fehlt

Realistisch aber muss in Sachsen-Anhalt die Lage anders eingeschätzt werden: Aktuell steht der FCM nicht zu Unrecht nur im Mittelfeld. Denn die Elf von Jens Härtel weist zur Überraschungssaison 2015/2016 einige Veränderungen auf – und das nicht einmal personeller Natur. Schließlich wurden die Leistungsträger gehalten, gezielt Verstärkungen gesucht und diese etwa in Tobias Schwede auch gefunden. Natürlich erwischte der 1. FC Magdeburg bisher ebenso Fehleinkäufe wie etwa den völlig abgetauchten Maurice Exslager, das Grundpotenzial der letzten Spielzeit sollte jedoch weiterhin auf dem Rasen stehen. Nur: Es scheint ein Baustein zum Erfolg des Vorjahres zu fehlen. Und diesen auszumachen, ist keine leichte Aufgabe.

Die Heimstärke ist gewichen

An Torjäger Christian Beck kann es nicht liegen. Neun Tore erzielte dieser in 14 Partien und schickt sich damit an, bei gleichbleibender Form wieder auf Sicht die 20-Tore-Marke anzuvisieren. Fast schon muss die Härtel-Elf hoffen, dass die Lebensversicherung der Blauen seine Fitness und vor allem den Gesundheitszustand beibehält. Denn: Andere Statistiken können in der Elbstadt durchaus Sorge verbreiten. So ist etwa die Heimstärke der vergangenen Saison vorerst dahin. Teils setzte es deutliche Niederlagen. Einzig einem Hoch von vier Siegen in Folge ist es zu verdanken, dass der Fußballclub nicht tief im Schlamassel steckt. Dahinter verbargen sich mit dem 3:2-Sieg in Münster oder einem 1:0-Erfolg gegen Holstein Kiel auch durchaus glückliche Spielverläufe. Nur durch ausbleibendes Fortune lässt sich der Trend damit nicht erklären – auch wenn allen voran im Heimspiel gegen Hansa Rostock der späte Ausgleich des Gastes enorm ärgerlich wie vermeidbar geriet.

Die 3. Liga kennt den FCM

Beim FCM ist momentan mehr Rück- als Fortschritt zu erkennen. Die Stabilität in der Defensive befindet sich nicht auf dem Niveau des Vorjahres, zudem ist der Überraschungseffekt und die Euphorie des mutigen Aufsteigers abgeklungen. Das schwere zweite Jahr, es erwischt auch den 1. FC Magdeburg. Die 3. Liga hat sich zunehmend auf den Stiefel der Magdeburger eingestellt, sodass die Durchschlagskraft seltener zum Tragen kommt. Es braucht schon geniale Aktionen wie das hervorragend ausgespielte 1:0 gegen Rostock oder auch den punktgenauen Löhmannsröben-Distanzschuss in Regensburg. So manches Mal kann auch die individuelle Qualität von Beck den Ausschlag geben – ihm fehlte jedoch sein Zuspieler Manuel Farrona Pulido in den letzten Wochen.

Schweres Restprogramm

Wie geht es in Magdeburg weiter? Ohne Pause werden nun die letzten fünf Partien bis zum Winter durchgezogen, die für den FCM ein hartes Programm mit sich bringen. Auswärtsspiele bei der SG Sonnenhof Großaspach sowie dem FSV Frankfurt und den Sportfreunden Lotte stehen das Derby gegen den Halleschen FC sowie der VfR Aalen im heimischen Stadion gegenüber. Nach vier sieglosen Partien in Folge steht der FCM schon gegen die SG trotz einiger gesperrter Spieler unter Zugzwang – zurück in den Tabellenkeller will nun wirklich niemand rutschen. Gelingt jedoch bis zum Winter keine eindeutige Trendwende, dann muss spätestens zum Jahreswechsel über Verpflichtungen nachgedacht werden. Insbesondere in der Defensive hatten sich zuletzt gleich mehrere Spieler vorgestellt, ohne dass ein Engagement zustande kam.

Was geht für den 1. FC Magdeburg noch in der Hinrunde?

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