Obwohl sich der Rasen in der MDCC-Arena zuletzt im desaströsen Zustand befand, ist vorerst kein neuer für den 1. FC Magdeburg in Sicht.

Von Kevin Gehring

Magdeburg l Wann immer sich die Spieler des 1. FC Magdeburg und des SV Waldhof Mannheim am Sonnabend auf den Außenbahnen in harten Zweikämpfen duellierten, staubte es – im wahrsten Sinne. Die Seitenlinie vor der Haupttribüne verschwand während der 90  Minuten zusehends. Stattdessen hinterließ Schiedsrichter-Assistent Jost Steenken immer tiefere Gräben im mit reichlich Sand bearbeiteten Rasen.

Ohnehin war der Platz in der MDCC-Arena – wie schon bei den vorigen fünf Heimspielen in diesem noch jungen Kalenderjahr – in einem kritischen Zustand. Anstatt eines grünen Geläufs präsentiert sich der Naturrasen derzeit als Flickenteppich mit vielen Unebenheiten und notdürftig ausgebesserten Stellen.

Titz krisiert „sehr schlechten Zustand“

Fußballspielen ist darauf sehr schwierig, da waren sich am Sonnabend die Spieler und Verantwortlichen beider Seiten sowie die Zuschauer vor dem heimischen Bildschirm einig. „Fakt ist, dass unser Platz in einem sehr schlechten Zustand ist“, nahm FCM-Cheftrainer Christian Titz kein Blatt vor den Mund. Sein Gegenüber Patrick Glöckner stimmte dem zu: „Auf dem Platz waren spielerische Elemente Nebensache.“

Dennoch bemühten sich die Hausherren, deren Neutrainer gerne auf flaches Kombinationsspiel setzt, ihr System aufzuziehen. „Auf dem Geläuf gehst du wirklich ein Risiko ein, wenn du versuchst, das Spiel mit dem Ball zu gestalten“, sagte Titz. Ansehnliche Kombinationen wie noch zuletzt in Wiesbaden oder Köln gab es daher beim 1:1-Unentschieden nahezu keine.

Darum hofft Titz auf eine baldige Besserung der Lage. „Das ist derzeit kein Rasenplatz“, kritisierte der 49-Jährige. „Deshalb würde ich mich freuen, wenn wir es in naher Zukunft hinbekommen, dass unser Spielfeld in einem ähnlichen Zustand ist wie die Felder, auf denen wir auswärts antreten.“

Kein Rasen-Wechsel vorgesehen

Der Hoffnung auf eine schnelle Sofortlösung nimmt der Stadionbetreiber, die Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg (MVGM), jedoch Wind aus den Segeln. „Derzeit ist nicht vorgesehen, einen neuen Rasen zu verlegen“, erklärte Jana Bork, Leiterin Werbung und Öffentlichkeitsarbeit der MVGM, gestern auf Volksstimme-Anfrage.

Stattdessen solle versucht werden, den im Januar 2019 verlegten und im Sommer 2020 teilweise erneuerten Rasen gesundzupflegen. „Uns liegt es natürlich am Herzen, dass der FCM für seine Heimspiele die besten Bedingungen vorfindet“, so Bork, „darum stehen wir mit einer Fachfirma im engen Austausch, um uns über die bestmöglichen Pflegemaßnahmen abzustimmen.“

Die Sonne fehlt

Dass das Grün in der MDCC-Arena überhaupt in diesen desolaten Zustand geriet, hat mehrere Gründe. „Größtes Problem ist die großzügige Überdachung, die weit über die Zuschauerränge reicht“, erläuterte Bork, „dadurch bekommt der Rasen nur wenig natürliche Sonne.“ Eine Besonnungsanlage, die dagegen Abhilfe schaffen könnte, sei „extrem teuer“ und daher keine Option.

Die Mehrbelastung durch die ständigen englischen Wochen, die in diesem Jahr stark eingekürzte Winterpause sowie die zeitweise extreme Witterung mit Minusgraden und starkem Schneefall taten ihr Übriges: „Der Rasen hatte keine Zeit, sich davon zu erholen“, so Bork.

Hoffnung auf Besserung

Mit der zweiwöchigen Pause bis zum Heimspiel gegen den 1.  FC Kaiserslautern erhoffen sich alle Beteiligten eine Besserung – sogar Waldhof-Trainer Glöckner. „Normalerweise habt ihr eine so spielstarke Mannschaft mit sehr guten Einzelspielern. Und auch die Spielanlage ist schwer zu verteidigen. Deswegen tut es mir leid, dass ihr auf so einem Platz spielen müsst“, richtete dieser tröstende Worte in Richtung FCM.

Zuvor geht es für die Titz-Elf aber am Sonnabend zum dritten Mal in dieser Saison nach München zum FC Bayern II. Der Rasen im Stadion an der Grünwalder Straße dürfte sich in einem wesentlich besseren Zustand als der eigene präsentieren.

Weitere Infos: www.volksstimme.de/fcm-blog

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