Köln –

28 Punkte, Platz zehn. Nach der Rekord-Drittliga-Hinrunde beginnt für den SC Fortuna Köln am Samstag (14 Uhr, Südstadion) die Rückserie und damit die schwierige Mission „Leistung bestätigen“. Denn gleich zu Beginn wartet Aufstiegsaspirant 1. FC Magdeburg. Dem Tabellenzweiten gelangen vor der Winterpause sechs Pflichtspielsiege in Serie. Wie ist der Stand der Dinge bei der Fortuna? Wir beantworten die wichtigsten Fragen vor dem Rückrundenstart.

Wie lief die Vorbereitung?
Durchwachsen. Aufgrund der Witterungsbedingungen konnte die Fortuna bislang nur auf Kunstrasen spielen und trainieren. Für Routiniers wie Kristoffer Andersen und Johannes Rahn ist dieser Untergrund allerdings Gift für die ramponierten Gelenke. Die Testspiele (drei Siege, eine Niederlage) verraten traditionell wenig über den Leistungsstand des Teams – allerdings kann Trainer Uwe Koschinat diesen „Testspielmodus“ seiner Elf in seinem mittlerweile sechsten Fortuna-Jahr gut einordnen. Deutlich problematischer sind die Nachwirkungen einer heftigen Grippewelle im Team.

Wie ist die Personalsituation vor dem Magdeburg-Spiel?
„Sorgenkinder gibt es reichlich“, sagt Koschinat.  Marc Brasnic, Serhat Koruk und Dennis Engelman verpassten wegen der Grippewelle fast die gesamte Vorbereitung. Oliver Schröder fällt mit einer Bauchmuskelzerrung aus, Rahn hat Rückenprobleme. „Er ist über die Schmerzgrenze hinausgegangen, aber irgendwann ging es nicht mehr“, so Koschinat. Auch die Rückkehr von Cédric Mimbala nach seinem Muskelfaserriss ist nicht nach Wunsch verlaufen. „Erst hat ihn ein Magen-Darm-Infekt und dann ein Pferdekuss zurückgeworfen“, erklärt der Trainer.

Wer sind die Gewinner des Winters?
Die meisten Punkte konnte Christopher Theisen sammeln. Der Mittelfeldspieler blieb unverletzt und konnte mit starken Auftritten und Toren in den Testspielen glänzen. „Er hat noch einmal richtig draufgepackt und ist eine echte Alternative“, lobt Koschinat. Theisen kam im offensiven Mittelfeld zum Einsatz, nachdem er sich zum Ende der Rückrunde auf der Sechser-Position zwei Gelb-Rote Karten eingehandelt hatte. Fortunas Trainer hob zudem Flügelstürmer Kai Bösing als „sehr engagiert“ heraus. Innenverteidiger Florian Hörnig ist nach seiner langwierigen Oberschenkelverletzung wieder bei 100 Prozent und könnte von Mimbalas Rückschlägen profitieren.

Geht die Torwart-Rotation weiter?
Das möchte Koschinat nicht öffentlich kommunizieren, er lässt sich alle Optionen offen: Es sei möglich, dass es wieder eine klare Nummer eins gibt. „Die Rotation hat allerdings auch hervorragend geklappt“, sagt der Coach. Wie sein Torwarttrainer Toni Hafkemeyer schon im Interview mit dieser Zeitung erklärte, könne eine Entscheidung auch mit Hinblick auf die nächste Saison fallen – die Verträge von Andre Poggenborg und Tim Boss laufen jeweils aus. Der Faktor Alter, der Routinier ist zehn Jahre älter als der Herausforderer, soll dabei keine Rolle spielen.

Warum gab es keinen Neuzugang?
Der Transfermarkt gab offenbar keinen geeigneten Kandidaten her. Gesucht wurde allenfalls ein Stürmer, der der Mannschaft sofort weitergeholfen hätte. Investitionen in die folgende Saison – wie Julius Biada, Cimo Röcker oder Mimbala in den letzten Jahren – waren ohnehin ausgeschlossen. Zudem setzt Koschinat weiter voll auf seinen Torjäger Hamdi Dahmani. Doch der Trainer erkennt natürlich das Risiko: „Sollte er ausfallen, würden wir ohne Mittelstürmer dastehen, weil im Moment Rahn, Brasnic und Koruk keine Alternativen sind.“

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