Volksstimme vom 26.10.2015
Autor: Uwe Tiedemann
Ryan Malone, der US-Boy in Reihen des FCM, durfte gegen Wehen Wiesbaden erstmals von Beginn an ran und erzielte kurz vor Schluss das 1:0.

Magdeburg l Als Schiedsrichter Christian Dietz (Kronach) die Partie am vergangenen Sonnabend nach 93 Minuten abpfiff, wusste Malone, was als Erstes zu tun war. Der frühere College-League-Kicker aus Massachusetts stürmte übers halbe Spielfeld Richtung Seitenlinie, wo Lebensgefährtin Katy stand und mit einem innigen Kuss bedacht wurde.

Zehn Minuten zuvor hatte Malone per Kopf den Siegtreffer erzielt, die MDCC-Arena – wieder einmal – in ein Tollhaus verwandelt und auch Trainer Jens Härtel – wieder einmal – alles richtig gemacht. Denn er stellte den Amerikaner, bislang kaum berücksichtigt, erstmals in die Anfangsformation. „Ich hatte das Gefühl, auf der linken Abwehrseite etwas verändern zu müssen, weil es dort in den letzten Spielen gerade gegen Ende ein paar Lücken gab. Ryan hat seine Sache sehr solide gemacht und mit dem Tor dem Ganzen die Krone aufgesetzt“, sagte Härtel. Und zu Burak Altiparmak, der für Malone weichen musste: „Ich bin nicht unzufrieden mit Burak, aber seine Qualitäten liegen vor allem im Spiel nach vorn. Und diesmal ging es darum, gegen eine Mannschaft wie Wehen Wiesbaden mit hoher Qualität im Angriff hinten stabil zu sein.“

„Ich habe im Training immer Gas gegeben und mich angeboten und natürlich riesig gefreut, als mir der Trainer sagte, dass ich am Sonnabend von Anfang an spielen darf. Dass mir dann auch noch das entscheidende Tor gelingt, ist natürlich ein grandioses Gefühl. Ich bin froh, dass ich von dem Vertrauen, das mir der Trainer geschenkt hat, etwas zurückgeben konnte“, sagte Malone, dessen wichtigste Bezugsperson – neben Freundin Katy – im Team der Kanadier André Hainault ist, weil dieser beide Sprachen beherrscht, Malone dagegen nur gebrochen Deutsch: „Ich kann jederzeit zu ihm kommen, das hilft mir enorm“, so der US-Boy, der nun natürlich darauf hofft, „dass ich häufiger zum Einsatz komme“.

Dass es ausgerechnet Hainault war, der – ebenfalls per Kopf – die Vorlage zum goldenen Tor gab und der Freistoß vom kurz zuvor eingewechselten und wieder fitten Routinier Lars Fuchs kam, passte irgendwie ins Bild.

„Es ist immer schön, wenn man beim Jubeln dabei sein kann. Und ein bombastisches Gefühl, wenn man beim Einwechseln so gefeiert wird“, sagte Fuchs, der von einem verdienten Sieg sprach: „Wir haben gut verteidigt und dann mit zunehmender Dauer und zwei neuen Offensivspielern Wehen fast eingeschnürt.“ Was am Ende dank Malone zum ersten Dreier nach fünf sieglosen Spielen in Folge und zum Sprung auf Platz vier führte.

FCM: Glinker – Butzen, Handke, Hainault, Malone, Löhmannsröben, Brandt (76. Fuchs), Sowislo, Chahed (76. Razeek), Hebisch (85. Farrona-Pulido), Beck

Wehen: Kolke – Funk, Geyer, Dams, Mintzel, Mrowca (87. Mayer), Book, Pezzoni, Blacha (89. Schindler), Oehrl, Schnellbacher (87. Sene)

Schiedsrichter: Dietz (Kronach). Zuschauer: 14 981. Tor: 1:0 Malone (83.). Gelb: Löhmannsröben, Butzen, Chahed / Dams, Pezzoni, Funk

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