Es ist eine längst verblasste Erinnerung: Der 1. FC Magdeburg spielte sich 1974 an die Spitze des Europacups und setzt einen einmaligen Rekord. Als einzige Fußballmannschaft aus der DDR gelang den Magdeburgern das scheinbar Unmögliche. Heute ist von den glanzvollen Zeiten weniger zu spüren.

Sie schafften, was keinem Verein aus den alten Bundesländern gelang. Mit einem denkwürdigen Sieg schossen sich die Spieler des 1. FC Magdeburgs vor mehr als 40 Jahren auf das Siegertreppchen des Europapokals und verbuchten ihren größten Erfolg der Vereinsgeschichte.  Gegen den AC Mailand liefen die Ostdeutschen damals in Rotterdam auf und brachten den Pokal nach Hause.

Eine Bodenplatte vor dem Stadion in Magdeburg erinnert noch heute an den spielerischen Erfolg. Am 8. Mai 1974 kickte Wolfgang Seguin sein Team zum Sieg und entschied das Spiel 2:0 für Magdeburg. Eine Mischung aus Glück und Können: Dem entscheidenden Tor ging ein Eigentor des AC Mailand voraus, das den Magdeburgern einen unerwarteten Vorsprung lieferte. Somit wurde die Kraft der Mannschaft beflügelt, um diese Vorlage gekonnt auszubauen. Eine Entscheidung, die Geschichte schrieb.

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Vom Champion in die 3. Liga

Dem damaligen Mannschaftskapitän Manfred Zapf ist es zu verdanken, dass der Teamspirit maßgeblich zum legendären Sieg führte. Doch die Zeiten, in denen Magdeburg von diesem Ruhm zerren kann, sind mit den Jahren verschwunden. Von der Spitze des Fußballs ging es für den Verein in die 3. Liga, wo sich die Jungs und der jüngst eingesetzte Trainer Claus-Dieter Wollitz die Punkte zum Klassenerhalt sichern. Zuvor sorgte Wollitz beim Regionalliga-Tabellenführer FC Energie Cottbus für Dampf und stieß pünktlich zum Jahreswechsel zu den Magdeburgern.

Ob er einen Erfolg wiederholen kann, der für genügend Push sorgt und den Drittligisten wieder zu alten Erfolgen führt, bleibt abzuwarten. Das Kräftemessen in der Champions League wird so schnell nicht stattfinden. Dagegen sind Vereine wie FC Bayern oder FC Chelsea Dauergäste im Wettstreit um den Europapokal und sorgen mit ihren Champions League-Quoten für doppelte Spannung beim Spiel. Für die kommende Partie im Februar stehen die Quoten bei 3,50 (Stand: 09.01.) auf Unentschieden.

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Nöte auf ganzer Linie

Bevor sich der 1. FC Magdeburg wieder auf diese Ziele konzentriert, müssen zuerst an anderen Stellen Lösungen gefunden werden. Die Zusammenarbeit mit dem neuen Trainer muss sich einspielen und die Verstärkung im Team muss dringend ausgebaut werden. Aktuell sind mehrere Optionen auf dem Tisch, wer sich in die Reihen des blau-weißen Drittligisten eingliedern könnte, doch eine feste Zusage ist noch nicht gefallen. Geschäftsführer Mario Kallnik ist sich der Dringlichkeit bewusst, aber will auch keine überstürzte Handlung vornehmen. Die Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und sportlichem Ehrgeiz ist manchmal schwer zu halten.

Dennoch stehen die Fans hinter ihrem Verein und drücken den Spielern die Daumen. Im kommenden Spiel gegen den Erstligisten Royal Excel Mouscron aus Belgien kann sich der 1. FC Magdeburg der Unterstützung aus den eigenen Reihen sicher sein. Vielleicht ist es der Auftakt in ein neues Jahrzehnt auch im fußballerischen Sinne für die Mannschaft aus dem Osten und der erhoffte Aufstieg kommt so schnell wie der Champions League-Sieg 1974.


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