Von Jan Ahlers

Was für eine verrückte Hinrunde beim 1. FC Magdeburg: Aus dem Keller arbeitete sich die Elf von Jens Härtel nach oben – und binnen weniger Wochen spielten die Elbstädter das gesamte Szenario nochmals durch. Nach dem nunmehr dritten Sieg in Serie eroberten die Magdeburger das obere Tabellendrittel und gehen vorübergehend auf Tuchfühlung mit den Spitzenplätzen.

FCM-Bollwerk hält nach der Führung

Der Trend hat wohl entschieden: Während der FSV Frankfurt zuletzt drei Pflichtspiele in Serie kein Tor mehr erzielt hatte und das Zwischenhoch abgeebbt war, schlug der FCM im Vorfeld der Begegnung doppelt zu und erarbeitete sich so das nötige Selbstvertrauen. Und vielleicht auch wieder das nötige Glück? Als Julius Düker, bisher noch ohne Treffer im Dress der Härtel-Elf, nach 19 Minuten sehenswert zur Führung einschoss, hatte sich das nämlich nicht wirklich angedeutet. Ganz im Gegenteil hatte eher der FSV Frankfurt ab der zehnten Spielminute die Spielkontrolle übernommen, ehe Magdeburg den Bornheimern einen mächtigen Schlag ins Kontor verpasste. Was geschah? Nicht mehr viel! Halbchancen auf beiden Seiten in einem Kampfspiel, aber das Magdeburger Bollwerk um Felix Schiller, Nico Hammann und Christopher Handke verdiente sich gute Noten und ließ kaum noch eine nennenswerte Szene der Hausherren zu. So einfach kann ein Auswärtssieg funktionieren!

Magdeburg ist eine Auswärtsmannschaft geworden

Aus dem knappen 1:0-Erfolg kann der 1. FC Magdeburg gleich mehrere Erkenntnisse ziehen. So ist aus dem FCM etwa – und das kommt nach den Erfahrungen der Vorsaison durchaus überraschend – eine Auswärtsmannschaft geworden: Hinter dem MSV Duisburg belegt der Fußballclub im Auswärtsranking den zweiten Tabellenplatz, hat auf fremdem Platz mehr Punkte als im eigenen Stadion erzielt. Auf den ersten Blick eine interessante Entwicklung, obgleich die Blau-Weißen durch ihre stets geballte Schar an Auswärtsfahrern auch am Bornheimer Hang ein akustisches Heimspiel besaßen. Das schadet dem Erfolg sicherlich nicht. Zur Erinnerung: Ein Jahr zuvor dauerte es bis in die Rückrunde hinein, ehe Magdeburg überhaupt seinen ersten Auswärtssieg auf dem Konto verbuchen durfte. Die Elf von Fußballlehrer Härtel hat offenbar dazugelernt.

Düker nutzt seine Chance

Noch wichtiger aber gerät die Feststellung: Der 1. FC Magdeburg ist in diesen Wochen nicht mehr von Christian Beck abhängig. Dieser sah bekanntermaßen beim ersten der drei Erfolge in Großaspach die Rote Karte und fehlte seitdem gesperrt. Doch der FCM blieb dran und hat Akteure im Kader, die die Lücke zu füllen wissen – allen voran Julius Düker, der zu Saisonbeginn noch völlig außen vor war. Düker und Florian Kath als Pendant zu Manuel Farrona Pulido und Christian Beck, schlecht funktioniert das nicht. Beseitigen die Elbstädter eine große, wenn nicht sogar die größte Baustelle im ansonsten ausgewogenen Kader? Es könnte der Schlüssel zu einer erfolgreichen Spielzeit sein. Einen Aufstiegsfavoriten sollte trotz dieser Momentaufnahmen niemand aus dem Club machen: Daheim gegen den VfR Aalen und auswärts bei den Sportfreunden Lotte steht Magdeburg noch ein kompliziertes Weihnachtsprogramm ins Haus. Erst danach lassen sich, wenn überhaupt, neue Prognosen treffen

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