Volksstimme vom 03.08.2015
Autor: Uwe Tiedemann

FCM-Trainer fordert nach Dusel-2:2 in Mainz Steigerung / Butzen bricht sich Nasenbein

Zwei Spiele, vier Punkte – vom Ergebnis her ist der Saisonstart von Drittliga-Aufsteiger 1. FC Magdeburg gelungen. Sportlich fällt dem Club, wie beim schmeichelhaften 2:2 am Freitagabend in Mainz deutlich zu sehen, die Umstellung noch schwer.

Magdeburg l „Wenn mir jemand zu Beginn gesagt hätte, dass wir mit vier Punkten aus zwei Spielen in die Saison starten, hätte ich sofort unterschrieben“, brachte es Innenverteidiger Felix Schiller nach dem hart umkämpften Remis im Bruchwegstadion auf den Punkt. „Mainz verfügt über eine ganz starke Truppe. Wer weiß, wie viele Mannschaften hier überhaupt etwas mitnehmen“, fügte der 25-Jährige hinzu, der gleich zweimal in elfmeterreife Situationen verwickelt war. Schiller beteuerte zwar, „dass es beide Male kein Handspiel“ gewesen sei, doch die TV-Bilder zeigten: Zumindest bei der Aktion in der zweiten Halbzeit, als er den Ball mit dem Arm berührte, hätte sich der Club nicht beschweren können, wenn Schiedsrichterin Riem Hussein bei ihrem Profi-Debüt gepfiffen hätte.

Ohnehin wurde die Begegnung nach der Pause zu einer Zitterpartie und Trainer Jens Härtel immer nervöser. Der eine Punkt hing am seidenen Faden. In der Schlussphase lief er in der Coaching-Zone auf und ab, gestikulierte wild und wäre am liebsten selber aufgelaufen.

„Wir hatten zu wenig gute Phasen, müssen uns deutlich steigern, konsequenter und mutiger auftreten, vor allem gezielter wehren, wenn der Gegner einen solchen Druck aufbaut“, forderte Härtel, der aber auch Positives bei seiner Elf gesehen hatte: „Die Standards haben gut funktioniert, wir haben daraus zwei Tore gemacht. Außerdem ist die Mannschaft nach den beiden Gegentoren nicht etwa eingeknickt, sondern hat sauber verteidigt. Und was mir ebenfalls gefallen hat: Die Mentalität stimmt. Die Jungs waren selber nicht zufrieden mit dem, was sie abgeliefert haben.“

Von der Physis her musste sich der FCM, der durch die Treffer von Nicolas Hebisch (6.) und Lars Fuchs (20.) einen Traumstart erwischt hatte, in der Tat nicht verstecken. Allerdings gelang es speziell nach der Pause viel zu selten, sich aus der Umklammerung zu befreien, selber Akzente nach vorne zu setzen. Schiller: „Wir hätten das Spiel beruhigen müssen. Aber das sagt sich so leicht. Die dritte Liga ist schon eine gewaltige Umstellung.“

So konnte der Neuling von Glück sagen, dass es nach dem Gewaltschuss von Devante Parker (FCM-Keeper Jan Glinker: „Schon als der Flatterball auf mich zukam, wusste ich, dass der nur schwer zu halten ist“) und dem Ausgleich durch Julian Derstroff beim 2:2 blieb.

Der eigentliche Pechvogel in Mainz aber war Nils Butzen, der über Facebook mitteilte: „Vielen Dank für die überragende Unterstützung. Leider habe ich mir während des Spiels das Nasenbein gebrochen und werde am Montag operiert. Ich hoffe, so schnell wie möglich wieder fit zu werden.“

Wie der FCM am Wochenende bekanntgab, ist der Dauerkartenverkauf nach 5900 Tickets, dem besten Wert seit 25 Jahren, gestoppt worden.

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