Von Anne Toss ›

Für „Block U“ reicht die Suche des 1. FC Magdeburg nach einem neuen sportlichen Leiter nicht aus.

Magdeburg l Der sportliche Niedergang des Vereins ist es, der die in „Block U“ versammelten FCM-Ultras umtreibt. Am späten Sonntag meldeten sie sich deshalb mit einer Stellungnahme zu Wort, die zwei konkrete Forderungen beinhaltet: Geschäftsführer Mario Kallnik und Trainer Thomas Hoßmang sollen zurücktreten oder abgesetzt werden. Der halbe „Rauswurf“ von Kallnik – er hat das Amt als sportlicher Leiter am Sonntag niedergelegt, bleibt aber Geschäftsführer – konnte somit nicht beruhigen: „Die Pressemitteilung verstehen wir als peinlichen Schnellschuss, wohlwissend getroffen, um die brodelnde Fanszene zu beruhigen und als letzte Chance, die eigenen Felle zu retten.“

Ein Mitglied von „Block U“, im Folgenden Heiko Laessig genannt, berichtet: „Unsere größte Sorge ist, dass das strukturelle Problem beim Verein nicht angegangen wird. Das ist unserer Meinung nach aber ausschlaggebend für die Misere.“ In der Stellungnahme ist von „personellen Fehlentscheidungen“ Kallniks die Rede, er habe sich zudem gegen eine Neuinstallation der sportlichen Leitung entschieden, „um in seiner Kompetenz nicht beschnitten zu werden“.

Petermann mit Vdeo-Botschaft

Dieser Ansicht widersprach gestern Aufsichtsratsvorsitzender Lutz Petermann per FCM-Videobotschaft: „Es stand schon immer fest, dass Mario Kallnik diese Funktion nur interimsmäßig übernommen hat.“ Zurzeit befinde man sich in Gesprächen mit potenziellen Kandidaten, ausschlaggebend sei deren Erfahrung. „Mit Maik Franz haben wir gewissermaßen ein Experiment gewagt, was am Ende des Tages nicht zu hundert Prozent funktioniert hat. Der Neue soll in dieser Funktion mindestens Erfahrungen aus der 2. Liga mitbringen“, so Petermann. Gegen Ende dieser Woche, spätestens Anfang nächster Woche soll eine Entscheidung fallen.

Für Laessig und Co. grundsätzlich ein guter Schachzug. „Ein Blick von außen ist super“, bestätigt er, stellt aber auch die Frage in den Raum: „Mario Kallnik bleibt Geschäftsführer und wird somit weiterhin ins Tagesgeschäft eingreifen. Soll das wirklich so sein?“

FCM-Trainer nicht angetroffen

Vertreter von „Block U“ hätten nach der 2:5-Niederlage in Mannheim auch gerne Cheftrainer Thomas Hoßmang zur Rede gestellt, allerdings saß dieser Samstagnacht bei der Ankunft an der MDCC-Arena nicht mit im Mannschaftsbus. Auch deshalb sei die Stellungnahme veröffentlicht worden.

Bleibt die Frage, ob Rücktritte nicht eine fatale Folge nach sich ziehen könnten, nämlich ein Vakuum, das den FCM noch weiter in die Krise stürzt. Laessig dazu: „Davor mögen die handelnden Personen Bedenken haben. Keine Frage. Aber niemand ist unersetzlich. Und wer sich für unersetzlich hält, schafft die Probleme, die wir jetzt haben. Zweifelsfrei sollte es einem FCM gelingen, die kaufmännischen Aufgaben zuerst intern zu lösen und die Stelle zeitnah neu zu besetzen.“

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