Von Dennis Uhlemann ›

Für den FCM wird der letzte Test der Vorbereitung gegen Wolfsburg mit 2500 Fans ein Feldversuch für die Zuschauerrückkehr.

Magdeburg l Wenn der 1. FC Magdeburg am Sonnabend um 15.30 Uhr zum letzten Test der Vorbereitung gegen den Bundesligisten VfL Wolfsburg antritt, ist das laut Geschäftsführer Mario Kallnik „sportlich ein ordentlicher Härtetest“. Viel wichtiger ist dem 45-Jährigen aber, dass „wir unser Hygienekonzept testen können, das ist Gold wert“.

Denn wie am Dienstag verkündet wurde, hat das Sozialministerium für das Testspiel in der MDCC-Arena eine Ausnahmegenehmigung erteilt und 2500 Fans gestattet. „Das ist eine Bestätigung für uns“, sagt Kallnik. „Wir sind froh, dass uns die Kommunal- und Landespolitik sowie das Gesundheitsamt unterstützen.“ Klar ist aber auch: Es soll nur der erste Schritt sein. Für das erste Pflichtspiel im DFB-Pokal am Sonntag, den 13. September, um 18.30 Uhr sollen dann schon 7500 Zuschauer dabei sein.

Nach den Aussagen von Sozialministerin Petra Grimm-Benne („Wir werden das wohl nicht in dieser Höhe genehmigen“) steht das aber noch nicht fest. Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper betonte auf einer  Pressekonferenz am Mittwoch jedoch: „Ich werde dafür kämpfen, dass es klappt.“ Die Entscheidung fällt in Rücksprache mit dem Gesundheitsministerium in der kommenden Woche und wird in erster Linie von dem Testspiel abhängen, wofür Trümper aufgrund der geringen Fallzahlen an Corona-Erkrankungen in Sachsen-Anhalt guter Dinge ist.

„Vorreiter, ohne tollkühn zu sein“

„Wer sich aktuell in Magdeburg ansteckt, hat schon gewaltig Pech“, brachte auch Amtsarzt Dr. Eike Hennig die aktuell entspannte pandemische Lage auf den Punkt. Die Landeshauptstadt hat in den vergangenen Wochen auch schon bewiesen, dass große Sportveranstaltungen wie Galopprennen oder Box-Galas durchgeführt werden können. „Das waren alles Testvarianten mit sehr guten Hygienekonzepten“, sagt Hennig. „Wir sind da schon ein Vorreiter, ohne tollkühn zu sein.“

Und der FCM will diesen positiven Trend nun fortsetzen. Und hat dafür intensiv an dem Hygienekonzept gearbeitet. Dieses sieht vor, dass am Sonnabend die Haupttribüne und die Gegengerade geöffnet werden. Die Zuschauer müssen sich aber an einige Regeln halten. Die Stadiontore werden erst eine Stunde vor Anpfiff um 14.30 Uhr geöffnet, um die „Verweilzeit im Stadion zu senken und Ansammlungen zu reduzieren“, wie Kallnik sagt. Zudem müssen persönliche Daten zur möglichen Nachverfolgung angegeben und bis zum Erreichen des Platzes ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Die Sitzverteilung ist dabei ganz klar geregelt. Zwei zusammengehörende Personen sitzen nebeneinander, dann sind wieder zwei Plätze leer. In den Reihen wird dieses Schema jeweils versetzt angewendet, damit die Abstände von 1,5 Metern eingehalten werden. Laut Trümper liegt es jetzt an den Zuschauern, sich an die Regeln zu halten. Er betont: „Ich vertraue den Fans. Sie müssen jetzt zeigen, dass das gerechtfertigt ist.“

Stehplätze im ersten Schritt nicht vorgesehen

Nur dann könne die Zahl der Fans für das Pokalspiel verdreifacht werden. Was übrigens laut dem FCM und Trümper auch das Ziel für die ersten Spiele in der 3. Liga ist. „Es ist das Ziel, die Zuschauerzahl auch für die ersten Punktspiele in dieser Größenordnung einzupegeln“, sagt der Oberbürgermeister. Ob nun genau bei 7500 Zuschauern, bleibt abzuwarten. Aber viel mehr sei in der 28 000 Zuschauer fassenden MDCC-Arena bei Einhaltung der Abstände nicht zu verantworten.

Stehplätze sind dabei vorerst nicht vorgesehen. Zwar waren in einem ersten Konzept gut 4000 Stehplätze geplant, doch davon wurde wieder abgesehen. „Darüber können wir dann vielleicht im nächsten Schritt reden. Erstmal müssen die 7500 Fans genehmigt werden und wir müssen die ersten Spieltage ordentlich gestalten“, betont Kallnik.

FCM auf Zuschauer angewiesen

Und so schön das Stadionerlebnis für die Fans dann sein mag, der FCM muss auch den wirtschaftlichen Faktor im Auge behalten. Bei laufenden Kosten pro Spieltag von bis zu 40 000 Euro müssten laut dem FCM-Geschäftsführer schon mindestens 4000 Fans dabei sein, um die Kosten zu decken. Um einen Gewinn zu erzielen, entsprechend mehr. Weshalb er einmal mehr unterstreicht: „Fußball funktioniert in der 3. Liga nicht ohne Fans. Wir brauchen die Zuschauer. Sonst gehen auch bei uns irgendwann die Lichter aus.“

Umso wichtiger also, dass der Testlauf gegen Wolfsburg klappt und für den Pflichtspielbetrieb dann zumindest ein Teil der Zuschauer wieder bei den Heimspielen des FCM dabei sein darf.

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