Jan Glinker wird den 1. FC Magdeburg am Saisonende verlassen. Der Torhüter wechselt für zwei Jahre zum Regionalligisten Wacker Nordhausen.

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Magdeburg l Eigentlich schien die Situation von Jan Glinker bereits geklärt zu sein. Ende Februar sagte der 34-Jährige in der Volksstimme, dass der FCM seinen auslaufenden Vertrag verlängern möchte, sollte der Club in die 2. Liga aufsteigen.

Dazu wird es allerdings nicht mehr kommen, Glinker wird den Verein verlassen. Nach Marius Sowislo und Felix Schiller geht ein weiterer Spieler des „alten FCM-Kerns“. Glinker wechselte 2014 vom 1. FC Union Berlin nach Magdeburg. „Mein Berater und ich hatten mit Geschäftsführer Mario Kallnik im Winter ein Gespräch. Der FCM hätte ein Jahr mit mir verlängert, die Zahlen waren auch in Ordnung. Ich habe mich aber dagegen entschieden, weil ich in den letzten Jahre meiner Karriere unbedingt spielen möchte“, sagt er der Volksstimme.

Das sei beim FCM nicht mehr garantiert gewesen. „Ich glaube, dass der Verein auch einen weiteren Torhüter geholt hätte, wenn ich geblieben wäre. Ich weiß aber durch die Erfahrungen in der vergangenen Saison, als ich die Nummer 2 hinter Leopold Zingerle war, dass es mir nicht liegt, auf der Bank zu sitzen“, so Glinker. „Ich hatte einen großen Traum und das war der Aufstieg mit dem FCM. Das haben wir jetzt geschafft. Ich möchte den Verein aber nicht womöglich in einem halben Jahr mit einem schlechten Gefühl verlassen, und das hätte ich, wenn ich nur auf der Bank sitzen würde. Dieses Risiko wollte ich einfach nicht eingehen.“

In Nordhausen hat Glinker die Aussicht, in der Regionalliga noch einige Jahre auf hohem Niveau zu spielen. In der kommenden Saison steigt der Meister der Nordost-Staffel zudem direkt auf. „Es wird schwierig, aber vielleicht klappt sogar noch mal der Sprung in die 3. Liga“, sagt er.

Spekulationen um Torhüter

Glinker, der nach seinem Achillessehnenanriss gerade seine Reha in Berlin absolviert, betont, dass er niemandem einen Vorwurf machen möchte. Auch finanzielle Dinge hätten bei seinem Wechsel keine vorrangige Rolle gespielt. „Ich hätte in Magdeburg deutlich mehr verdienen können. Für mich zählt in erster Linie, im Tor zu stehen und nicht auf der Bank zu sitzen“, erklärt er. „Ich kann jetzt mit einem super Gefühl aus Magdeburg weggehen. Ich danke auch dem Trainer, dass er mir nach der Sache mit Leopold noch mal eine Chance gegeben hat. Ich denke, dass ich in dieser Saison auch einiges zurückgeben konnte“, sagt Glinker. In der Winterpause vor einem Jahr verdrängte Zingerle, der mittlerweile in Paderborn spielt, ihn als Stammtorhüter. Nach Zingerles Abgang konnte sich Glinker dann gegen Neuzugang Alexander Brunst durchsetzen und absolvierte in dieser Spielzeit 32 Partien. Mit dem 1. FC Union Berlin bestritt er in der Vergangenheit zudem bereits 87 Zweitligapartien.

Ob der Club einen oder zwei Torhüter holen wird, ist unterdessen noch offen. Gehandelt wird unter anderem Janis Blaswich, der in dieser Saison von Borussia Mönchengladbach zu Hansa Rostock ausgeliehen wurde, und der nach dieser Spielzeit zu haben sein könnte. Auch Benjamin Uphoff könnte ein Thema werden, wenn der Karlsruher SC nicht aufsteigen sollte. Ein weiterer Name ist Patrick Rakovsky, dessen Vertrag beim belgischen Zweitligisten Lierse SK ausläuft und der für den 1. FC Nürnberg bereits in der 1. und 2. Bundesliga aktiv war.

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