Von Dennis Uhlemann ›

Mit André Kilian hat der 1. FC Magdeburg seinen Trainerstab erweitert. Das schafft im Trainingsalltag einige Vorteile

In einer Sache ist André Kilian seinem Chef voraus. Der Punkteschnitt des Co-Trainers vom 1. FC Magdeburg ist tatsächlich noch ein bisschen besser (1,67) als der von Christian Titz (1,43). Weil der 33-Jährige erst wenige Tage nach Titz verpflichtet wurde, verpasste er die 1:2-Niederlage bei Türkgücü München zum Einstand von Titz.

Dass Kilian auch zum abstiegsgefährdeten Fußball-Drittligisten und damit wieder an seine Seite wechseln sollte, war durchaus abzusehen. Bereits beim HSV und bei Rot-Weiß Essen arbeitete der gebürtige Herner unter Titz. „Wir kennen uns schon über zehn Jahre und arbeiten sehr gut zusammen“, so Kilian, der nach dem erneuten Anruf von Titz nicht überlegen musste. „Entscheidend bei uns ist die Art und Weise der Zusammenarbeit. Ich kann immer meine Meinung sagen und Probleme ansprechen“, beschreibt Kilian als rechte Hand von Titz das gute Verhältnis.

Aufteilung der Trainingsorganisation

Sportchef Otmar Schork hatte demnach kein Problem damit, dass der Trainerstab mit den anderen Co-Trainern Silvio Bankert und Matthias Mincu sowie Torwarttrainer Matthias Tischer nun unüblich groß ist. Kilian sieht darin sogar einen Vorteil. Die drei Co-Trainer teilen sich die komplette Trainingsorganisation untereinander auf. Finden dann Spielformen in Gruppen statt, kann sich jeweils einer der Coaches um die Verteidiger, die Mittelfeldspieler und die Stürmer kümmern. „Dadurch können wir viel spezifischer mit den Jungs arbeiten. Das ist gerade bei unserem großen Kader wichtig.“

Kilian kümmert sich zumeist um die „Sechser“ und „Achter“, weil er selbst einmal im Mittelfeld gespielt hat. Doch mit 29 Jahren hat er seine Karriere – anders als sein Zwillingsbruder Tim Kilian, der noch in der Landesliga Nordrhein-Westfalen für Horsthausen kickt  – schon beendet.  „Ich habe nach einigen Verletzungen gemerkt, dass es sehr schwer für mich wird, physisch auf höchstem Niveau mithalten zu können“, erinnert sich der damalige Regionalliga-Spieler vom FC 08 Homburg, bei dem er dann zum Co-Trainer aufgestiegen war.

Schnell an der Elbe eingelebt

Über Hamburg und Essen führte sein Weg Mitte Februar schließlich in die Elbestadt, wo er sich sehr wohlfühlt. Auch im neuen Team. Ein „sehr gutes Verhältnis“ pflegt er zu seinen Co-Trainer-Kollegen Ban-kert und Mincu. „Die Jungs haben mich super aufgenommen. Wir verbringen ja täglich acht bis zehn Stunden zusammen. Da haben wir uns schnell kennen und schätzen gelernt.“

Und dabei hat Kilian auch die bestehenden Strukturen nicht durcheinandergewürfelt. Dass Mincu zuletzt nicht mehr auf der Trainerbank saß, lag nicht etwa an einer Degradierung. Kilian: „Wir haben uns entschieden, dass ein Trainer auf der Tribüne sitzen soll, um von oben einen anderen Blickwinkel zu haben.“ So sei es möglich, verbunden über Headsets, „zielführender zu coachen“.

Spieler kamen frisch zurück

Zuletzt ist das  mit zehn Punkten aus vier Spielen sehr gut gelungen. Auch ein Grund, warum die Spieler über das Wochenende gut zweieinhalb Tage frei hatten. Um das zu ermöglichen, haben die Trainer „in der vergangenen Woche im athletischen Bereich eine Spitze gesetzt“, wie Kilian sagt.

Bei der gestrigen Einheit waren die FCM-Spieler  „wieder frisch“. Und bis auf Timo Perthel, der die Einheit mit Rückenproblemen vorzeitig abbrechen musste,  und Korbinian Burger, der nach Knieproblemen nur teilintegriert wurde, starteten alle Akteure ideal in die Woche. Das ist auch wichtig, wartet doch am Sonnabend im Heimspiel gegen den FC Ingolstadt ein Spitzenteam auf die Magdeburger. Und dabei wollen Kilian und Titz ihren jeweiligen Punkteschnitt im besten Fall weiter nach oben schrauben.

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