Ronny Thielemann und Silvio Bankert sind als Co-Trainer des 1. FC Magdeburg die ersten Ansprechpartner für Chefcoach Jens Härtel.

Von
Manuel Holscher

Manuel Holscher
Wesendorf l Während des Trainings in der Saison-Vorbereitung wird beim FCM über eine App genau kontrolliert, welchen Puls die Spieler im Verlauf einer Einheit haben. Diese Daten werden für jeden Spieler gespeichert und dann auch ausgewertet. Das gehört unter anderem zu den Aufgaben der Co-Trainer Ronny Thielemann und Silvio Bankert. „Es geht darum, die Daten langfristig auszuwerten, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wann wir mit welcher Belastung trainiert haben“, erklärt Thielemann. „Wenn man den Eindruck hatte, dass die Belastung bei einem Training gering war, wird das subjektive Gefühl durch die objektive Technik bestätigt.“

Der Tag eines Co-Trainers beginnt am frühen Morgen mit der Trainingsvorbereitung. „Das dauert schon immer seine Zeit“, so Thielemann. Dann folgt der Trainingsaufbau und die Einheit an sich sowie die Auswertung. Die Videoanalyse der kommenden Gegner nimmt zudem Zeit in Anspruch. Neben den Puls-Daten gibt es auch eine Spieler-Datenbank, die Bankert betreut. „Ein 12-Stunden-Tag ist da schnell weg“, betont Thielemann. Die Vorbereitungen auf die Trainingseinheiten sind nicht kurzfristig, sondern meistens mit zwei, drei Tagen Vorlauf.

Bankert leitete Nachwuchsabteilung

Außerdem müssen die Coaches auch immer auf die aktuelle Verletztensituation reagieren und wie beispielsweise vor dem Doppeltest in Bernburg organisieren, dass drei A-Junioren mitfahren. „Die Aufgabenteilung ist bei uns ganz klar, Jens Härtel gibt die Richtung vor“, sagt Thielemann. „Im Laufe der Zeit hat sich, auch weil wir uns immer verbessern wollten, die Aufgabenfülle erhöht. In der täglichen Arbeit teilen wir uns das dann auf. Das oberste Ziel ist, dass alles vorbereitet und dann auch erledigt ist.“

Vor einem Jahr stieß Bankert zum Trainerstab, zuvor hat er für die Nachwuchsabteilung des Vereins gearbeitet. Zum Engagement kam es, weil Thielemann seine Fußballlehrerlizenz machte und an einigen Tagen in der Woche nicht in Magdeburg war. Die Zusammenarbeit erwies sich aber als so gut, dass Bankert jetzt als zweiter Co-Trainer fest beim Team bleibt, um auch den gestiegenen Anforderungen in der 2. Bundesliga gerecht zu werden. „Silvio ist ins kalte Wasser geworfen worden, auch wenn wir noch eine Übergabe gemacht hatten“, erklärt Thielemann. „Er hat es super gemacht, wir ergänzen uns sehr gut.“

Cheftrainer entlasten

Das sieht auch Bankert so. „Wir reden über viele Sachen und tauschen uns permanent aus. Es macht uns noch stärker, wenn wir verschiedene Blickwinkel einbeziehen“, sagt er. „Ich hatte sofort das Gefühl, Vertrauen zu bekommen. Ich bin bei der Gegneranalyse und Trainingsplanung voll integriert.“

Perspektivisch sei das Ziel, Cheftrainer Härtel weiter zu entlasten. „Dabei geht es um Sachen, die nicht unmittelbar zu einem Spiel gehören. Jens hat mittlerweile sehr viele Medienanfragen. Es geht darum, dass er ein gutes Gefühl hat, dass wir ihm das vermitteln und er sich auf uns verlassen kann“, so Thielemann. „Er hat seine Vorstellungen, wir sprechen mit ihm dann oft im Büro über unsere Ideen und versuchen, die beste gemeinsame Lösung im Sinne der Mannschaft zu finden.“ Die Mannschaft stehe dabei immer über allem. „Wir versuchen dem Team alles mitzugeben, damit es am Wochenende die Spiele gewinnt“, sagt Thielemann.

Eigene Entwicklung ist wichtig

Bankert, der 2016 seine Fußballschuhe an den Nagel hing, hat in der Karriere nach der Karriere seine Berufung gefunden. „Es ist für mich ein absolutes Privileg und ich bin dankbar. Es hätte auch anders kommen können. Viele Spieler kommen nach ihrer Karriere nicht so richtig auf die Beine“, sagt er. „Ich entwickle mich als junger Trainer ständig weiter und gucke, wie Jens oder Ronny mit bestimmten Situationen umgehen.“

Neben der Entwicklung der Spieler nimmt für die Trainer die eigene Entwicklung eine wichtige Rolle ein. „Wir müssen immer kritisch bleiben, auch uns selbst gegenüber. Wir hinterfragen und entwickeln uns so ständig weiter“, betont Thielemann. Viel Zeit zum Entspannen und Abschalten bleibt für die Co-Trainer nicht. Bankert sucht dadurch Ausgleich, dass er regelmäßig joggen geht, um mal den Kopf freizubekommen. „Ich höre auch manchmal Musik oder gehe mit meinen Kindern raus, um ein bisschen abzuschalten.“ Thielemann verbringt ansonsten jede freie Minute mit der Familie. „Es ist leider viel zu wenig, ich versuche aber die kurzen Zeiträume so gut wie möglich zu nutzen“, sagt er.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.