Marco Kurth, einstiger FCM-Kapitän, beginnt am Montag seinen Fußballlehrer-Lehrgang in Hennef.

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Hans-Joachim Malli

Hans-Joachim Malli
Magdeburg l Fliegender Wechsel für Marco Kurth von der Trainerbank auf die Schulbank. Am morgigen Sonntag wird der Ex-FCM-Kicker noch die U 17 des Clubs im Landespokalfinale der B-Junioren gegen Blau-Weiß Wanzleben betreuen, am Montag beginnt in Hennef die zehnmonatige Ausbildung zum Fußballlehrer.

Jähe Wendungen sind für den Kicker aus dem Mansfelder Land nichts Ungewöhnliches. Beim FCM verlor der Mittelfeldakteur 2012 praktisch über Nacht sein Kapitänsamt, wurde als U-17-Coach ins kalte Wasser geschmissen, als er nach dem Pokal-K.o. gegen Energie Cottbus (0:1) mit dem damaligen Chefcoach Andreas Petersen aneinandergeriet und suspendiert wurde, nun geht es nur zwei Tage nach dem letzten Saisonspiel seiner Schützlinge zum begehrtesten DFB-Trainerlehrgang.

Im Nachhinein war der Mann mit dem markanten Vollbart nicht traurig, dass seine aktive Laufbahn, in der er acht Bundesliga-, 189 Zweitliga- und 127 Regionalliga-spiele bestritt, im Sommer vor drei Jahren so abrupt endete. Im September 2013 übernahm Kurth die U 17 des FCM von Dietmar Hausdörfer, führte die Blau-Weißen auf Anhieb in die B-Junioren-Bundesliga und hielt jetzt die Klasse zum zweiten Mal in Folge. Den Wechsel ins Trainergeschäft hat Kurth, der 2013 seine A-Trainer-Lizenz gemacht hatte, nebenher auch mal Sportmanagement studiert hat, nicht bereut.

Bei Martin Hoffmann hospitiert

„Im Rückblick war das gut, kann ich Mario Kallnik dankbar sein, dass ich diese Chance in Magdeburg erhielt“, soKurth. Da fiel die vorzeitige Auflösung des Spielervertrages zum 31. Dezember 2013 auch nicht zu schwer. Zuvor hatte der Defensivspezialist, der in Aue und dann in Cottbus seine beste Zeit als Fußballer erlebte, im Rahmen des B-Lizenz-Lehrgangs schon bei Martin Hoffmann in der U 19 des Clubs hospitiert.

„Die Trainerarbeit macht mir Spaß, ist total spannend. Die Jungs entwickeln sich jeden Tag“, sagt Kurth, der weniger auf die aktuelle Tabellenposition, denn die individuelle Entwicklung der Spieler schaut. Im April bestand der Vollblutfußballer, der von sich sagt, „ich bin ehrgeizig, manchmal übertrieben ehrgeizig, dabei aber immer authentisch“, die Aufnahmeprüfung an der Hennes-Weisweiler-Akademie in Hennef (Rhein-Sieg-Kreis).

Dabei überzeugten sowohl seine Antworten auf die Fragen „Beschreiben Sie die größten Unterschiede in der taktischen Ausrichtung des BVB durch die Trainer Klopp und Tuchel“ und „Wie würde ich meine Mannschaft erfolgreich gegen Borussia Dortmund spielen lassen“, als auch die Lehrprobe vor Lehrgangsleiter Frank Wormuth, die die 80 Lehrgangsanwärter absolvieren mussten. Am Ende gehörte Kurth zu den 24 Lehrgangsteilnehmern, unter ihnen der Zwickauer Torsten Ziegner, André Hofschneider vom 1. FC Union oder Heiko Gerber (U-17-Trainer des VfB Stuttgart). Kurzfristig reingerutscht in den neuen Lehrgang ist noch Lottes Aufstiegstrainer Ismail Atalan. Das Zimmer in Hennef wird sich Kurth mit Krzysztof Dabrowski, dem gleichaltrigen Co-Trainer von Hannover 96, teilen.

Montags bis mittwochs findet die Ausbildung statt, danach stehen die Lehrgangsteilnehmer ihren Vereinen zur Verfügung. Kurth bleibt Cheftrainer der U 17 des FCM, sagt: „Das Ganze funktioniert nur, weil ich mich auf meine Assistenten Frank Windelband und Philipp Alsleben verlassen kann. Jetzt kommt ja Lars Fuchs dazu. Der muss sich auch umstellen, wenn er ab 9.15 Uhr den Schulsport leiten darf.“

Marco Kurth freut sich auf den neuen Lebensabschnitt, erklärt: „Ich will alles aufsaugen, was ich kriegen kann, möchte später professionell arbeiten.“

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