Süßer die Glocken im Stadion klingen

In der Magdeburger MDCC-Arena findet am Freitag vor Heiligabend ein besonderes Weihnachtssingen statt. Der Chor sind die Zuschauer.

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Magdeburg l Der größte Weihnachtschor des Landes Sachsen-Anhalt soll morgen ab 18  Uhr im Fußballstadion in Magdeburg zu hören sein. In der MDCC-Arena sind alle, die Spaß am Singen haben, willkommen, in einer großen Gemeinschaft Weihnachtslieder anzustimmen.

Den Einlass zur Veranstaltung haben die Organisatoren von der Arbeitsgemeinschaft Christen in Magdeburg und Sponsoren angesichts des Anschlages auf einen Berliner Weihnachtsmarkt am Montag vorverlegt. Schon ab 16.30  Uhr können Besucher über den Haupteingang und ausschließlich über diesen ins Stadion gelangen, berichtet MDCC-Geschäftsführer Guido Nienhaus. Denn es werde stärkere Sicherheitskon- trollen geben als ursprünglich geplant. „Wir bitten die Besucher daher, Taschen, Tüten und andere Gepäckstücke zu Hause zu lassen“, sagt er. Nur Taschen, deren längste Seite 25 Zentimeter nicht überschreitet, dürfen mit ins Stadion genommen werden. Für Taschen, die zu groß sind, wird es keine Möglichkeit geben, sie zu verwahren, macht er deutlich. Vor Ort sein wird auch die Polizei.

Die Hoffnung der Veranstalter ist, dass sich die Leute von dem Anschlag in Berlin nicht abschrecken lassen und die Premiere des Weihnachtssingens trotzdem besuchen. Ursprünglich einfach als Einstimmung auf das Fest gedacht, steht die Veranstaltung mit dem Anschlag nunmehr unter einem besonderen Stern: Sie soll ein Zeichen sein, für die Wahrung und Pflege christlicher und gesellschaftlicher Werte zusammenzustehen. Der Opfer des Anschlages soll im Rahmen der Veranstaltung ebenfalls gedacht werden. Wolfgang Gerlich von der Arbeitsgemeinschaft Christen in Magdeburg sagt: „Es geht hier um mehr als nur Weihnachtsgemütlichkeit.“ Guido Nienhaus freut sich, dass auch einige Spieler des Drittligisten aus Magdeburg zugesagt haben, selbst wenn es originär nicht um Fußball geht und der Verein mit der Organisation des Ereignisses nichts zu tun hat. Welche Spieler teilnehmen, wollte er noch nicht sagen. Statt eines rot-weißen soll es jedoch ein blau-weißes Weihnachtssingen werden. „Wir sind schließlich in der Heimstätte des 1.  FC Magdeburg“, sagt Nienhaus.

Dem Verein selbst sei nicht bekannt, dass Spieler am Weihnachtssingen teilnehmen würden, erklärt Geschäftsstellenleiter Matthias Kahl: „Wir organisieren Fußball, kein Weihnachtssingen.“ Die Spieler seien bereits im Urlaub.

Wer mitsingen möchte, erhält die Liedtexte vor Ort. Auch Kerzen und Mützen werden den Teilnehmern angeboten. Gesungen werden das Magdeburger Lied, Lasst uns froh und munter sein, In der Weihnachtsbäckerei, Alle Jahre wieder, die FCM-Hymne, O Tannenbaum, Maria durch ein Dornwald ging, Süßer die Glocken, Stille Nacht, Heilige Nacht und Oh du fröhliche. Chöre aus Magdeburg und Umgebung unterstützen die Veranstaltung. Dorothea Weber als Vorsitzende des Georg-Philipp-Telemann-Chores freut sich schon darauf. Die Teilnahme wegen des Anschlages abzusagen, kommt für sie nicht in Frage.

Die Idee zum Weihnachtssingen besteht bereits seit einem Jahr. Als Wiege des Weihnachtssingens in Fußballstadien gilt das Domizil vom Zweitligisten 1. FC Union Berlin, wo schon seit Jahren vor Heiligabend organisiert vom Verein gemeinsam gesungen wird. Meinung

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