von: Michael Nowack

Vor wenigen Wochen – in der Ära von Ex-Trainer Jens Härtel – war Achim Streich (67) noch härtester FCM-Kritiker und hatte den Glauben an den Zweitliga-Klassenerhalt verloren.

Aber nach drei Spielen unter Nachfolger Michael Oenning (53) hat die Klub-Legende seine Meinung revidiert und glaubt wieder an Magdeburg. Das Interview.

BILD: Ist der FCM doch noch zu retten?

Achim Streich: „Was drei Wochen ausmachen können. Als ehemaliger Stürmer wird mir richtig warm ums Herz, wenn ich die Jungs heute Fußball spielen sehe. Die hatten zuletzt mit Fürth, Bochum und Union drei dicke Brocken vor der Brust. Und ich habe keinen Unterschied zwischen einem vermeintlichen Abstiegskandidaten und den Topteams gesehen. Ich bin wieder überzeugt, dass wir die Liga halten können.“

Was hat sich verändert?

Streich: „Michael Oenning hat eine ganz andere Philosophie. Er lässt Fußball spielen. Die Mannschaft hat ein ganz anderes Gesicht. Da ist Mut, da sind Ideen, da wird kombiniert. Ich finde es schon beeindruckend, wie schnell er seine Vorstellungen eingebracht hat. Und wie Spieler sich unter ihm entwickelt haben. Lohkemper, Bülter, Laprevotte, Preißinger haben eine Qualität, die richtig Spaß macht. Und ich gehe davon aus, dass die Mannschaft mit Start der Rückrunde noch besser wird, wenn Oennings Philosophie weiter automatisiert wird.“

Die Leistung stimmt. Trotzdem gab es nur zwei Punkte aus den letzten drei Spielen.

Streich: „Wir hatten die Gegner in allen drei Spielen am Abgrund, wir haben sie aber nicht heruntergestoßen. Das geht nur, wenn du als Spieler Selbstbewusstsein hast. Oenning gibt den Spielern Sicherheit, in dem er die Rotation abschaffte, ein eingespieltes Team auf den Rasen schickt. Jeder weiß jetzt, was zu tun ist. Ich wette, wir werden die Gegner bald über den Abgrund schubsen. Noch stehen wir aber auf dem Relegationsplatz. Doch davor sind viele noch in Reichweite. Es wird ein harter Kampf, aber wir schaffen das.“

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