Von Manuel Holscher ›

Nach seinem Tor beim 2:2 gegen Bayern München II ließ Daniel Steininger seinen Emotionen freien Lauf. Für ihn war es der erste Treffer.

Magdeburg l Mit geballten Fäusten und weit aufgerissenem Mund feierte Daniel Steininger sein Tor zum zwischenzeitlichen 2:0 gegen Bayern München II (2:2). Der Treffer in der 43. Minute war eine Befreiung für den Stürmer des 1. FC Magdeburg, der im Winter vom Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth an die Elbe wechselte.

Kein Wunder: Für Steininger war es der erste Drittligatreffer für den neuen Verein. „Es war ein tolles Gefühl. Mich hat es gefreut, dass ich zuletzt mehr Spielzeit bekommen habe und das ich jetzt treffen konnte“, sagt er.

Kurz nach seinem Wechsel zum FCM sah das nämlich noch anders aus: Nur gegen Zwickau (1:2) und in Mannheim (1:1) Ende Januar, Anfang Februar durfte Steininger jeweils rund 20 Minuten spielen. Danach saß er häufig auf der Tribüne, spielte keine Rolle. Ex-Trainer Claus-Dieter Wollitz machte dafür unter anderem Fitnessprobleme verantwortlich, der Spieler sei in einem Loch. Auch die Fans sahen den Neuzugang ohne Spielzeit kritisch. Häufig wurde von einem Fehleinkauf gesprochen, war doch von der im Trainingslager in Spanien gezeigten Abschlussqualität in der 3. Liga zunächst nichts zu sehen.

Klare Botschaft an die Kritiker

Diese Kritik hatte Steininger nach seinem Kopfballtreffer gegen Bayern II offenbar nicht vergessen. Er jubelte nämlich nicht nur lautstark. Auf dem Weg zurück zur Mittellinie hielt er den Zeigefinger vor den Mund und fasste sich dann demonstrativ mit beiden Händen an die Ohren. Die Botschaft war klar: Der 25-Jährige wollte mit dem Treffer die Zweifler verstummen lassen. „Es gibt immer viele Kritiker. Davon darf man sich aber nicht beirren lassen, muss einfach seinen Weg weitergehen“, betont er. Und: „Wichtig ist, dass ich weiter an mich geglaubt habe, dass irgendwann der Knoten platzen wird.“

Dass der Drittliga-Neustart auch für ihn ganz persönlich ein Neustart war, untermauert auch die Statistik. Schließlich stand er in fünf von sieben Partien auf dem Rasen, dreimal davon in der Startelf. „Da zahlreiche Partien auf dem Programm stehen, bekomme ich mehr Einsätze. Ich will das nutzen, will mich zeigen und alles geben. Ich denke, dass mir das ganz gut gelingt“, erzählt Steininger. Der Offensivspieler hat die Corona-Pause offenbar gezielt gearbeitet, sich auf ein richtig gutes Fitnesslevel gebracht. Seit dem Neustart wirkt Steininger deutlich spritziger, kann so seine Schnelligkeit noch mehr einbringen und dadurch in die Position kommen, um die vorhandene Abschlussqualität zu zeigen.

Hoßmang setzt aufs Tempo

Auch FCM-Trainer Thomas Hoßmang war zufrieden, dass seine Taktik mit den schnellen Stürmern Daniel Steininger und Sirlord Conteh grundsätzlich aufging. „Wir brauchten gegen die Bayern viel Tempo und frische Leute. Alle Spieler im Kader sind wichtig und werden gebraucht. Über weite Strecken des Spiels hat sich gezeigt, dass der Plan aufgegangen ist. Wir hätten nur den Deckel draufmachen müssen“, sagt der Coach.

Über das späte 2:2 ärgerte sich nicht nur der Trainer, sondern auch Steininger: „Wir hätten eigentlich das 3:0 oder 4:0 machen müssen. Dann wäre die Partie gelaufen gewesen und wir hätten einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht.“ Der Offensivspieler gibt sich aber weiterhin kämpferisch: „Jetzt wollen wir den nächsten Schritt in Unterhaching machen.“

Steininger stellt Team in den Vordergrund

Dort tritt der Club am Mittwoch (19 Uhr) an – und Steininger will zeigen, dass er beim neuen Verein den Durchbruch geschafft hat. Doch der Stürmer betont, dass es in dieser Phase noch mehr als sonst um die Mannschaft und nicht um einzelne Spieler geht: „Wir kämpfen jeden dritten, vierten Tag und wollen uns nicht hinter Ausreden verstecken. Wir wollen gemeinsam den Klassenerhalt eintüten.“

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