Der Block U des 1. FC Magdeburg und der FanRat Magdeburg e.V. haben einen offenen Brief an den Oberbürgermeister und die Stadträte von Magdeburg veröffentlicht, indem die FCM-Fans den Bau einer Stehplatztribüne im Heinz-Krügel-Stadion mit gleichzeitiger Erhöhung der Stadionkapazität fordern.

Aktuell gibt es bei der Stadt zwei Überlegung (Faszination Fankurve berichtete): Zum einen eine neue Stehplatzbereiche einführen, die die Kapazität des Stadions auf 30.000 Plätze erhöhen und zum anderen die Einführung von Stehplätzen, die die die Kapazität nicht erhöhen. Der Block U sprach sich nun für die Variante mit einer Erhöhung der Stadionkapazität aus. (Faszination Fankurve, 15.05.2017)

Faszination Fankurve dokumentiert den offenen Brief von Block U und FanRat Magdeburg:

Stehplatztribüne jetzt!

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Stadträte,

gerne kommen wir Ihrer Aufforderung nach, uns als Fanszene des 1. FC Magdeburg zu den Stadionumbauvarianten zu positionieren. Zu aller erst möchten wir unsere Freude darüber ausdrücken, dass dem Wunsch der Fans nach Stehplätzen hinter dem Tor nachgekommen wird, unabhängig davon, wie die zukünftigen Veränderungen im Heinz-Krügel-Stadion aussehen werden. Wir hoffen und erwarten, dass der Stadtrat diesen zukunftsweisenden Weg für den Magdeburger Fußball mitgehen wird.

Dennoch möchten wir uns an dieser Stelle klar für eine der beiden Varianten aussprechen und dies natürlich auch begründen. Nach Abwägung der Vor- und Nachteile der beiden vorgestellten Umbauvarianten favorisiert die aktive Fanszene des 1. FC Magdeburg den kompletten Umbau der Nordtribüne inklusive Erweiterung der Kapazität in diesem Teil des Stadions. Folgende Argumente sind für diese Entscheidung maßgeblich:

1. Finanziell sinnvoll entscheiden:

Wie wir bereits mittels Spruchband im Heimspiel gegen den FSV Frankfurt mitteilten, sehen wir es als zwingend notwendig an, auch aus finanzieller Sicht beim Umbau die richtigen Entscheidungen zu treffen. Zwar mag die Erweiterung der Kapazität kurzfristig mehr Geld kosten als der Umbau ohne Kapazitätserweiterung, langfristig sollte sich diese Investition jedoch auszahlen, weil statt mit viel Geld an einer Sache nur alte Probleme auszubessern, mit nur etwas mehr Geld etwas komplett Neues und Zukunftsweisendes entstehen würde. Mit der Entscheidung für die kleinere Variante, aus rein finanzieller Sicht, würden zukünftig notwendige Kapazitätserweiterungen gegebenenfalls nur zeitlich verlagert.

2. Zukunftsweisend für den Magdeburger Fußball entscheiden:

Die Entwicklung des Zuschauerschnitts des 1. FC Magdeburg in den letzten drei sportlich erfolgreichen Jahren ist enorm. Nach derzeitigem Stand muss davon ausgegangen werden, dass die sportliche Entwicklung des 1. FC Magdeburg noch nicht abgeschlossen ist. Dies wird sich wahrscheinlich auch zukünftig in weiter steigenden Zuschauerzahlen ausdrücken. Es wäre deshalb mehr als nur ein Signal der Stadtpolitik, wenn diese klar machen würde, dass man auch zukünftig bereit ist, einem der wichtigsten Identifikationsträger der Stadt und der Region in seiner Entwicklung die dafür notwendige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.

3. Sozial entscheiden:

Ein Fanblock ist nicht nur der lauteste Teil eines Stadions, aus dem die Mannschaft auf dem Rasen am ausdauerndsten angefeuert wird. Als einer der günstigsten Stadionbereiche ist er auch Sammelpunkt aller Bevölkerungsschichten und stiftet so, über alle Schichten hinweg, Zusammenhalt und Identifikation mit Verein, Stadt und Region. Nicht umsonst ist die Nordtribüne des Heinz-Krügel-Stadions bereits jetzt der Stadionteil, der die meisten Dauerkartenbesitzer und regelmäßigen Besucher beherbergt. Mit einer Erweiterung der Kapazität dieser Tribüne würden zukünftig noch mehr Menschen von diesem identitätsstiftenden Zusammenhalt und günstigen Preisen profitieren. Fußball in Magdeburg würde bezahlbar bleiben.

4. Fanorientiert entscheiden:

Fußball in all seinen Zusammenhängen steht heute oftmals vor der schweren Frage, entweder nach Fan- oder nach Finanzbelangen entscheiden zu müssen. Durch Versitzplatzung und auswechselbare Sponsorennamen verlieren Stadien so oftmals an Wiedererkennungswert und damit an Identifikationsmöglichkeiten. Durch einen Umbau zu einem Stadion, in dem nahezu die Hälfte der Kapazität aus Stehplätzen besteht, schafft man hingegen ein fanorientiertes Klima und würde damit ein wichtiges Zeichen an die große Fangemeinde des 1. FC Magdeburg hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Stadt und den Verein senden.

Sehr geehrter Oberbürgermeister, sehr geehrte Stadträte,

wie Sie sehen, gibt es gute Gründe, sich spätestens in der entscheidenden Stadtratssitzung für die größere der beiden vorgelegten Varianten zu entscheiden. Wir rufen Sie daher dazu auf, den Wünschen des Großteils der Magdeburger Fußballfamilie, und damit auch den Leuten, die dieses Stadion zukünftig durch ihre Besuche nutzen werden, nachzukommen und sich für den Umbau des Magdeburger Stadions mit einhergehender Kapazitätserweiterung im Fanblock zu entscheiden.

Block U – 1. FC Magdeburg, FanRat Magdeburg e.V.

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