Autor: Fabian Biastoch
Magdeburg ist in der „Bundesliga des Ostens“ Zweiter hinter Dresden
Mit acht ehemaligen Klubs aus der DDR-Oberliga ist der Osten der Republik in Liga drei so zahlreich vertreten wie nie zuvor. Der 1. FC Magdeburg tritt am Sonntag zum Spitzenduell der „Bundesliga des Ostens“ in Aue an.

Magdeburg l Europapokal 1974. Die Fans des 1. FC Magdeburg wissen ganz genau, was in jenem Jahr passiert. Als einziger Klub aus der ehemaligen DDR haben die Elbestädter einen euopäischen Titel geholt. Seitdem ging es für den Klub auf und ab. Bis zu diesem Jahr, als sie den Aufstieg in die 3. Liga geschafft haben. Und ein Blick auf die Tabelle jener bundesdeutschen Spielklasse lässt die älteren Anhänger des Fußballs an die guten alten Zeiten erinnern. „Jetzt sind wir alle heiß auf die neuen alten Derbys“, sagte beispielsweise der Rekord-Torschütze der DDR, Joachim Streich, schon vor Saisonbeginn, „wenn Magdeburg gegen Dresden spielt oder gegen Rostock, Halle, Erfurt und so, da geht die Post so etwas von ab, da sind die Stadien rammelvoll.“ Und er sollte Recht behalten.

Allein die vier Ostderbys des FCM in der MDCC-Arena (gegen Erfurt, Halle, Chemnitz und Cottbus) haben im Schnitt 20 134 Fans gesehen, das Spiel in Rostock 16 300.
Große Duelle in der Vergangenheit

Als der FCM noch Aufbau hieß und der FC Erzgebirge Aue noch als Wismut Karl-Marx-Stadt auflief, haben sich die beiden Mannschaften das erste Mal getroffen. Am 30. April 1960, dem fünften Spieltag der DDR-Oberliga, endete das erste Derby 1:0 für die Sachsen. Seitdem haben sich die Klubs noch 66 weitere Male zu Punktspielen getroffen. Der FCM hat dabei mit 26 Siegen leicht die Oberhand.

Aber nicht nur das Duell vom kommenden Sonntag ist eines aus der früheren Zeit des ostdeutschen Fußballs.

Unvergessen sind Derbys zwischen Dynamo Dresden und den Magdeburgern. Brisanz lag stets in der Luft und schon die erste Begegnung endete spektakulär 5:3 für die Magdeburger. Spätestens 1981 revanchierten sich die Dresdener mit einem glatten 5:0. Damals für Dresden am Ball: der heutige Sportchef Ralf Minge. Und beim FCM standen Größen wie Dirk Heyne, Wolfgang „Maxe“ Steinbach oder Joachim Streich auf dem Rasen. Streich war es auch, der gleich beim darauffolgenden Aufeinandertreffen zurückschlug. Im Ernst-Grube-Stadion traf er vor 17 000 Zuschauern zum umjubelten 4:0 für die Hausherren. Übrigens: Am 31. Oktober treffen beide Elbe-Klubs das erste Mal seit 2008 wieder in einer Liga-Partie aufeinander.

Das brisanteste aller Derbys ist aus Sicht des FCM natürlich jenes gegen den Halleschen FC. Mit 69 Austragungen wurde auch keines öfter gespielt. Im September vor 22 Jahren schenkte der FCM seinem ehemaligen Trainer Klaus Urbancyk im Grube-Stadion gleich sechs Tore ein. Das Derby in der laufenden Saison gewann der Aufsteiger gegen den zu Saisonbeginn krisengeschüttelten Verein aus dem Süden Sachsen-Anhalts.

Während in der aktuellen Drittliga-Tabelle Aue vor Magdeburg steht, sieht es in der Tabelle der „Bundesliga des Ostens“ anders aus. Dort ist nämlich der FCM mit den gewonnenen Partien gegen Erfurt, Chemnitz und Halle sowie den Remis gegen Rostock und Cottbus Tabellenzweiter hinter Dynamo Dresden. Die Sachsen sind aber auch im „echten“ Leben Spitzenreiter

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