Beim 1. FC Magdeburg hat sich in der bisherigen Vorbereitung eine Abkehr von langen Bällen hin zu spielerischen Lösungen angedeutet.

Von
Manuel Holscher

Magdeburg l Nur zwei Siege holte der FCM in der vergangenen Saison aus den letzten acht Partien. Das Team schoss in der Rückrunde zu wenig Tore und hatte gegen tief stehende Gegner Probleme. Um taktisch flexibler zu sein und für den Gegner unberechenbarer, haben die FCM-Verantwortlichen um Trainer Jens Härtel bei den Neuzugängen darauf geachtet, dass mit Philip Türpitz, Andreas Ludwig, Felix Lohkemper und Florian Pick Akteure verpflichtet wurden, die die spielerische Qualität und die Schnelligkeit im Kader anheben können. Vom ersten Tag der Vorbereitung an war auffällig, dass Härtel immer wieder flache, kurze Pässe forderte und lange Bälle auf dem Index standen. Diese neue spielerische Linie wurde dann auch in einigen Partien sichtbar. Beim 5:1 in Fürstenwalde gegen den mitspielenden Regionalligisten Viktoria Berlin kombinierte sich der FCM beispielweise sehr passabel durch die gegnerische Abwehr. An diesem Tag ging es allerdings auch gegen Union Fürstenwalde (ebenfalls Regionalliga), der dem Club ein 1:1 abtrotzte. Es zeigte sich erneut, dass es der FCM gegen destruktive Gegner schwer hat, spielerische Lösungen zu finden.

FCM behält seine DNA

Die Stärke des FCM nennt Maik Franz, Assistent der Geschäftsführung, Magdeburger DNA. Bei dieser geht es um gewonnene Zweikämpfe, das frühe Anlaufen des Gegners und lange Bälle. Diese DNA soll keinesfalls komplett ersetzt werden, sondern vielmehr modifiziert. Andreas Ludwig soll eine Brise Technik und Kreativität mit einbringen, um den Spielstil flexibler zu gestalten. „Wir hatten in einigen Partien schon sehr viele schöne Kombinationen und auch häufig viele Torchancen. Es ist Schritt für Schritt besser geworden“, sagt Härtel.

Die modifizierte Variante sieht vor, den Gegner aus einer kompakten Defensive heraus weiter früh und aggressiv zu stören und dann schnell in die Offensive umzuschalten und sich Torchancen durch kurze Pässe zu erspielen. Sollte der Gegner besonders tief stehen, könnten die individuellen Stärken von Türpitz und Ludwig stechen. Im letzten Testspiel gegen Aue (1:0) ließ der FCM den Ball zwischenzeitlich sehr passabel durch die eigenen Reihen laufen. Allerdings verzettelte sich die Mannschaft auch häufig und ließ einen klaren Abschluss vermissen.

Genervt war Härtel in der Vorbereitung von der manchmal noch schwankenden Balance. So blieb der FCM gegen Fürstenwalde (1:1), Viktoria Berlin (5:1), Braunschweig (1:6), Rödinghausen (4:2) und Barleben (6:1) jeweils nicht ohne Gegentreffer. „Wir haben es dem Gegner oft zu leicht gemacht“, so Härtel. Auch Ludwig vermisste gegen den Zweitligisten nach der Pause die Kompaktheit. „In der ersten Halbzeit hatten wir Braunschweig im Griff und haben kaum etwas zugelassen“, sagt der Neuzugang.

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