André Hainault ist wieder da: Gegen den VfR Aalen steht der Kanadier wieder in der Startelf und schießt sogar ein Tor.

Von
Thomas Juschus

Magdeburg l André Hainault hatte gerade den Ball per Kopf zur 2:0-Führung des FCM über die Linie gedrückt, da führte ihn sein Weg entlang der Außenlinie direkt zur FCM-Bank. Dort klatschte der verletzungsgeplagte Kanadier zwei-, dreimal kurz ab und nahm dann Physiotherapeutin Mandy Rosenschon herzlich in die Arme. „Ich habe nach meinem Tor sofort an Mandy, Tino (Anm.d.Red.: Meyer) und das ganze Team von MD-Reha gedacht – sie haben mir so viel Unterstützung gegeben“, erklärte der Kanadier hinterher. „Das war ein ganz spezieller Tag für mich – der schönste bisher in Magdeburg.“

Hinter Hainault liegt eine lange Leidenszeit. Im August 2015 kam der Kanadier nach Magdeburg, war nach dem Drittliga-Aufstieg sofort Stammspieler. Anfang 2016 verletzte er sich im Trainingslager in Spanien, verpasste nach einem Innenbandriss im Knie die komplette Rückrunde. In der Saison 2016/17 machte er zu Beginn zwei Spiele, ehe ihn eine langwierige Oberschenkelverletzung und Operation ausbremste. In dieser Saison musste sich der Innenverteidiger lange in Geduld üben, ehe er am Dienstag beim 1:1 des FCM beim SC Paderborn zur Startelf gehörte – erstmals nach 570 (!) Tagen Pause. Und am Sonntag legte Hainault nach: wieder Startelf und ein Tor. Zuletzt hatte er im Oktober 2014 getroffen – für den VfR beim 1:2 in der 2. Bundesliga gegen Union Berlin.

Vertrauen vom Trainer

„Ich hatte diese Saison nur in der Vorbereitung etwas Probleme, ansonsten bin ich wieder der alte André Hainault“, sagte er nach seinem emotionalen Auftritt gegen seinen Ex-Verein Aalen, den er nach Spielende mit Tochter Milane vor dem Block U feierte. „Ich fühle mich wieder gut, habe gut trainiert. Und der Trainer hat das gesehen und mir in Paderborn in einem Top-Spiel eine Chance gegeben – Respekt!“, bedankte sich Hainault bei Trainer Jens Härtel.

Härtel zeigte sich mit dem Comeback des 31-Jährigen zufrieden. „Natürlich fehlt An-dré noch etwas der Rhythmus der Spiele, aber er hat jetzt zweimal absolut die Erwartungen erfüllt“, lobte der FCM-Trainer. „Natürlich war es für ihn eine ellenlange Zeit, die er gefehlt hat. Mich hat aber beeindruckt, dass André immer positiv geblieben ist. Er hat jetzt ein halbes Jahr stabil trainiert und gezeigt, dass er Qualitäten hat – nicht umsonst hat er über 40 Länderspiele für Kanada gemacht“, ergänzte der FCM-Trainer nach dem überzeugenden 6:1-Sieg gegen den VfR Aalen.

Vertrag läuft beim FCM aus

Die sportliche Situation des FCM und seine eigene Situation – Hainaults Vertrag läuft am Saisonende aus – beurteilt der Kanadier entspannt. „Wir müssen uns nur auf uns konzentrieren. Wenn wir als Mannschaft unsere Punkte holen, bekommen wir keinen Stress. Wir haben keinen Druck – wir haben den zweiten Platz“, sagte Hainault. Um zu beurteilen, ob er über das Saisonende hinaus eine sportliche Zukunft in Magdeburg hat, in der er sich mit Frau Catherine und seinen Kindern Milane und Elsine-Jack sehr wohl fühlt, ist es dagegen noch zu früh. „Meine Quote ist nicht so gut – ich bin drei Jahre hier, war eineinhalb Jahre verletzt. Wenn Du so lange raus bist, denkst Du nur von Training zu Training und von Spiel zu Spiel“, versichert Hainault – und genießt seinen ganz speziellen Tag.

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