Seit 2012 ist Marius Sowislo beim Drittligisten 1. FC Magdeburg. Der Kapitän geht beim Club auf und neben dem Platz voran.

Von
Manuel Holscher

Magdeburg l Aus dem verpassten Aufstieg hat er viel gelernt und würde ein paar Dinge anders machen.

Dass Marius Sowislo mal mehr Gelbe Karten als Dennis Erdmann sehen würde, hätte er vermutlich nicht gedacht. In den ersten drei Saisonspielen wurde der FCM-Kapitän jeweils verwarnt, Erdmann bekam bisher zweimal Gelb, in den vergangenen beiden Jahren bei Hansa Rostock waren es jeweils 15. „Dass ich in dieser Statistik mal vor ihm bin, hätte ich nicht für möglich gehalten“, sagt der 34-Jährige mit einem Augenzwinkern.

Englische Wochen liegen dem FCM

Nach dem verpatzten Saisonauftakt in Großaspach hat sich der FCM mit drei Siegen in der englischen Woche gut präsentiert und sich in der oberen Tabellenhälfte etabliert. „Den Start hatten wir uns ganz anders vorgestellt, der ging vor allem vom Ergebnis her völlig daneben“, betont Sowislo. „Wir hatten aber trotz des 1:4 schon gute Ansätze, die wir dann jetzt in den folgenden Partien auch umsetzen konnten. Das Pressing und die kurzen, flachen Pässe funktionieren bisher gut.“

Schon in der vergangenen Saison lagen die englischen Wochen dem Club, in diesen Phasen sicherte sich der Verein viele Punkte. „Vielleicht sollten wir einen Antrag stellen, dass wir häufiger in der Woche spielen“, sagt Sowislo und lacht. Dass er von FCM-Trainer Jens Härtel erneut die Kapitänsbinde bekommen hat, empfindet er zwar als Ehre, weiß aber auch, „dass dieses Amt für mich sicher kein Freifahrtschein für einen Platz in der Startelf ist“.

Sowislo vermittelt FCM-Werte

In der Vorbereitung und auch in den ersten Saisonwochen konnte er seinen Platz im defensiven Mittelfeld bisher behaupten und geht auf und auch neben dem Platz voran. „Die Integration von neuen Spielern ist eine große Stärke unserer Mannschaft. Es ist schön, dass uns das gut gelingt, selbstverständlich ist es nämlich nicht“, sagt Sowislo. Zur Integration gehöre neben der Hilfestellung bei der Wohnungssuche und gemeinsamen Unternehmungen in der Stadt auch, die Bedeutung des FCM für die Magdeburger zu vermitteln. „Die Zuschauer wollen, dass wir immer kämpfen. Sie verzeihen uns, wenn es mal nicht so läuft, der Einsatz muss aber stimmen. Es ist auch wichtig, fannah zu sein.“

Aus dem verpassten Aufstieg der vergangenen Saison hat der Kapitän einiges gelernt und würde auch manches anders machen. „Wenn wir noch mal in die Situation kommen, würde ich nicht rumeiern, sondern mit vollem Selbstvertrauen sagen, dass wir aufsteigen wollen. Wir brauchen jetzt noch nicht daüber zu reden, ein paar Spieltage vor Saisonende sollte man aber klar Flagge zeigen“, sagt er.

Weitere Zukunft beim FCM

Gedanken über ein Karriereende macht sich Sowislo momentan noch nicht. „Das kommt erst, wenn ich nicht mehr so häufig spielen würde. Irgendwann wird es soweit sein. Ich denke aber, dass ich der Mannschaft noch viel geben kann, ob auf oder neben dem Platz“, betont er.

Eine Zukunft beim FCM nach der Spieler-Karriere kann er sich gut vorstellen: „Wir haben schon mal darüber gesprochen. Ich würde auch später gerne für den FCM tätig sein. Der Club ist für mich ein besonderer Verein.“

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