Leopold Zingerle erlebte beim 3:0 (1:0) des 1. FC Magdeburg gegen den VfL Osnabrück, wie schnelllebig der Fußball sein kann.

Magdeburg l An die 64. Minute im Heimspiel gegen den VfL Osnabrück erinnert sich FCM-Torhüter Leopold Zingerle sicherlich noch lange mit gemischten Gefühlen. Als VfL-Stürmer Kwasi Okyere Wriedt an den Ball kam und versuchte, an der Grundlinie knapp links neben dem Tor zum Abschluss zu kommen, rauschte Zingerle in ihn rein – Schiedsrichter Daniel Siebert pfiff Elfmeter.

Zu diesem Zeitpunkt führte Magdeburg vor 16 014 Zuschauern durch die Kopfballtreffer von Florian Kath (13.) und Christian Beck (54.) mit 2:0. Die Partie hätte also nochmal spannend werden können. „Man kann den Elfmeter schon geben“, sagte der 22-Jährige nach der Partie. „Ich muss da einfach wegbleiben. So habe ich es dem Schiedsrichter angeboten.“

Es war das vierte Spiel für Zingerle als Nummer eins im Tor und nicht die erste unglückliche Szene. Bei Fortuna Köln sprang der Ball nach einem Elfmeter gegen seinen Rücken und von dort ins eigene Tor. Gegen Zwickau sah er beim Rückstand nicht gut aus.

Sollte jetzt etwa ein neues Kapitel aufgeschlagen werden, eine Torwartdiskussion angeheizt werden? Die Antwort gab Zingerle selbst. Er parierte den von Bastian Schulz getretenen Strafstoß und hielt seinen Kasten bis zum Schlusspfiff sauber. Marius Sowislo erhöhte in der 83. Minute zum 3:0-Endstand.

Anstatt sich der Kritik stellen zu müssen, konnte er nach der Partie von seiner Heldentat erzählen. Auch das Publikum dachte nicht mehr an den Patzer gegen Zwickau, sondern feierte ihn für seine Parade. Zingerle scheint endgültig angekommen zu sein als Nummer eins beim FCM. „Es ist natürlich besser, wenn die Fans auf deiner Seite sind. Ich hatte aber zuvor nicht das Gefühl, dass sie nicht hinter mir stehen“, sagte er. „Pfiffe kamen nur vereinzelt.“

Wichtig sei vor allem, dass er endlich zu null gespielt habe. „Es tut gut, dass ich mit einer Aktion dazu beitragen konnte“, freute sich Zingerle, ergänzte aber auch mit einem Lächeln: „Nachdem ich den Elfmeter selbst verursacht hatte, war ich in der Bringschuld.“

So sah es auch FCM-Trainer Jens Härtel: „Wichtig ist, dass Leopold stabil spielt, der Rest kommt von ganz alleine. Er befindet sich in einem Prozess, sich das weiter zu erarbeiten. Gerade weil er für den Elfmeter verantwortlich war, ist es für ihn doppelt gut, dass er ihn dann gehalten hat.“

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