Rückt Weil beim FCM in den Fokus?

Richard Weil vom 1. FC Magdeburg stand bisher zwar kaum auf dem Platz, könnte aber in Paderborn ein entscheidender Faktor werden.

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Magdeburg l Richard Weil ist ein Anführer. Der 30-Jährige ist laut, dirigiert und spricht viel mit seinen Mitspielern. Auch neben dem Rasen vertritt er eine klare Meinung. Nach seinem Wechsel im Winter 2017 von Würzburg nach Magdeburg nahm er die Position als Abwehrchef ein und überzeugte sofort. Im Verlauf der vergangenen Saison kehrte er auf seine angestammte Rolle ins defensive Mittelfeld zurück. Am Ende standen 29 Spiele und drei Tore zu Buche.

Doch in dieser Saison ist alles anders. Weil steht im Abseits, durfte in vier Zweitligapartien insgesamt nur 19 Minuten ran. Gegen Ingolstadt saß er 90 Minuten auf der Bank. Nur im Pokal gegen Darmstadt (0:1) ließ Trainer Jens Härtel ihn durchspielen.

Weil ist unzufrieden und macht daraus auch keinen Hehl. „Dass ich mir mehr Spielzeit erhofft habe, ist doch ganz klar. Es ist nie schön für einen Spieler, auf der Bank zu sitzen. Gerade auch, wenn man wie ich den Großteil der Drittligasaison zum Stammpersonal gehört hat. Damit musste ich erst mal umgehen“, sagt er. Aber: „Fairerweise muss ich auch sagen, dass man den Spielern, denen der Trainer das Vertrauen schenkt, auch über ein paar Wochen Einsätze geben soll. Das würde ich auch wollen.“

Änderungen auf der Sechs?

Jetzt hat der FCM allerdings sechs Pflichtspiele hinter sich, wartet noch immer auf den ersten Sieg. Gegen Bielefeld funktionierte die Defensive gut, in der Offensive blieb der Club sehr viel schuldig. Im defensiven Mittelfeld rackerte Björn Rother, war laufstärkster Spieler, räumte defensiv gut ab. Den offensiveren Part füllte jetzt schon mehrfach Rico Preißinger aus. Im Ingolstadt-Spiel war er gut, ansonsten blieb er oft blass.

Am Sonntag (13.30 Uhr) beim Mit-Aufsteiger SC Paderborn ist es an der Zeit, dass Verbesserungen in der Vorwärtsbewegung sichtbar werden. Der FCM ist gefordert, muss gefährlicher sein als zuletzt. Und genau hier kommt Richard Weil ins Spiel. Der gebürtige Frankfurter hat im Sommer nicht nur die Rückennummer 17 von Ex-Kapitän Marius Sowislo übernommen, er steht für einen ähnlichen Offensivdrang. Ob mit oder ohne Ball, Weil sucht häufig den Weg nach vorne. Er spielt Pässe auch mal mit Risiko auf die Stürmer. Davon würde wiederum Christian Beck profitieren, der zudem eine weitere, zuletzt vermisste Anspielstation hätte. Außerdem kann Weil selbst zum Abschluss kommen oder den Ball weiterleiten.

Weil jedenfalls brennt auf einen Startelfeinsatz. „Ich hoffe, dass ich meine Chance bekomme. Es ist ja bekannt, dass der Trainer in englischen Wochen viel durchwechselt, weil dort jeder gebraucht wird“, gibt er sich zuversichtlich.

Dass Jens Härtel über personelle Veränderungen auch im defensiven Mittelfeld nachdenkt, deutete sich gestern Vormittag im Training an. Bei einer taktischen Variante spielte Weil neben Aleksandar Ignjovski. Damit ist in Paderborn sogar ein Doppelwechsel denkbar – Ignjovski für Rother und Weil für Preißinger. Eine Überlegung, die Härtel nicht dementiert. Im Gegenteil: „Es kann gut sein, dass wir auf diesen Positionen wechseln. Richard war auf seiner Position zuletzt der erste Einwechsler. Er ist nicht weit weg von der Stammelf.“

Aber auch zusammen mit Rother könnte Weil auflaufen. Im Pokal gegen Darmstadt funktionierte diese Variante hervorragend, beide spielten schon häufig zusammen. Die Abläufe sind bekannt und vertraut. „Wir haben einen Großteil der vergangenen Saison zusammengespielt. Ich war meist der offensivere Part, konnte so meine Stärken einbringen“, versichert Weil.

Mehr Passsicherheit

Ein personeller Wechsel könnte sich auch auf die Ball- und Passsicherheit auswirken. In diesem Bereich war der FCM zuletzt schwach. Weil: „Nach einer Eroberung haben wir den Ball zu schnell wieder verloren. Daran müssen wir arbeiten. Wir müssen die richtige Balance finden, den nächsten Schritt machen.“

In Paderborn will Weil wieder ein Anführer sein, ob mit Ignjovski oder Rother. „Ich werde Gas geben. Wenn ich gebraucht werde, dann bin ich da. Das habe ich bisher immer bewiesen“, versichert er.

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