Zum ersten Mal in dieser Saison saß Björn Rother beim 0:1 des 1. FC Magdeburg in Würzburg auf der Bank.

Von
Manuel Holscher

Magdeburg l Nach seiner Gelbsperre in Aalen verpasste er erst seine zweite Drittliga-Partie für den FCM. Im Heimspiel am Sonnabend (14 Uhr) gegen Preußen Münster setzt er auf die Grundtugenden, die den Club starkgemacht haben.

Ungewohnter Gang zur Bank

Es war ein ungewohnter Anblick. Anstatt direkt auf den Rasen zu gehen und auf den Anpfiff zu warten, musste Rother in Würzburg auf der Bank Platz nehmen. Am Ende blieb er dort 90 Minuten, Trainer Jens Härtel verzichtete auf eine Einwechslung. „Der Trainer ist in der Position, manchmal etwas zu verändern. Gerade, wenn die Ergebnisse ausbleiben, ist das völlig legitim. Bisher hatte das auch immer gut funktioniert“, sagt der Mittelfeldspieler, der zu Saisonbeginn von Werder Bremen II nach Magdeburg kam.

Einige Tage vor der Partie bei den Kickers tauschte er sich mit Härtel aus. „Das war ein sehr gutes Gespräch. Er hat mir gesagt, wo es bei mir momentan hakt. Deshalb wusste ich, dass mein Platz nicht ganz sicher war.“

Der 21-Jährige betont, dass er trotz seiner Reservistenrolle auf keinen Fall Ärger machen werde. „Nur weil ich einmal draußen sitze, mache ich das bestimmt nicht. Meine Aufgabe ist jetzt, im Training Gas zu geben, damit ich dann gegen Münster wieder von Anfang an auflaufe.“

Gelbsperre kein Thema

Mit der drohenden zweiten Gelbsperre, Rother hat bereits neun Verwarnungen gesehen, hatte die Herausnahme übrigens nichts zu tun. „Ich denke über eine mögliche Sperre nie nach. Ich kassiere viele Gelbe Karten, weil ich ungern einen Gegenspieler an mir vorbeilaufen lasse. Dann foule ich zur Not lieber. Das gehört zu meinem Spiel, hat aber nichts mit der Aufstellung zu tun“, betont er.

In den vergangenen Wochen verfestigte sich der Eindruck, dass der Tabellenzweite momentan eine Blockade hat. Im Jahr 2018 erzielte das Team erst ein Tor, nach misslungenen Aktionen blieb auch das Selbstvertrauen auf der Strecke.

Kämpferische Leidenschaft abrufen

Am Sonnabend müsse der Club laut Rother deshalb unbedingt griffiger und galliger als Münster sein. „Man hat gesehen, dass die Gegner zuletzt mindestens genauso, wenn nicht sogar bissiger waren. Das darf uns nicht passieren. Diese kämpferische Leidenschaft gehört zu unseren Grundtugenden“, stellt er klar. „Uns ist klar, dass wir immer eine etwas bessere Einstellung als der Gegner haben müssen, um ein Spiel zu gewinnen. Das Selbstverständnis aus der Hinrunde fehlt aber momentan. Daran müssen wir arbeiten.“

Um die Balance zwischen Entspannung und Fokussierung zu halten, versucht Rother auch mal abzuschalten. „Ich war eigentlich immer ein verkopfter Spieler, der sich zu viele Gedanken gemacht hat“, sagt er. „Mir ist deshalb jetzt wichtig, dass ich mich zu Hause entspannen kann – auch ohne Fußball. Ich koche dann mit meiner Freundin oder bin mit ihr in der Stadt unterwegs.“

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