Richard Weil zurück im Rampenlicht

Beim 0:3 in Heidenheim zeigte Fußball-Zweitligist 1. FC Magdeburg in der zweiten Hälfte, dass das Team über Qualität verfügt.

Von

Heidenheim l Es war ein gefühltes Heimspiel für Richard Weil. Der 30-Jährige wurde in Heidenheim herzlich empfangen. Der Stadionsprecher kündigte ihn als „unseren Richi“ an. Auf der Tribüne hielt ein Fan ein Schild hoch, auf dem stand: „Willkommen zurück, Weil“. Es war fast so, als ob der verlorene und lang vermisste Sohn wieder da war.

Von 2009 bis 2013 stand Weil beim 1. FC Heidenheim unter Vertrag. Sein Trainer war damals Frank Schmidt, der bis heute im Amt ist und erst kürzlich bis 2023 verlängerte. Beim Warmmachen vor dem Spiel unterhielt er sich lange mit seinem Ex-Coach.

Weil macht kein Geheimnis daraus, dass ihm der warme Empfang guttat. Ihm rutschte nach dem Spiel sogar heraus, dass er sich immer freue, zurück in die Heimat zu kommen. Dabei stammt er eigentlich aus Frankfurt/Main. Aber: „Der 1. FC Heidenheim war meine erste Station im Männerfußball. Das ist schon etwas Besonderes. Ich habe noch mit Marc Schnatterer zusammengespielt, außerdem kenne ich Tim Skarke und Sebastian Griesbeck. Das sind Jungs mit einem überragenden Charakter“, sagte er. Nach der Partie tauschte er mit Skarke das Trikot.

So schön es für Weil war, alte Bekannte zu treffen, so sehr musste er mit dem Anpfiff die Faust in der Hosentasche ballen. Schließlich saß er zunächst nur auf der Bank – ausgerechnet in Heidenheim. Überhaupt: Die Bilanz von neun Zweitligapartien täuscht. Denn über 90 Minuten durfte er bisher nur einmal beim 3:3 gegen Duisburg auflaufen. Von 900 möglichen Spielminuten stehen nur 252 auf seinem Konto.

Prägende FCM-Rolle

Dass er das Zeug für eine prägende Rolle beim FCM hat, zeigte Weil in der zweiten Halbzeit, als er in der Pause für den verletzten Aleksandar Ignjovski eingewechselt wurde. Im defensiven Mittelfeld war er Antreiber und Taktgeber. Weil leitete Chancen ein, scheute sich aber auch nicht, selbst den Abschluss zu suchen. Mit ihm im 4-2-3-1-System dominierte der Club den Gegner fast über die gesamte zweite Halbzeit. „Richard hat es gut gemacht, als er reinkam“, lobte auch FCM-Trainer Jens Härtel, der sich in der Pause lange mit ihm unterhielt und offensichtlich die richtigen Worte fand.

Weil selbst ärgerte sich nach dem 0:3 in erster Linie über die Niederlage nach dem eigentlich positiven Spielverlauf. „Wir hätten in der zweiten Halbzeit zwingend ein Tor schießen müssen. Wir haben super gespielt, uns teilweise stark durchkombiniert“, betonte er. Und weiter: „Am Ende hat nur das Tor gefehlt. Wir müssen ansonsten aber an die Leistung der zweiten Halbzeit anknüpfen.“

Freitag gegen den HSV

Damit meinte er auch, dass diese spielerische Qualität bereits früher in einem Spiel gezeigt werden muss. „Wir dürfen nicht erst damit anfangen, wenn wir 0:2 zurückliegen. Das muss jetzt unser Anspruch sein. Natürlich ist defensive Stabilität wichtig, wenn aber die gesamte Mannschaft defensiv und offensiv arbeitet, dann kommen Halbzeiten heraus wie gegen Dresden und in Heidenheim.“

Weil ist bereit, seinen Teil dazu beizutragen, am liebsten bereits am Freitag (18.30 Uhr) im Heimspiel gegen den Hamburger SV und auch häufiger über 90 Minuten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere