Von Manuel Holscher ›

Das 2:1 des 1. FC Magdeburg gegen Fürth war ein dringend benötigter Sieg. Das Spiel hat gezeigt, dass die Einstellung beim FCM stimmt.

Magdeburg l Mario Kallnik und Maik Franz mussten zurückgehalten werden. Beide waren beim 2:1-Sieg des 1. FC Magdeburg am Sonnabend gegen Fürth mehr als einmal in Rage. Der Geschäftsführer und sein Sportchef litten an der Seitenlinie mit, sie fuchtelten mit den Armen, schrien Anweisungen auf den Rasen.

Kallnik und Franz jubeln mit Team

Nach dem Abpfiff, nachdem klar war, dass der FCM drei Punkte und den zweiten Heimsieg der Saison gesichert hatte, entlud sich dann die ganze Anspannung. Es waren pure Emotionen. Kallnik und Franz liefen auf dem Rasen, ballten die Fäuste, umarmten die Spieler und Trainer Michael Oenning. „Das war ein unheimlich wichtiger Sieg“, sagte Franz. „Das war genau die Einstellung, die wir jetzt auch in den restlichen drei Saisonspielen brauchen.“

Aus dem Sieg gegen Fürth kann der Club für den Saisonendspurt einiges herausziehen. Die Mannschaft blieb trotz des frühen Rückstandes durch Daniel Steininger (11.) weiter dran und kämpfte.

FCM fängt Ausfälle auf

Der FCM ließ sich auch von den schmerzhaften Ausfällen von Philip Türpitz, Jan Kirchhoff und Alexander Brunst nicht verunsichern. Trainer Oenning stellte die Taktik von einem 4-1-3-2 auf ein 3-5-2 um, setzte auf eine Dreierkette und mit Marius Bülter (rechts) und Timo Perthel (links) auf zwei flexible Mittelfeldspieler, die sich in der Defensivbewegung zurückfallen ließen. „Wir kennen das System gut. Es gibt wenige Mannschaften, die das so aktiv spielen wie wir“, betonte Innenverteidiger Dennis Erdmann. „Es ist aber eigentlich ganz egal, wie und in welchem System wir gewinnen.“

Vielmehr zählen für ihn im Kampf um den Klassenerhalt andere Werte. „Wir hatten alle 100 Prozent Einstellung, Leidenschaft und Wille. Das sind die Sachen, die man nicht messen kann“, sagte er. „Schönspielerei bringt uns gar nichts. Wir müssen das auf den Platz bringen, was uns stark macht.“

Kompakt und Wucht nach vorne

Und stark macht den FCM seit jeher eine kompakte Defensive und eine Wucht nach vorne, die das Team auch gegen Fürth immer wieder nachwies. Der Ausgleich war ein gutes Beispiel für das permanente Nachsetzen und den Willen, erfolgreich zu sein. Nach einem verunglückten Abschlag von Gästekeeper Sascha Burchert köpfte Felix Lohkemper zu Christian Beck, der nicht lange überlegte, direkt abzog und zum 1:1 traf (16.). „Es war wichtig für uns, dass wir so schnell den Ausgleich gemacht haben. Es war zwar ein Geschenk, das Christian den Ball so bekommen hat. Trotzdem muss man das Tor erst mal so machen. Es war ein tolles Tor“, schwärmte Oenning.

Der Druck, den der FCM durch die Siege der Konkurrenz hatte, zwang aber dazu, weiter nachzulegen. Und diese Art des Spiels lag dem Club: Die gegnerischen Spieler wurden bereits beim Aufbau gestört, die Oenning-Truppe war unangenehm, war eklig, wie es Sportchef Franz im Winter mal gefordert hatte. Fürth hatte mit diesem Stil Probleme – und machte Fehler. Ausgerechnet Paul Seguin, der Sohn von FCM-Legende Wolfgang Seguin, war es, der kurz vor der Halbzeit den Ball unbedrängt zurückpasste. Anstelle eines Mitspielers stand dort aber Marius Bülter, der schnell schaltete, auf Lohkemper weiterleitete, der wiederum zur Führung traf (45.+1). Danach pustete Lohkemper ordentlich durch. Der Offensivspieler arbeitete aufopferungsvoll, musste deshalb entkräftet nach rund einer Stunde ausgewechselt werden. Seine Mannschaftskollegen verteidigten danach den Vorsprung souverän bis zum Schluss.

Erdmann will jetzt eine Serie

Dennis Erdmann wollte nach dem Sieg aber gar nicht so lange feiern. Denn: „Wir müssen weiter Gas geben. Wir brauchen jetzt Siege, Siege, Siege. Alles andere ist egal“, forderte er. „Wir müssen jetzt bis zum 19. Mai volles Brett geben, müssen einfach abliefern. Es ist Zeit für eine Serie.“

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