Von Manuel Holscher ›

Wenn der 1. FC Magdeburg am Freitag (19 Uhr) Würzburg empfängt, hat Rico Preißinger gute Chancen, in die Startelf zurückzukehren.

Magdeburg l Rico Preißinger trägt eine Last mit sich herum. Der Mittelfeldspieler des 1. FC Magdeburg ist zweifelsfrei hoch veranlagt. Doch genau deshalb sind die Erwartungen an den 23-Jährigen auch ziemlich hoch. Das sieht auch Maik Franz so: „Rico kann in der 3. Liga ein Unterschiedsspieler sein.“ Was der FCM-Sportchef damit meint: Preißinger hat das Zeug, zu den besten Akteuren der Liga zu gehören, kann mit seinen technischen Fähigkeiten eine Partie entscheidend prägen.

Mit den Erwartungen ist das aber so eine Sache. Denn das, was die Zuschauer zu Saisonbeginn von Preißinger zu sehen bekamen, dürfte ihnen nicht immer gefallen haben. In acht Saisonspielen blieb er ohne Tor und Vorlage, sammelte stattdessen nur zwei Gelbe Karten. Es wirkte fast so, als wäre bei ihm eine unsichtbare Handbremse gezogen. „Ich habe zu Beginn nicht meinen Rhythmus gefunden“, gibt er zu.

Verletzung gegen Mannheim ein Knackpunkt

In der vergangenen Zweitligasaison war das noch ganz anders: Preißinger ließ seine Qualitäten in einigen Partien aufblitzen, beeindruckte mit sehenswerten Vorlagen gegen Union Berlin, den Hamburger SV und den 1. FC Köln.

Ein Knackpunkt war für den Mittelfeldspieler in dieser Spielzeit das Heimspiel gegen Waldhof Mannheim (1:1), als er nach knapp einer Stunde mit einer Gehirnerschütterung ausgewechselt werden musste und die Partie in Meppen (3:1) verpasste. In der Folge spielte er nur noch einmal über 90 Minuten, saß zuletzt gegen Duisburg und in Kaiserslautern auf der Bank. „Natürlich war ich nicht begeistert, dass ich draußen sitzen musste. Die Jungs haben es aber gut gemacht, der Konkurrenzkampf im Kader ist gerade auf meinen Positionen hoch“, sagt der Mann, der zentral sowohl im offensiven als auch defensiven Mittelfeld spielen kann. „Im Training hat mich das noch mehr angespornt, dem Trainer zu zeigen, dass ich auf den Platz gehöre.“

Auch Coach Stefan Krämer betont immer wieder, dass Preißinger ein zentraler Baustein in seinem System ist: „Rico ist flexibel einsetzbar, kann im Mittelfeld eigentlich jede Position spielen. Er gehört zu unseren Top-Spielern, daran gibt es keinen Zweifel.“

Überzeugende Leistung auf dem Betzenberg

Und es deutet einiges darauf hin, dass sich Rico Preißinger auf dem Weg zurück zur alten Stärke befindet. Auf dem Betzenberg zeigte er zuletzt die zu Saisonbeginn vermissten Stärken: schnelle, präzise Pässe über 20, 30 Meter in die Tiefe und eine enorme Zweikampfstärke. Nach seiner Einwechslung überzeugte er in rund 30 Minuten, in denen er auf dem Rasen stand. Mit Preißinger auf dem Platz war der FCM auf Anhieb präsenter, wacher. „Als der erste Pass ankam, hatte ich sofort das Gefühl, gut in der Partie zu sein“, sagt er.

Preißinger als Spielmacher?

Der gebürtige Oberfranke brachte damit ein kreatives Element ins FCM-Spiel, das dem Club zuletzt fehlte. Dieses Vakuum ist durch den verletzungsbedingten Ausfall von Spielmacher Mario Kvesic entstanden. Da mit Jürgen Gjasula ein weiterer Kreativspieler wegen seines Mittelhandbruchs noch ausfällt, blieb diese Stelle unbesetzt. Und genau dort, vor den beiden Sechsern Thore Jacobsen und Björn Rother, könnte Preißinger am Freitag gegen Würzburg auflaufen – um die Bälle zu verteilen und die Stürmer einzusetzen. „Ich fühle mich in der Zentrale besonders wohl, ob im defensiven oder offensiven Mittelfeld“, sagt er. „Die Verletzung habe ich ausgestanden, ich fühle mich fit. Jetzt hoffe ich einfach auf noch mehr Spielzeit.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere