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Wenn am Sonntag die zweite Pokalrunde ausgelost wird, dann hat Jens Härtel schonen einen konkreten Wunsch. „Ich habe gehört, dass Union Berlin auch weiter ist. Gegen die würden wir gern mal spielen“, sagte der Trainer des 1. FC Magdeburg. Kein Wunder: Härtel hatte früher als Profi selbst für die Berliner gekickt.

Doch, auch wenn aus der Lostrommel erneut ein Fußball-Erstligist gezogen würde, bange wäre seiner Mannschaft bestimmt nicht. Schließlich hatte sie am Sonntagabend den FC Augsburg beherrscht, mit 2:0 bezwungen und den Coup von 2014 gegen eben jenen Gegner (1:0) wiederholt.

FCM-Trainer Jens Härtel lobt die Mannschaft

Entsprechend lobte Härtel sein Team: „Zwar braucht man auch Glück, aber das haben wir uns erarbeitet“, betonte Härtel. Er war von der Physis seiner Jungs überrascht. „Ich hätte nicht gedacht, dass sie so lange das Tempo durchziehen können.“

Dass der 1. FC Magdeburg im DFB-Pokal große Spiele abliefern kann, ist keine Neuigkeit. Schon gegen Bayer Leverkusen 2014 und Eintracht Frankfurt in der vergangenen Saison waren die Elbestädter weitgehend die bessere Mannschaft. Beide Partien hatten aber den Schönheitsfehler, dass sie im Elfmeterschießen verloren gingen. „Nach den bitteren Niederlagen gegen Leverkusen und Frankfurt waren wir diesmal einfach mal dran“, sagte Härtel.

Magdeburg-Keeper Mario Seidel wird „Man of the Match“

Extralob erhielt Torhüter Mario Seidel. „Er hat uns drei-, viermal in wichtigen Situationen im Spiel gehalten“, stellte Härtel fest. Der dritte Keeper war durch Verletzungen von Stammtorhüter Jan Glinker und Ersatzmann Alexander Brunst ins Tor gerückt – und für seine Leistung wurde der 22-Jährige auch zum „Man of the Match“ gewählt.

Auf den Rängen gab es natürlich „Wir fahren nach Berlin“-Sprechchöre. Kapitän Marius Sowislo grinst. „Nach Berlin ist’s noch ein weiter Weg. Wir wollen erstmal nach Münster“, sagte er. Dort trifft der FCM im Drittliga-Alltag am Sonnabend auf den SC Preußen.

Der Pokal-Coup rechnet sich für den FCM: 159.000 Euro gab es für die erste Runde, 318.500 bringt die zweite ein. Dazu kommen die erheblichen Zuschauereinnahmen. Unter dem Strich wird der FCM in dieser Pokalsaison mindestens etwa 600.000 Euro generieren. Geld, das in den Kader gesteckt werden könnte, um im Mai 2018 dann den Zweitliga-Aufstieg feiern zu können. Dass die Blau-Weißen spielerisch eigentlich schon jetzt Zweitliga-Format haben, bewiesen sie am Sonntagabend.

Übrigens: In der dritten Runde bekommen die Klubs 637.000 Euro allein aus der Zentralvermarktung des DFB. (mz/cka/dpa)

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