Von Anne Toss ›

Petrik Sander und Thomas Hoßmang – eine besondere Konstellation beim 1. FC Magdeburg.

Magdeburg l Zwei bis drei Tage die Woche ist Petrik Sander schon in Magdeburg anzutreffen. Zurzeit stellen sich unter anderem Probespieler bei der U 19 des 1. FC Magdeburg vor. Klar, dass der zukünftige Trainer da dabei ist. Sander, 59 Jahre alt und gebürtig aus Quedlinburg, hat von Februar bis Juni vergangenen Jahres Regionalligist Budissa Bautzen trainiert, konnte den Abstieg dort aber nicht verhindern. Jetzt also, ein gutes Jahr später, kommt er ans Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des FCM. Vieles hängt dabei mit Drittliga-Cheftrainer Thomas Hoßmang zusammen.

„Ja, das zwischen uns ist eine freundschaftliche Beziehung“, erzählt Sander, „schon bevor klar war, dass ich nach Magdeburg komme, haben wir regelmäßig miteinander telefoniert.“ Bei einem dieser Telefonate kam dann die Frage auf: Würdest du uns hier helfen? Und Sander willigte ein. „Es ist eine spannende Aufgabe, und junge Spieler in den Profi-Bereich zu bringen, etwas, wofür es sich lohnt, zu arbeiten“, sagt er.

Sander freut sich auf U 19

Sander hat fünf gemeinsame Jahre mit Hoßmang als seinem Co-Trainer an der Seitenlinie erlebt. Mit Energie Cottbus schafften sie 2006 ihren bislang wohl größten Erfolg, den Aufstieg in die Bundesliga. Sander war klar, dass Hoßmang „nicht geboren für die zweite Reihe“ ist, stellte er in einem Interview mit „Liga-Drei.de“ fest.

Jetzt, als sein eigener Wechsel ans NLZ mitgeteilt wurde, zog manch einer aber auch erstaunt die Augenbrauen nach oben. Sander als Jugend-Trainer? Kommt das nicht einem Schritt in die zweite Reihe gleich? Der 59-Jährige wiegelt ab. „Wir reden hier ja nicht von Kindern, sondern von jungen Erwachsenen, die wissen, was sie wollen. Dass sie den Schritt in den Profi-Bereich schaffen, dabei kann ich mit meiner Erfahrung helfen“, stellt er klar.

Klassenerhalt hat Priorität

Nur brauche er, um diese Durchlässigkeit zu erreichen, auch einen „Gegenpart“. Jemanden, der den Jungs dann auch in der 3. Liga das Vertrauen gibt. Und das wiederum kann in der nächsten Spielzeit nur Hoßmang sein. „Das Beispiel mit Julian Weigel, der bei seinem Profi-Debüt gleich das Tor zum 1:1-Unentschieden gegen den HFC erzielt hat, zeigt doch, dass Mut belohnt wird“, sagt Sander. Und fügt an: „Ich denke, die Voraussetzungen dafür sind gut, wenn beide Trainer ein gutes Verhältnis haben. Zwischen Thomas und mir wird es eine enge Verzahnung geben“, ist er sich sicher.

Mit seiner Mannschaft bereitet er sich wie die Profis ab dem 10. August auf die U-19-Bundesliga vor. Oberste Priorität: die Liga halten. „Für den FCM ist das unheimlich wichtig, allein, um weiterhin ein Sprungbrett für die Karriere der Spieler zu bieten.“

NLZ-Leitung weiter unbesetzt

Inwiefern er neben seiner Trainer-Tätigkeit noch als NLZ-Leiter gefordert sein könnte, ist offen. Immerhin ist nach dem Weggang von Hoßmang diese Stelle noch unbesetzt. Die Aufgaben teilen sich gerade der sportliche Leiter Sören Osterland und der wirtschaftliche Leiter Mario Winkler. Die „Bild“-Zeitung hatte spekuliert, dass Hoßmang eine Rückkehr-Klausel in seinem Vertrag bis 2022 haben könnte, sprich: Sollte er als Cheftrainer scheitern, könnte er problemlos ins NLZ zurückkehren. Umgekehrt gilt, dass Sander in so einem Fall ohne Probleme zum Chefcoach aufrücken könnte. „Ich tue gut daran, mich auf meine Aufgabe zu konzentrieren“, betont Sander.

Bislang pendelt er noch zwischen Berlin und Magdeburg, sucht etwas Dauerhaftes. „Eine Unterkunft finde ich immer. Zur Not bei Thomas auf der Couch“, sagt er und lacht.

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