Von Manuel Holscher ›

Nach dem schwachen 1:1 in Jena hat der erfahrene Vize-Kapitän Timo Perthel vom 1. FC Magdeburg sich und sein Team in die Pflicht genommen.

Magdeburg l Beim lockeren Aufgalopp des 1. FC Magdeburg am Dienstagnachmittag joggte Timo Perthel ganz vorne neben Tobias Müller. Nach dem 1:1 in Jena tags zuvor nutzte der 30-Jährige die Einheit auch, um die Müdigkeit herauszulaufen. Denn: „Ich habe nach dem Spiel kaum geschlafen.“

Die Gedanken an den schwachen Auftritt beim Tabellenletzten hielten Perthel wach. „Wir waren in der Kabine stinksauer, weil wir einfach den Anspruch haben, solche Spiele wie in Jena zu gewinnen“, berichtet Perthel. Die Videoanalyse am Dienstag führte der Mannschaft noch mal vor Augen, warum der FCM beim klaren Außenseiter enttäuschte. „Da haben wir uns häufig gedacht: ,Mensch, jetzt spielt doch mal schneller‘“, erzählt Perthel.

Flanken allein reichen nicht gegen defensive

Das galt auch für ihn selbst. Als Linksverteidiger soll Perthel mit seinem Pendant auf der rechten Seite, Dominik Ernst, immer wieder den Weg nach vorne suchen, den Gegner mit Flanken beschäftigen – und Torvorlagen geben.

Beim Ausgleich durch Christian Beck klappte das auch gut, als Ernst im Nachsetzen an den Ball kam und passgenau auf den Kopf des Kapitäns flankte. Ansonsten blieben die Flanken aber oft stumpf. Auch aus dem zentralen Mittelfeld kam zu wenig. Deshalb steht für Perthel fest: „Gegen solch tief stehende Mannschaften müssen wir gemeinschaftlich mehr Lösungen finden, die richtigen Laufwege wählen, um einen Abwehrblock zu knacken. Flanken allein können nicht der Weg sein.“ Für ihn ist nämlich ganz klar: „Es wird nicht das letzte Spiel in der 3. Liga gewesen sein, in dem sich ein Gegner so defensiv präsentiert.“

Perthel will sich aber keinesfalls über den destruktiv auftretenden Gegner beschweren. Im Gegenteil: „Wir brauchen nicht damit anzufangen, zu sagen, dass es nicht unsere Schuld ist. Fakt ist: Es ist immer unsere Schuld, wenn wir keine Lösungen finden.“

Als Vize-Kapitän fühlt er sich verantwortlich, er will mithelfen, die Mannschaft besser machen. Im Vergleich zu Ernst, der bereits vier Vorlagen auf dem Konto hat, ist das Statistikblatt bei Perthel allerdings in sieben Drittligaspielen bisher noch leer. Ein Zustand, der ihn selbst nervt: „Ein klassischer Fußballerspruch wäre, dass mir egal sein kann, wer die Tore macht oder Vorlagen gibt. Klar ist aber, dass ich auch gerne treffen oder Tore vorbereiten würde.“ Nach dem Jena-Spiel war deshalb Frust angesagt. „Ich war mit mir unzufrieden, denke aber, dass ich nicht der Einzige war, dem es so ging.“

Allen kritischen Tönen zum Trotz sieht der erfahrene Defensivspieler aber auch einige positive Anzeichen. Ein Schlüssel auf dem Weg zur Besserung sei Kommunikation. „Das Gute in unserem Team ist, dass wir viel und sehr offen miteinander reden.“ In Jena wurde bereits kurz nach dem Abpfiff diskutiert. „Auf dem Weg zur Fankurve haben wir uns darüber unterhalten, was uns aufgefallen ist, was schlecht lief und was wir verbessern können. Bei jedem Spieler ist zu sehen, dass er sich verbessern will. Das ist ein wichtiger Ansatz.“

Bis zum nächsten Drittligaspiel am 13. September zu Hause gegen den MSV Duisburg hat der FCM jetzt einige Tage Zeit, um das vergangene Spiel aufzuarbeiten – und sichtbare Fortschritte zu machen.

Die Zeit bis zum Spiel gegen Duisburg gezielt

Und genau das gibt Perthel sich und seinen Mannschaftskollegen als Auftrag mit. „Diese Zeit wollen wir nutzen, fokussiert sein, gezielt an unseren Schwächen arbeiten. Außerdem wollen wir einen guten Plan entwickeln, damit wir in Zukunft auch gegen tief stehende Gegner erfolgreich sind.“

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