Sportchef Maik Franz und Geschäftsführer Mario Kallnik arbeiten an Verstärkungen für den 1. FC Magdeburg. Zudem deuten sich Abgänge an.

Magdeburg l Maik Franz hat momentan viel zu tun. Das liegt zum einen daran, dass die Weihnachtstage vor der Tür stehen – seine Familie, vor allem die beiden Kinder, wollen schließlich beschenkt werden. Das liegt aber auch am Winter-Transferfenster, das am 1. Januar öffnet. „Momentan läuft die ganz heiße Zeit“, sagt deshalb der FCM-Sportchef.

Es gilt, sich mit potenziellen Neuzugängen zu treffen, sie vom Club zu überzeugen. Und die richtigen Kandidaten zu finden, die der Mannschaft bei der Mission Klassenerhalt sofort weiterhelfen. Gesucht wird in allen Bereichen, neue Spieler sollen möglichst auf mehreren Positionen einsetzbar sein.

Aber: Kaderplanung ist nie nur eine Einbahnstraße. 26 Spieler stehen beim Club momentan unter Vertrag. Franz stellt klar: „Wir haben nicht vor, den Kader zu vergrößern.“ Das bedeutet: Spieler müssen den FCM verlassen, um Platz für Neue zu schaffen. Deshalb werden in den kommenden Tagen sicherlich Gespräche geführt: Mit Spielern, die beim FCM zuletzt kaum Einsatzzeit hatten und den Verein deshalb im Winter verlassen könnten.

Handke vor Abgang

Zu diesen Spielern könnte Christopher Handke gehören: Der Innenverteidiger spielt unter Trainer Michael Oenning keine Rolle, war gegen Union Berlin und beim 1. FC Köln nicht mal im Kader. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus. Für ihn ist ein Wechsel deshalb wahrscheinlich – in der 3. Liga soll Carl Zeiss Jena Interesse haben.

Auch Richard Weil ist ein möglicher Kandidat, der sich im Winter ein neues Trikot überstreifen könnte. FCM-Trainer Michael Oenning bevorzugt im Mittelfeld schnelle Spieler. Der 30-jährige Weil ist zwar erfahren und technisch beschlagen, an der Schnelligkeit aber hapert es. Da sein Vertrag am Saisonende ebenfalls ausläuft und Charles Elie Laprevotte, Rico Preißinger sowie Björn Rother mehr Spielanteile hatten, ist ein Wechsel denkbar.

Anders sieht das bei Nico Hammann aus: Der 30-Jährige ist zwar auch nicht der Schnellste. Er hat aber den Vorteil, dass er einen sehr feinen Fuß und zudem Stärken bei Standards hat. Auch wenn er zuletzt keine Einsatzminuten mehr bekam, ist ein vorzeitiger Wechsel deshalb unwahrscheinlich.

Leihe wahrscheinlich

Schwierig gestaltet sich die Situation bei einigen Neuzugängen, die bisher noch nicht gezündet haben. Bei Joel Abu Hanna und Manfred Osei Kwadwo erwarteten viele Beobachter nach dem Trainerwechsel einen Durchbruch. Beide spielen aber auch unter Oenning nicht. Gerade Abu Hanna drängt auf den nächsten Schritt. Der 20-Jährige will unbedingt spielen. Da sein Vertrag bis Sommer 2020 läuft, ist eine Leihe wahrscheinlich. Der linke Außenverteidiger hat Potenzial, braucht aber Spielpraxis. Kwadwos Situation hingegen scheint offener: Oenning deutete an, dass er sich von der Dribbelstärke des 23-Jährigen noch einiges verspricht.

Deutlich mehr hatten die FCM-Verantwortlichen von Mergim Berisha erwartet, der vom österreichischen Top-Verein RB Salzburg ausgeliehen wurde. Der 20-Jährige hat den höchsten Marktwert beim FCM, blieb den Nachweis bisher allerdings völlig schuldig. In der 2. Bundesliga kommt er nur auf enttäuschende vier Kurzeinsätze. Zuletzt war er gar nicht im Kader.

Da Oenning mit zwei Stürmern spielen lässt, ist ein vorzeitiges Ende der Leihe nicht ausgeschlossen, um Platz für einen neuen Stürmer zu machen. „Das Vertrauen in unseren Kader ist da“, sagt Sportchef Franz zwar. Aber: „Es gibt natürlich einige Spieler, die unzufrieden sind. Mit ihnen tauschen wir uns offen und ehrlich aus und sprechen über mögliche Lösungen.“

Das gilt auch für Eigengewächse wie Philipp Harant und Tarek Chahed. Beide haben noch keine Minute auf ihrer Zweitliga-Uhr. Harant sollte im Sommer zum Kooperationspartner Germania Halberstadt ausgeliehen werden – lehnte aber ab. Im Winter könnte es mit dem Regionalligisten klappen.

Chahed hat dagegen immer wieder betont, sich durchbeißen zu wollen. Da sein Vertrag ausläuft, ist eine Trennung frühestens im Sommer denkbar.

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