Von Anne Toss ›

Otmar Schork, neuer Sportdirektor beim 1. FC Magdeburg, will mit Fleiß vorangehen – und handelt.

Magdeburg l Das, was war, betont Otmar Schork, werde er außen vorlassen. „Ich blicke nach vorn“, sagt der neue Sportdirektor des 1. FC Magdeburg bei seiner Vorstellung und belegt diese Herangehensweise gleich mit einer seiner ersten Amtshandlungen. Die suspendierten Spieler Jürgen Gjasula und Sören Bertram sind zurück im Mannschaftstraining. Wobei Schork herausstellt, dass das nicht seine alleinige Entscheidung gewesen ist: „Wir hatten jeweils ein Sechs-Augen-Gespräch mit den Profis – der Trainer, die Spieler und ich. Die Gespräche waren klar und deutlich, und ich hoffe, dass sie zielführend sein werden. Thomas Hoßmang und ich haben dann die Entscheidung getroffen, dass die Spieler ab sofort wieder dabei sein werden.“

Nichtsdestotrotz: Kaum ist Schork da beim FCM, handelt er. „Ich werde fleißig sein“, verspricht er, „und werde die Werte, die wichtig sind, vorleben.“ Eine Wohnung in Magdeburg hat der 63-Jährige schon bezogen, jetzt gehe es ihm vorrangig darum, den Trainerstab, die weiteren Verantwortlichen und eben insbesondere die Mannschaft kennenzulernen. „Meine Hauptaufgabe wird es zunächst sein, das Flaggschiff, also das Team, auf Kurs zu bekommen“, sagt Schork.

Teamspirit hat Priorität

Auch deshalb hat und wird er Einzelgespräche mit den Profis führen, um zu erfahren, „wer hinter diesen Spielern steckt, wie der Mensch ausschaut, wie sie ticken“. Absolute Priorität hat für ihn der Teamspirit. „Alle Eitelkeiten müssen weggelassen werden. Das ist die Voraussetzung dafür, eine Mannschaft auf dem Platz zu haben, die alles gibt“, stellt Schork klar. Und fordert ein: Leidenschaft, Emotion, extremen Fleiß.

Dass FCM-Coach Thomas Hoßmang vor dem Spiel gegen Bayern München II (2:1) unter Druck stand, ist natürlich auch Schork nicht entgangen. Zur Trainerdiskussion merkt er an: „Es ist definitiv so, dass ich vereinen will und nicht spalten. Von daher ist es klar, dass ich es jetzt gerne sehe, dass ich mit Thomas zusammenarbeiten und ihn kennenlernen kann.“ In einem Nebensatz lässt der ehemalige Sportdirektor von Zweitligist SV Sandhausen aber auch durchklingen, dass er die Arbeit des Trainers genau unter die Lupe nimmt. „Die Inhalte sind mir wichtig, dass das Betriebsklima zwischen Trainer und Mannschaft, die Rhetorik und die Ausstrahlung stimmen“, benennt Schork mehrere Punkte.

Große Mehrheit wollte Schork

Während seiner Vorstellung, bei der auch FCM-Präsident Peter Fechner und Aufsichtsratsvorsitzender Lutz Petermann, anwesend waren, stellt sich zudem heraus: Schork war der favorisierte Kandidat der Gremien, die sich mit deutlicher Mehrheit für ihn entschieden haben. Aufsichtsratsmitglied Jörg Biastoch hatte erstmals Ende September Kontakt zu ihm aufgenommen, den Stein so ins Rollen gebracht.

„Ich habe mich nicht beworben“, sagt Schork, „ich hätte auch keinen Job annehmen müssen, um Geld zu verdienen.“ Vielmehr will er diese Herausforderung angehen, weil es für ihn in einer Fußballstadt und einer Region, die Fußball lebt, noch einmal ein „Kick“ sei. Und: „Weil ich diesen Job liebe.“

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