Der 1. FC Magdeburg ist in der heißen Saisonphase angekommen. Am Ostersonntag (13.30 Uhr) will der FCM in Regensburg überraschen.   Von Manuel Holscher

Magdeburg l In der Ecke des Presseraumes der MDCC-Arena stand gestern ein Korb. Dieser war fast leer, nur eine CD lag drin. Auf dieser stand mit einem Filzstift „1. FC Magdeburg gegen SV Darmstadt“ geschrieben. Es war die Aufnahme des vergangenen Heimspiels, das der FCM mit 0:1 verlor.

Beachtung fand diese CD bei den FCM-Verantwortlichen allerdings nicht mehr. FCM-Trainer Michael Oenning wollte nur noch über die Partie am Ostersonntag bei Jahn Regensburg sprechen.

Vier Ausfälle beim FCM

In diesem Spiel muss der Coach improvisieren – mit Giorgi Loria (Adduktoren), Philip Türpitz (Muskelverletzung), Dennis Erdmann (zehnte Gelbe Karte) und Michel Niemeyer (Knieverletzung und Erkältung) fallen gleich vier Spieler aus. In den Kader zurückkehren wird Offensivspieler Steven Lewerenz, der seine Rückenprobleme auskuriert hat.

Oenning geht mit den Personalproblemen offen um, spricht sogar über taktische Gedankenspiele. „Wir werden das System nicht ändern“, verrät Oenning. Heißt: Es bleibt bei der Viererkette vor Torhüter Alexander Brunst. „Steffen Schäfer wird in der Innenverteidigung Dennis Erdmann ersetzen. Steffen hat in den vergangenen Wochen gut trainiert, hat sich nie unterkriegen lassen“, betont der Coach.

Bedeckt hält sich Oenning, wie er das Loch, das der Ausfall von Philip Türpitz reißt, stopfen will. „Ich bin mir noch nicht ganz sicher. Das hängt auch davon ab, wie Regensburg auflaufen wird. Deshalb möchte ich mich noch nicht festlegen“, sagt er.

Rother kämpfte zweimal gegen den Abstieg

Klar ist: Der FCM braucht im Kampf um den Klassenerhalt Siege, ein Unentschieden könnte zu wenig sein. Rechtsverteidiger Björn Rother vertraut in der entscheidenden Saisonphase auf die mentale Stärke der Mannschaft. „Der Druck ist zwar sehr hoch und von der ganzen Stadt auf ein paar Schultern verteilt“, sagt er. „Wir haben aber Typen in der Mannschaft, die damit umgehen können und schon einiges erlebt haben.“

Rother selbst kämpfte mit Werder Bremen II in der Saison 2015/16 und 2016/17 zweimal in der 3. Liga gegen den Abstieg – und rettete sich mit seinem Team jeweils am letzten Spieltag. „Ich habe aus dieser Zeit sehr viel mitgenommen und gelernt“, betont er. Und: „Ich bin mir sicher, dass wir es in dieser Saison auch schaffen werden. Gut ist, dass wir es in der eigenen Hand haben.“

Wichtig sei jetzt kurz vor der Ziellinie, die richtige Balance zwischen Anspannung und Lockerheit zu finden. „Es geht um sehr, sehr viel. Dementsprechend müssen wir jedes Spiel mit voller Konzentration angehen“, so Rother.

Mut machen kann ein Blick auf die vergangene Saison: Am Ostersonntag vor einem Jahr spielte der FCM nämlich ebenfalls in Bayern, gewann mit 1:0 bei der SpVgg Unterhaching. Im Rückblick sprachen viele Spieler davon, dass diese Partie ein Schlüsselerlebnis im Aufstiegskampf war. In der Folge gewann der Club alle restlichen sieben Drittligaspiele.

Auch diesmal soll das Spiel am Ostersonntag zum Schlüsselerlebnis werden. „Wir waren im vergangenen Jahr kurz vor Saisonschluss in einer richtig guten Form. Wir haben gezeigt, dass in der heißen Phase auf uns Verlass war“, sagt Rother. „Das gilt es jetzt zu wiederholen. Wir wollen wieder zeigen, dass wir ein Team sind, dürfen niemanden alleine stehen lassen. Die Mannschaft ist darauf vorbereitet.“

FCM muss Torchancen besser nutzen

Um den erhofften Schwung aufzunehmen, muss der FCM allerdings seine Torchancen effizienter nutzen. In den vergangenen sechs Spielen erzielte der Club nur drei Treffer. „Wir schießen zu wenig Tore“, sagt Oenning zwar. Aber: „Fakt ist auch, dass wir uns im Jahr 2019 in den meisten Partien bisher viele Chancen herausgespielt haben.“

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