Von Dennis Uhlemann ›

Das Winter-Transferfenster ist geöffnet. Der 1. FC Magdeburg gehört zu den Clubs, die sich verstärken wollen, doch es ist schwierig.

Magdeburg l Normalerweise ist Anfang Januar auf den einschlägigen Fußball-Websites die Hölle los. Zu- und Abgänge sowie Leihen werden fast im Minutentakt verkündet. Wenn das Winter-Transferfenster am Montag öffnet, wird das etwas anders sein. Die Pandemie hat die Klubs wirtschaftlich arg gebeutelt – gerade in der 3. Liga. Große Investitionen im Winter scheinen unrealistisch.

Und doch drängt sich vor allem bei den kriselnden Vereinen wie Drittliga-Schlusslicht 1. FC Magdeburg die Frage auf, ob nicht noch ein oder mehrere neue Spieler benötigt werden, um die Misere abzuwenden? Platz im Kader sei immer, meint FCM-Coach Thomas Hoßmang, der einem möglichen Neuzugang durchaus offen gegenübersteht, aber betont: „Es muss passend sein, der Spieler müsste sofort funktionieren.“

13 Tore in 15 Drittliga-Spielen

In welchem Bereich Bedarf besteht, lässt sich hinsichtlich der erst 13 Tore in 15 Drittliga-Spielen nicht leugnen, das hat auch FCM-Sportdirektor Otmar Schork im Interview mit der Volksstimme deutlich gemacht: „Klar ist, dass wir in der Offensive Defizite sehen und uns dort verstärken wollen.“ FCM-Coach Hoßmang konkretisierte in dieser Woche: „Wir brauchen Tempo, jemanden, der im Eins-gegen-eins gute Lösungen hat und auch auf den Flügeln spielen kann.“

Da angesichts der unklaren finanziellen Lage wohl keine großen Ablösesummen auf den Tisch gelegt werden können, wäre ein Leihgeschäft für den FCM sicher wieder eine Option. Denn mit Maximilian Franzke machten die Blau-Weißen beispielsweise ein gutes Geschäft.

Sofort helfen – wie der Außenstürmer vom Zweitligisten FC St. Pauli – sollte auch ein weiterer potenzieller Neuzugang.

Als Schlusslicht nicht die beste Adresse

Hoßmang: „Es sollte ein Spieler mit Qualität sein, der aber auch bereit ist, die Situation vom Tabellenplatz anzunehmen und die Chance sieht, hier mitzuhelfen, alles wieder in die richtige Richtung zu schieben.“ Fest steht jedoch auch, dass der FCM als Tabellenletzter zurzeit kaum eine gute Adresse für Zweitliga-Talente darstellt, die den nächsten Schritt machen wollen. Spieler wie Merveille Biankadi, der vom 1. FC Heidenheim an 1860 München ausgeliehen wurde, oder Lion Lauterbach, der ebenfalls im Leihgeschäft von Holstein Kiel zu Hansa Rostock wechselte, waren für den FCM nicht zu haben.

Schork und sein Netzwerk

Letztlich stellt sich die Frage, bei welchen Spielern der FCM überhaupt Aussichten auf eine Verpflichtung hat. „Entscheidend wird sein, was der Markt uns hergibt“, sagt Schork. Aufgrund der Vergangenheit des FCM-Sportdirektors beim SV Sandhausen und sein großes Netzwerk in der Region kämen frühere SVS-Spieler beim FCM sicher in Frage – dazu gehört unter anderem Florian Hansch. Der Flügelspieler wurde vergangene Saison an den Halleschen FC ausgeliehen. Dort erhielt er jedoch keinen neuen Vertrag und ist zurzeit vereinslos. Ebenfalls ein Akteur mit Sandhausener Vergangenheit ist Mohamed Gouaida, der bei Waldhof Mannheim unter dem neuen Trainer Patrick Glöckner kaum mehr spielt und dem FCM als Spielmacher guttun könnte. Nicht zu vergessen der ehemalige FCM-Publikumsliebling Philip Türpitz, der vergangenen Mittwoch von Sandhausen freigestellt wurde.

Unruhe bei Türkgücü München

Der Blick von Schork geht womöglich auch in Richtung München, wo zuletzt die Schreckensnachricht einschlug, dass sich Türkgücüs Investor Hasan Kivran aus dem Verein zurückziehen wird. Zu den unzufriedenen Spielern in München gehören Tom Boere und Daniele Gabriele, im vergangenen Jahr mit jeweils neun Toren Topscorer in Uerdingen bzw. Jena. Aus ihrem Umfeld ist zu hören, dass mehrere Drittligisten Interesse zeigen. Gerade Gabriele könnte als flexibel einsatzbarer Spieler wertvoll für den FCM sein. Ein weiterer Vorteil: Raphael Obermair kennt ihn bereits aus der gemeinsamen Zeit in Jena.

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