Volksstimme vom 08.07.2015
Autor: Rainer Schweingel
Weihnachtssingen im Stadion

Die Fußballer des 1. FC Magdeburg und Kirchen laden am 22. Dezember erstmals zum Weihnachtssingen ins Stadion ein.

Magdeburg l Den 22. Dezember sollten sich Fußballfans und Freunde gepflegter Weihnachtslieder gleichermaßen im Adventskalender fest vormerken. An jenem Dienstag soll beides in Magdeburg zusammengeführt werden und eine Premiere erleben. Erstmals laden der FCM und die Arbeitsgemeinschaft Christen in Magdeburg (CiMD) zu einem Weihnachtssingen in das Stadion ein.

Die Idee kam vom FCM und ist Teil vieler Aktionen zum 50. Jahrestag der Klubgründung. FCM-Vizepräsident Hagen Hoffmann schickte deshalb gemeinsam mit Diakon Wolfgang Gerlich von der Arbeitsgemeinschaft ein Einladungsschreiben auf die Reise, das hoffnungsvoll stimmt. Auszug: „Planen Sie bitte keine Adventskonzerte, Weihnachsfeiern oder andere Veranstaltungen an diesem Tag. Ziehen Sie dicke Socken, Mütze und Handschuhe an, bringen Sie gute Laune mit und kommen Sie zu unserem Adventssingen in die MDCC-Arena.“

Nach bisherigen Planungen soll das „Große Advents- und Weihnachtsliedersingen“ gegen 18 Uhr starten und eine Mischung aus Fanliedern, Weihnachtsmelodien und – gedichten sowie Einlagen vonseiten des Klubs mit Bezug zum 50. Gründungstag sein. Die Gesamtdauer soll eine Spiellänge plus Verlängerung – also maximal 120 Minuten – nicht überschreiten. Einzelheiten waren gestern vom FCM nicht zu erfahren. Nach Volksstimme-Informationen soll der Eintritt frei sein. Allerdings werden aus organisatorischen Gründen wohl Tickets vergeben.

Magdeburgs Christen haben die Idee von einem Weihnachtssingen gern aufgegriffen. Diakon Wolfgang Gerlich: „Na klar ist das auch für uns Neuland. Aber wir freuen uns darauf und haben es sofort als ökumenische Veranstaltung aller Christen in Magdeburg unterstützt.“

Natürlich habe es auch den einen oder anderen Christen gegeben, der die Idee der Vermischung von Fußball und Weihnacht kritisch sieht. „Deswegen sagen wir auch, dass es gewisse Grenzen geben wird. Ansonsten muss man sich ja nur mal ansehen, wie viele Fußballer sich bekreuzigen, bevor sie aufs Spielfeld laufen“, so Diakon Gerlich weiter.

Weihnachtssingen in Stadien gibt es schon anderswo. Die Wiege bereiteten die Fans von Union Berlin. 2003 trafen sich 89 Fans mit Gebäck und Glühwein in Höhe der Mittellinie im Stadion An der Alten Försterei. Mittlerweile hat das jährliche Singen dort Kultstatus mit vereins- und generationsübergreifendem Charakter und weit mehr als 25 000 Fans. Ein Chor stimmt Lieder an. Ein Pfarrer trägt die Weihnachtsgeschichte vor. Lieder und Kerzen gibt es gratis dazu. Ähnlich läuft es in Aachen bei der dortigen Alemannia ab.

Nun greifen Klub und Kirche die Idee auf. Fehlt eigentlich nur noch der Weihnachtsmann in Blau-Weiß mit der Rückennumer 24 – für Heiligabend, versteht sich.

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