Ab 1. Januar kann bei den Heimspielen des 1. FC Magdeburg in der MDCC-Arena nur noch bargeldlos bezahlt werden.

Magdeburg l Eine Gruppe junger Männer steht vor dem Drittliga-Landesderby zwischen dem 1. FC Magdeburg und dem Halleschen FC an einem Versorgungsstand in der MDCC-Arena und bestellt vier Bier. Und schiebt anschließend Bargeld über den Tresen. So machen es nach wie vor die meisten der Stadionbesucher, obwohl bereits seit dem Sommer bei den Heimspielen des FCM bargeldlos bezahlt werden kann.

„Es nutzen bisher zu wenig Stadionbesucher die sogenannte ,Fan-Karte‘. Die Akzeptanz ist bisher sehr verhalten“, sagt Gisela Stehle, Verwaltungsleiterin der Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg GmbH (MVGM), die als Stadionvermieter zusammen mit der Firma CE Veranstaltungslogistik und Eventcatering GmbH aus Magdeburg für die Verpflegung der Stadionbesucher verantwortlich ist. „In den letzten Spielen hat der Umsatz über die Karte zugenommen, liegt jetzt bei etwa 25 Prozent“, sagt David Rompe, Geschäftsführer von CE. Das Bezahlsystem „Simply Ex“ laufe inzwischen stabil, an allen der bis zu 26 Verkaufsstände seien zwei bis drei der neuen Kassen und Laser im Einsatz, so Rompe.

Nach einer Schonfrist seit dem Sommer wird es nun aber ernst. Im letzten Heimspiel des Jahres am 10. Dezember gegen den VfR Aalen kann nochmals sowohl mit Bar- als auch Plastikgeld bezahlt werden, zum Heim-Rückrundenauftakt am 5. Februar gegen den FSV Zwickau muss aber die Fan-Karte eingesetzt werden – darauf machten am Rande des Derbys gegen den HFC (1:0) viele Plakate im Stadion aufmerksam.

„Grundsätzlich wollen wir mit der Bezahlkarte den Verkaufsvorgang schneller machen. Nach den ersten Erfahrungen rechnen wir aber mit Problemen. In den ersten Spielen im neuen Jahr wird es zu einem hohen Erkläraufwand führen – für die Gäste, aber auch das Servicepersonal“, erklärt Stehle.

Derzeit sind die Fan-Karten am Eingang für ein Pfand von zwei Euro erhältlich und können an den Verkaufsständen in Schritten von zehn, 20 und 50 Euro aufgeladen werden. „Wichtig: Es gibt bei uns keinen ,Schlummergroschen‘, der bei anderen Vereinen für Kritik gesorgt hat. Das Guthaben bleibt dauerhaft auf der Karte“, erläutert Rompe. Nach dem Spiel ist die Rückgabe der Karte möglich. Dauerkarten-Inhaber des FCM können auch diese Karte als Bargeldersatz nutzen – voraussichtlich bis zum nächsten Heimspiel kann über die FCM-Fan-App Guthaben aufgeladen werden. In diese Woche soll eine solche Funktion „scharf“ gestellt werden.

In der 3. Liga gehört die Heimspielstätte des FCM mit bargeldlosen Zahlungen zu den Vorreitern. Beim Landesrivalen Hallescher FC gibt es ein entsprechendes System bisher nicht, auch die Einführung sei nicht geplant, so Sprecher Lars Töffling. In Rostock, Erfurt, Chemnitz und Zwickau ist dagegen nur „Bares Wahres“. In der 1. Bundesliga wird dagegen schon in zwölf von 18 Stadien ein bargeldloses Bezahlsystem eingesetzt.

Faninitiativen stören sich schon länger an den Chipkarten. „Vor allem bei Fans, die zu Auswärtsspielen fahren, sind sie natürlich wenig beliebt“, sagte ein Sprecher der Initiative ProFans nach einer kürzlich durchgeführten Stichprobe der Verbraucherzentrale bei fünf Bundesliga-Clubs. Nach Spielschluss sei es oftmals nicht möglich, diese schnell zurückzugeben, weil zum Beispiel noch rechtzeitig Zug oder Bus erreicht werden müsste. Fanprojekt Magdeburg und Fanhilfe Magdeburg äußerten sich auf Anfrage nicht zum Bezahlsystem. Der 1. FC Magdeburg als Stadionmieter hielt sich ebenfalls bedeckt. „Der Verein wird dazu keine Meinung kundtun“, teilte FCM-Sprecher Norman Seidler mit.

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