Für Michel Niemeyer geht es beim 1. FC Magdeburg um viel. Der 23-Jährige muss sich gegen zwei Neuzugänge beweisen. Von Manuel Holscher ›

Magdeburg l Michel Niemeyer muss nicht lange überlegen, wenn er darüber spricht, wie wichtig ihm der 1. FC Magdeburg ist. „Der FCM ist mein Verein. Hier bin ich groß geworden“, betont er.

Diese Aussage überrascht nicht. Schließlich wuchs Niemeyer in Salzwedel auf, spielte schon in der Jugend für den FCM. Nach einem zweijährigen Abstecher zu RB Leipzig kehrte er nach Magdeburg zurück. Der Club ist für ihn ein Stück Heimat.

Bald Vertragsgespräche mit FCM

Doch trotz aller emotionalen Bindung: Am Saisonende läuft Michel Niemeyers Vertrag aus. Und ob er auch in der kommenden Saison das FCM-Trikot tragen wird, ist zumindest fraglich. „Im Trainingslager habe ich mit dem Verein noch nicht über eine Verlängerung gesprochen. Ich denke, dass wir das in den nächsten Wochen machen, wenn die Zeit reif ist. Alle sollten offen und ehrlich sein, um zu besprechen, wie die Vorstellungen sind“, sagt er.

Flexibel einsetzbar auf der linken Seite

Klar ist: Der 23-Jährige möchte in der 2. Bundesliga bleiben. „Am liebsten mit dem FCM“, betont er. Doch neben dem Tabellenplatz am Saisonende dürfte auch seine Rolle in den kommenden Spielen einen Einfluss auf seine und auf die Entscheidung des Vereins haben. Denn Niemeyer ist zwar auf der linken Seite flexibel einsetzbar, doch in der Offensive wie Defensive hat er neue Konkurrenz bekommen.

Winter-Neuzugang Timo Perthel ist ähnlich flexibel, kann ebenfalls defensiv wie offensiv spielen. Der zweite Neue, Steven Lewerenz, spielt zwar nur vorn – aber eben auch auf der linken Seite, wo auch Niemeyer bereits einige Spiele gemacht hat.

FCM-Coach Oenning setzte auf Niemeyer

Klar ist: Niemeyer steht unter Druck, er muss sich behaupten. Seine Hinrunde verlief durchwachsen. Unter Ex-Trainer Jens Härtel pendelte er häufig zwischen Startelf und Bank. „Damit war ich natürlich nicht zufrieden“, sagt er. Und: „Erst nach dem Trainerwechsel stand ich wieder konstant auf dem Rasen.“

Oenning vertraute Niemeyer in den letzten fünf Spielen vor der Winterpause im 3-5-2-System auf der linken Mittelfeldseite, bot ihn jeweils in der Startelf auf. „Ich hoffe, dass das so bleibt“, sagt Niemeyer zwar. Aber die Ausgangslage hat sich eben verändert – durch die neue Konkurrenz und auch durch einen möglichen Systemwechsel. Oenning tendiert nämlich nicht mehr zum 3-5-2 aus der Vorrunde, sondern zu einem 4-3-3.

Niemeyer sieht in dieser Grundordnung vor allem Timo Perthel als ersten Konkurrenten. „Im System mit einer Viererkette kämpfen Timo und ich auf der Linksverteidiger-Position um einen Platz in der Startelf. Steven sehe ich eher als Stürmer“, erklärt Niemeyer.

Niemeyers Vermutungen bestätigten sich in den jüngsten Testspielen: Beim 0:1 in Cottbus und beim 2:3 zu Hause gegen Zwickau kamen beide jeweils eine Halbzeit auf der gleichen Position hinten links zum Einsatz. „Ich werde kämpfen und möchte meinen Stammplatz gerne behaupten“, sagt er.

Für Niemeyer spricht sein aktueller Fitnessvorteil, da Perthel in Bochum zuletzt nicht mehr zum Einsatz kam. Der Neuzugang kann wiederum mit scharfen Flanken und guten Standards punkten. Das könnte vor allem mittelfristig für ihn sprechen.

Immer wieder Verletzungen

Probleme hatten beide im Verlauf ihrer Karriere allerdings immer wieder mit Verletzungen. Perthel fiel mit einem Knochenödem fast ein Jahr lang aus. Kürzlich brach er sich die Mittelhand, kann aber mit einer Carbonschiene spielen. „Das behindert mich nicht, ich kann spielen“, versichert Perthel.

Niemeyer wiederum machte in der vergangenen Saison ein hartnäckiger Muskelfaserriss monatelang zu schaffen. Zuletzt konnten beide aber ohne Probleme trainieren und lieferten sich auf dem Trainingsplatz und eben in Testspielen ein Duell um einen Stammplatz im Team.

Morgen werden beide dann Gewissheit haben, wer im Ostderby gegen Aue in der Startelf steht und wer zunächst auf der kalten Bank auf seine Chance warten muss.

„Ich bin fit, werde Gas geben und würde mich natürlich freuen, gegen Aue von Beginn an spielen zu dürfen“, betont Niemeyer. Denn er will seinen Teil dazu beitragen, dass nicht nur er, sondern auch der Verein in Zukunft in der Liga spielt. „Ich bin zu hundert Prozent davon überzeugt, dass wir in der 2. Liga bleiben.“

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