Von Kevin Gehring

Der 1. FC Magdeburg hat zum zweiten Mal in Folge die Null gehalten. Geschlossene Abwehrarbeit und taktische Flexibilität sind die Schlüssel.

Nachdem am Sonnabend der Schlusspfiff in der MDCC-Arena ertönte, war Siegtorschütze Baris Atik der gefragte Mann bei den Magdeburgern, erntete viele feste Umarmungen. Immerhin hatte der 26-Jährige mit seinem Treffer in der 56. Minute das so wichtige Kellerduell des FCM gegen den 1. FC Kaiserslautern entschieden.

Die Defensivkräfte jubelten hingegen zunächst unter sich, Torhüter Morten Behrens zum Beispiel mit Abwehrspieler Alexander Bittroff. Dazu hatten sie auch allen Grund, gebührte ihnen doch ein mindestens ebenso großer Anteil am ersten Heimsieg seit dem 7. November 2020.

Gjasula fehlte kurzfristig

Denn die Blau-Weißen standen stabil. Und das, obwohl Cheftrainer Christian Titz kurzfristig zum Umbauen gezwungen wurde. Jürgen Gjasula, zuletzt ein wichtiger Anker im Magdeburger System, fehlte angeschlagen, hatte sich im Abschlusstraining das Knie verdreht. „Wir dachten eigentlich, dass es für ihn reichen würde“, erzählte Titz. Die Schmerzen waren am Sonnabendmorgen jedoch noch zu groß.

Das Fehlen des so wichtigen Routiniers ließ sich der FCM im Kellerduell allerdings nicht anmerken, fing es stattdessen gemeinschaftlich auf. „Das Grundthema ist, dass wir alle gut arbeiten“, freute sich Verteidiger Alexander Bittroff nach der zweiten weißen Weste in Serie. „Für uns Abwehrspieler ist es einfacher, wenn schon die Vordermänner gut mitmachen.“

Starker Bittroff geht voran

Dies gelang gegen Kaiserslautern über weite Strecken sehr gut. Bis auf zwei Kopfbälle von FCK-Toptorschütze Marvin Pourié entwickelten die „Roten Teufel“ kaum Durchschlagskraft, ließen die Hausherren in der Defensive nichts anbrennen. Auch, weil Alexander Bittroff mit großer Ruhe und Abgeklärtheit in der Abwehrarbeit voranging.

„Meine Mannschaft hat einen sehr fokussierten Eindruck gemacht“, lobte Coach Titz im Nachgang. „Vor allem die Art, wie sie bereit war, die hohen und zweiten Bälle zu verteidigen und wie diszipliniert sie die Räume geschlossen hat“, imponierte dem 49-Jährigen, so dass dieser zum Schluss kam: „Es war von der Gesamtheit der Mannschaft sehr gut verteidigt.“

In der Abwehrreihe flexibel

Das neu installierte, sehr variable Magdeburger Defensiv-System greift. „Ob wir in der Dreier- oder Viererkette spielen, ist bei uns eher schwimmend“, sagte Bittroff, der unter Titz fest gesetzt ist. Entgegen seinem Naturell allerdings in der Innen- statt der Außenverteidigung. „Ich spiele da, wo der Trainer mich aufstellt“, nimmt der 32-Jährige die Umstellung gelassen. Ohnehin verlangt Titz taktische Variabilität von seinen Akteuren.

So wie von Andreas Müller und Adrian Malachowski. Beide ließen sich gegen Kaiserslautern im Ballbesitz immer wieder tief fallen, unterstützten die Abwehrspieler so in der Spieleröffnung. „Wir können darauf reagieren, wie der Gegner anläuft oder wie er gerade spielt“, erklärte Bittroff die Vorzüge. Das machte den FCM in beiden Richtungen flexibel.

Überzahl im Sechzehner

In der Rückwärtsbewegung formierte sich hingegen zumeist ein massiver Block, zuweilen gar eine Fünferkette. „Um das Zentrum abzusichern“, wie Bittroff sagte. Gegen die FCK-Doppelspitze um Pourié und Elias Huth wollte Blau-Weiß nicht in die Bredouille einer Unterzahl geraten.

„Wenn wir hinten Mann gegen Mann spielen, kann immer einer durchrutschen. So hatten wir noch eine Absicherung in der Defensive“, erklärte Bittroff. Auch dieser taktische Kniff von Titz ging wie geplant auf. Aber nur, weil „wir alle zusammen an einem Strang ziehen“, betonte Innenverteidiger Bittroff.

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