Von Manuel Holscher ›

Die drei erfahrenen Neuzugänge Jan Kirchhoff, Timo Perthel und Steven Lewerenz sollen beim FC Magdeburg eine wichtige Rolle einnehmen.

Magdeburg l Jan Kirchhoff kommt auf den Platz, er fordert sofort den Ball. Er bestimmt den Spielrhythmus, leitet Angriffe ein, wechselt mit einem langen Pass die Seite. Nach einer schwachen ersten Halbzeit wird das Spiel, ausgetragen während des Trainingslagers unter der spanischen Sonne in Novo Sancti Petri, nach seiner Einwechslung schneller. Der Club trifft beim 2:0 im Test gegen den FC Shenzhen spät – und einer der Schützen ist Kirchhoff.

Diese Partie belegt, dass Kirchhoff, erst seit Beginn der Winter-Vorbereitung in Magdeburg, beim FCM bereits eine hohe Akzeptanz genießt. Er wird auf dem Platz gesucht, führt auch neben dem Rasen viele Gespräche. Kirchhoff will sich einbringen. „Ich habe richtig Lust auf den FCM“, sagt er. Das gilt auch für Timo Perthel und Steven Lewerenz, die beiden anderen Neuzugänge. Sie zeigen auf der linken Seite, was mit ihnen möglich ist: Voller Einsatz, Zug nach vorne und gezielte Flanken.

Kallnik sieht neuen Schwung beim FCM

Kirchhoff, Perthel und Lewerenz sind zwar neu beim Club und trotzdem schon mittendrin. FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik spricht von einem neuen Schwung. „Die Truppe hat sich etwas vorgenommen. Es gibt eine ordentliche Hierarchie. Das wirkt sich auch auf dem Platz aus“, betont er.

Was Kallnik meint: Die erfahrenen Neuzugänge prägen bereits in Ansätzen das FCM-Spiel. Mit dem 28-jährigen Kirchhoff hat der Club einen Spieler verpflichtet, der durch seine bisherigen Stationen wie dem FC Bayern München und dem FC Schalke 04 niemandem mehr etwas beweisen muss.

Perthel weit vorn in der FCM-Hierarchie

FCM-Trainer Michael Oenning sieht ihn als Führungsspieler im defensiven Mittelfeld. In der teaminternen Hierarchie ist er weit oben eingestiegen. Auch der 29-jährige Timo Perthel wird wegen seiner 116 Zweitligaspiele respektiert. Dass er trotz eines Mittelhandbruchs gleich am nächsten Tag wieder ins Training eingestiegen ist, ist auch ein Zeichen: Perthel macht klar, dass er alles dafür tut, um einen Stammplatz zu bekommen. Der 27-jährige Lewerenz wiederum zeigte in den Testspielen sofort, dass er vorangehen will.

Für den FCM bricht damit im neuen Jahr eine neue Zeit an. Die bisherige Hierarchie hat sich hinter Christian Beck, der als neuer Kapitän weiterhin ganz oben steht, deutlich verschoben. Ein Blick auf den Mannschaftsrat im vergangenen Sommer verdeutlicht das: Ex-Kapitän Nils Butzen hat seinen Stammplatz vorerst verloren, Jasmin Fejzic mittlerweile den Verein verlassen und Tarek Chahed noch keine Zweitligaminute auf dem Konto. Zudem: Christopher Handke soll den Verein verlassen. Aleksandar Ignjovski fällt nach seiner Arm-Operation noch bis März aus, ist aber aufgrund seiner Erfahrung weiterhin gefragt.

Christian Beck ist weiter die Nummer eins

Neben Beck und Ignjovski stehen ein halbes Jahr nach der Wahl des Mannschaftsrats vor allem Spieler wie Kirchhoff, Perthel, Lewerenz und auch Abwehrchef Dennis Erdmann im Mittelpunkt. Sie stehen für den FCM des Jahres 2019. „Wer welche Position einnimmt, liegt ganz klar an den Jungs selbst“, stellt FCM-Sportchef Maik Franz klar. Und: „Der Trainer gibt allen eine Chance, das war im Trainingslager zu sehen.“ Franz sagt auch, dass die Neuzugänge einen ersten positiven Eindruck hinterlassen haben. Aber: „Sie sind auch erst seit Kurzem dabei.“

Trotzdem: Der Schwung, den sich das Team in Spanien geholt hat, hängt unmittelbar mit den Neuen zusammen. Die etablierten Spieler wurden wachgerüttelt, die Sinne bei allen noch mal geschärft. Zudem haben die Verantwortlichen die Qualität im Kader spürbar erhöht. „Timo, Steven und Jan gehen auf die Mannschaft zu, sie sind sehr offen“, lobt Franz. Und: „Sie bringen Erfahrung mit.“

FCM-Team sortiert sich neu

Fest steht: Die Mannschaft sortiert sich gerade neu. Dem Team kommt zugute, dass Trainer Oenning in den Wochen vor dem Jahreswechsel klargemacht hat, welche Vorstellungen er hat. Und welche Spieler er in der Verantwortung sieht. Seit dem Trainingslager ist klar: Oenning hat für die drei Neuen auf und neben dem Rasen prägende Rollen vorgesehen

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