Autor: Thomas Juschus

FCM hakt 0:0 in Chemnitz schnell ab / Überzahlspiel hat nicht funktioniert
In Überzahl schlecht gespielt, trotzdem beim 0:0 beim Chemnitzer FC einen Punkt mitgenommen: Der 1. FC Magdeburg hakt das torlose Remis im Ostderby erstaunlich schnell ab und demon-striert Gelassenheit.

Chemnitz l In der Schlussminute ging der Puls bei Jens Härtel und dem kompletten FCM-Anhang nochmals richtig hoch. Der eingewechselte Burak Altiparmak wurde im Chemnitzer Strafraum angeschossen, vom Schienbein des Verteidigers kullerte der Ball Richtung CFC-Tor und traf den rechten Pfosten. Nur Zentimeter fehlten und die Gäste hätten die Baustelle an der Gellertstraße doch noch als glücklicher Sieger verlassen.

„Wir sind mit dem Punkt zufrieden“, resümierte FCM-Cheftrainer Härtel wenig später zufrieden und erstaunlich gelöst. Trotz Überzahl in der zweiten Halbzeit nach dem Platzverweis für Chemnitz-Stürmer Daniel Frahn (42./Tätlichkeit) und zuvor einem weiteren Zufalls-Pfostentreffer von Steffen Puttkammer (26.) war der Aufsteiger mit dem Unentschieden am Ende gut bedient. Denn trotz Unterzahl bestimmten die Gastgeber nach der Pause komplett das Spiel, schnürten den FCM teilweise in deren Hälfte ein. „Dass wir Überzahl hatten, war nicht zu sehen. Das müssen wir besser machen“, analysierte Härtel.

„Wir haben es nicht verstanden, in Überzahl das Spiel zu machen. Aber wir halten unsere Serie und fahren deshalb trotzdem zufrieden nach Hause“, brachte Torwart Jan Glinker das 0:0 auf den Punkt. Der Schlussmann, der mit starken Paraden zwei Freistöße von Anton Fink entschärfte, musste von hinten mit ansehen, wie diesmal das Aufbauspiel beim FCM hakte. Die meisten Bälle wurden schnell wieder verloren, Top-Torjäger Christian Beck hing komplett in der Luft.

„Wir haben das nicht gut gemacht“, räumte auch Mittelfeldmann Niklas Brandt an, dem Frahn kurz vor der Pause an die Gurgel ging und dann vorzeitig duschen durfte. „Aber Chemnitz ist auch kein Karnevalsverein. Wir nehmen den Punkt mit. Das ist immer noch besser, als mit leeren Händen nach Hause zu fahren.“

„Wir haben keine Ruhe in unser Spiel gekriegt, durch die Bank zu viele Fehler gemacht. Am Ende war es wichtig, das Spiel halbwegs stabil nach Hause zu bringen“, sagte Härtel, der nur in der ersten Hälfte von einem „ordentlichen Auswärtsspiel“ seiner Mannschaft sprechen wollte. Immerhin: Der FCM bleibt in der Rückrunde ungeschlagen (insgesamt schon seit sieben Spielen), hat als Tabellenvierter weiter Kontakt zur Spitze. Und mit dem Unentschieden von Chemnitz verbesserte der 1. FC Magdeburg seine Punktekonto auf 37 Zähler – und machte wieder einen Schritt zum Saisonziel Klassenerhalt. Da lässt sich ein 0:0 auch mal gelassen abhaken.

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