Seit dem 1. Juli hat die neue Saison offiziell begonnen. Der FCM geht als 1. FC Magdeburg-Spielbetriebs-GmbH an den Start.

Von
Manuel Holscher

Magdeburg l Die Volksstimme fasst die Veränderungen und Folgen der mittlerweile vollzogenen Ausgliederung zusammen.

Was hat es mit der Ausgliederung auf sich? Dabei geht es um die Ausgliederung der Profi-Abteilung aus dem eingetragenen Verein. Die Profi-Abteilung wurde in die schon zuvor bestehende 1. FC Magdeburg Stadion- und Sportmarketing GmbH (SSG) überführt, die mittlerweile 1. FC Magdeburg- Spielbetriebs-GmbH heißt.

Zu welchem Zeitpunkt greift die Ausgliederung? Die Ausgliederung der Profi-Fußballer wurde auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 19. Februar beschlossen. Von den anwesenden 1513 Mitgliedern stimmten 1221 (80,7 Prozent) in der Messe Magdeburg für die Strukturveränderung. Am 6. Juni wurde die 1. FC Magdeburg Spielbetriebs GmbH in das Vereins- und Handelsregister Stendal eingetragen. Die Ausgliederung greift rückwirkend bereits zum 1. Januar.

Welche Vorteile gibt es? „Wir haben jetzt eine klare Ordnung und Struktur – im finanziellen und organisatorischen Bereich“, sagt FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik. „Es gibt eine klare Zuordnung für die jeweiligen Verantwortungsgebiete.“ Kallnik ist nicht mehr Präsidiumsmitglied des eingetragenen Vereins, sondern Geschäftsführer der GmbH. Kallniks Funktion als Schatzmeister hat Dirk Weber übernommen. Das FCM-Präsidium hat mit Präsident Peter Fechner, Vize Hagen Hoffmann und Weber vorerst nur drei Mitglieder.

Welche Befürchtungen hatten manche Fans? Manche befürchteten, dass der FCM im Falle einer Ausgliederung von einem Investor fremdgesteuert werden könnte. Schon im Vorfeld der Mitgliederversammlung stellte der Verein aber klar, dass die Gesellschaft zu 100 Prozent im Besitz des 1. FC Magdeburg e. V. bleibt. Außerdem müsste ein potenzieller Investor vorstellig werden, und es wäre eine 75-Prozent-Zustimmung der Mitglieder erforderlich. Durch diese hohen Hürden für mögliche Investoren haben die Mitglieder trotz der Ausgliederung ein enormes Mitspracherecht.

Wie finanziert sich der eingetragene Verein? Die wesentlichen Einnahmen ergeben sich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Zuschüsse des DFB. Momentan hat der FCM 4663 Mitglieder (Stand Ende Juni). Eine weitere Erhöhung ist das Ziel der Verantwortlichen und soll demnächst durch eine entsprechende Kampagne angeschoben werden.

Welche Rolle spielen Arbeitsgruppen? Im Rahmen der Ausgliederung wurde die Arbeitsgruppe (AG) Fankultur ins Leben gerufen. Diese setzt sich aus drei Säulen (Tradition, Mitglieder, Fans) zusammen. „Das Interesse ist sehr groß. Wir haben eine Prioritätenliste erarbeitet und treffen uns regelmäßig, welche Projekte in Angriff genommen werden sollen“, sagt Fechner.

Welche Herausforderungen gibt es? „Der Nachwuchs darf nicht von der ersten Mannschaft entkoppelt werden, weil der Nachwuchs beim FCM eine sehr wichtige Rolle einnimmt“, stellt Kallnik klar. „Unsere Philosophie ist, möglichst viele Nachwuchsspieler für die 1. Mannschaft zu gewinnen. Es ist ein ganz klarer Auftrag an das Nachwuchsleistungszentrum, Spieler so weit auszubilden, dass sie für die 1. Mannschaft tauglich sind. Ein bis zwei Nachwuchsspieler sollen pro Jahr in die Profi-Mannschaft integriert werden.“

Wie steht es momentan um den Nachwuchs? Mit Leon Heynke und Pascal Schmedemann (beide 17) haben hoffnungsvolle Talente aus den eigenen Reihen Profiverträge erhalten. Schmedemann gehört aber noch zum jüngeren Jahrgang und macht zudem sein Abitur. „Wenn die Vorbereitung beendet ist, wird Pascal ein- bis zweimal pro Woche bei den Profis mittrainieren und langsam herangeführt“, so Kallnik. In der Vorbereitung darf sich momentan der 18-jährige Verteidiger Philipp Harant zeigen, der auch bei einigen Testspielen zum Einsatz kam und einen guten Eindruck hinterließ.

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